Der Jahresabschluss 2024 der enercity Windpark Schipkau GmbH & Co. KG gehört zu den bemerkenswerteren Windparkabschlüssen des Jahres. Obwohl die Stromproduktion erneut unter den prognostizierten Werten lag, stiegen die Umsatzerlöse um mehr als 63 Prozent. Der Jahresüberschuss sprang sogar von 5,79 Millionen Euro auf 13,70 Millionen Euro. Gleichzeitig wurden die Verbindlichkeiten um mehr als 14 Millionen Euro reduziert und die liquiden Mittel um rund 5,45 Millionen Euro erhöht.
Die Zahlen sehen damit ausgesprochen stark aus.
Doch der Lagebericht enthält zugleich eine Warnung, die Anleger nicht überlesen sollten: Für 2025 erwartet die Geschäftsführung aufgrund schwächerer Windverhältnisse eine stark sinkende Produktion, deutlich niedrigere Umsätze und ein deutlich schlechteres Ergebnis.
Der außergewöhnlich hohe Gewinn 2024 sollte deshalb nicht einfach in die Zukunft fortgeschrieben werden.
Die Gesellschaft betreibt in Schipkau zwei Windparks mit insgesamt 15 Windenergieanlagen des Herstellers Vestas und einer Gesamtleistung von 49,5 Megawatt.
Fünf Anlagen mit zusammen 16,5 MW gehören zum Windpark Schipkau Süd 1. Weitere zehn Anlagen mit 33 MW bilden Schipkau Süd 2. Die Anlagen wurden zwischen 2017 und Anfang 2020 in Betrieb genommen.
Damit handelt es sich noch nicht um einen Windpark am Ende seiner technischen Lebensdauer.
Die Windenergieanlagen werden laut Anhang über 20 Jahre linear abgeschrieben.
Zum 31. Dezember 2024 belief sich das Sachanlagevermögen auf 50,56 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es noch 53,31 Millionen Euro.
Der Buchwert sank damit um rund 2,75 Millionen Euro beziehungsweise 5,2 Prozent.
Dahinter stehen allerdings nicht nur Abschreibungen.
Im Geschäftsjahr wurden neue Investitionen von rund 861.000 Euro vorgenommen. Gleichzeitig fielen planmäßige Abschreibungen von rund 3,616 Millionen Euro an.
Die technischen Anlagen und Maschinen stehen zum Jahresende noch mit 50,31 Millionen Euro in der Bilanz.
Die wirtschaftlich spannendste Entwicklung findet jedoch in der Gewinn- und Verlustrechnung statt.
Die Umsatzerlöse stiegen von 15,33 Millionen Euro im Jahr 2023 auf 25,05 Millionen Euro 2024.
Das entspricht einem Zuwachs um rund 9,72 Millionen Euro beziehungsweise 63,4 Prozent.
Für einen bestehenden Windpark ohne entsprechenden Kapazitätssprung ist das außergewöhnlich.
Noch bemerkenswerter ist die Ursache.
Der Umsatzanstieg resultierte nach Angaben der Gesellschaft nicht aus einer wesentlich höheren Stromproduktion.
Im Gegenteil.
Die Stromerzeugung lag 2024 erneut unter den Planwerten und teilweise sogar unter dem Vorjahresniveau.
Der entscheidende Faktor waren deutlich höhere erzielte Strompreise im Rahmen eines Abnahmevertrages.
Damit demonstriert der Abschluss eindrucksvoll, wie stark die wirtschaftliche Entwicklung eines Windparks neben der tatsächlichen Windmenge auch von Vermarktungs- und Preisbedingungen abhängen kann.
Die Produktion der beiden Windparks zeigt nämlich keinen Boom.
Für Schipkau Süd 1 wurden 2024 insgesamt 31,01 GWh erzeugt, nach 32,55 GWh im Vorjahr.
Das entspricht einem Rückgang um rund 4,7 Prozent.
Schipkau Süd 2 produzierte 75,34 GWh nach 76,30 GWh im Vorjahr.
Hier beträgt der Rückgang rund 1,3 Prozent.
Zusammengenommen sank die Produktion damit von rund 108,85 GWh auf 106,35 GWh – ein Rückgang um etwa 2,3 Prozent.
Trotz weniger erzeugtem Strom stiegen die Umsätze also um mehr als 63 Prozent.
Das ist die zentrale Aussage des Geschäftsjahres 2024.
Die Windverhältnisse selbst waren dabei keineswegs außergewöhnlich gut.
Für Schipkau Süd 1 lag die tatsächliche Produktion rund 16 Prozent unter der ursprünglichen Prognose. Für Süd 2 betrug die Abweichung rund 15 Prozent.
Selbst nach einer Korrektur der prognostizierten Produktion anhand des Windindex lag die Stromproduktion beider Windparks noch etwa neun Prozent unter Erwartung.
Die technische Verfügbarkeit war dagegen hoch.
Sie betrug für die beiden Windparks rund 98,8 beziehungsweise 95,7 Prozent.
Damit spricht wenig dafür, dass außergewöhnlich lange technische Ausfälle die Hauptursache der Produktionsabweichungen waren. Vielmehr verweist der Lagebericht ausdrücklich auf die naturgemäß schwankenden Windverhältnisse.
Für Anleger ist das ein wichtiger Unterschied.
Ein technisches Problem kann möglicherweise repariert werden.
Wind lässt sich nicht reparieren.
Die starke Umsatzentwicklung 2024 führte dennoch zu einem außergewöhnlichen Ergebnissprung.
Das Betriebsergebnis erhöhte sich von 7,35 Millionen Euro auf 15,80 Millionen Euro.
Das ist ein Plus von rund 115 Prozent.
Die operative Ergebnismarge bezogen auf den Umsatz stieg damit rechnerisch von rund 47,9 Prozent auf rund 63,1 Prozent.
Das ist für eine Windparkgesellschaft eine ausgesprochen hohe operative Profitabilität.
Dabei stiegen allerdings auch die sonstigen betrieblichen Aufwendungen deutlich.
Sie erhöhten sich von 4,52 Millionen Euro auf 5,64 Millionen Euro.
Der Zuwachs beträgt rund 1,13 Millionen Euro beziehungsweise 24,9 Prozent.
Der Kostenanstieg blieb damit erheblich hinter dem Umsatzwachstum zurück.
Genau dadurch entstand ein großer operativer Hebel.
Die Abschreibungen lagen mit 3,616 Millionen Euro nur leicht über den 3,561 Millionen Euro des Vorjahres.
Somit floss ein erheblicher Teil des zusätzlichen Umsatzes unmittelbar in das Betriebsergebnis.
Auch das Finanzergebnis verbesserte sich.
Es blieb mit minus 482.365 Euro zwar negativ, fiel aber deutlich besser aus als im Vorjahr mit minus 836.840 Euro.
Dazu trug insbesondere der sinkende Zinsaufwand bei.
Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen gingen von 1,040 Millionen Euro auf 746.813 Euro zurück.
Das entspricht einem Rückgang um rund 28,2 Prozent.
Gleichzeitig stiegen die sonstigen Zinserträge von 54.567 Euro auf 124.092 Euro.
Die Gesellschaft profitiert damit nicht nur von höheren operativen Erlösen, sondern auch von einer sinkenden Finanzierungsbelastung.
Nach Steuern verblieb ein Ergebnis von 13,69 Millionen Euro.
Der endgültige Jahresüberschuss lag bei 13,698 Millionen Euro.
Im Vorjahr waren es 5,790 Millionen Euro.
Damit erhöhte sich der Jahresgewinn um rund 7,91 Millionen Euro beziehungsweise 136,6 Prozent.
Anders ausgedrückt:
Der Gewinn hat sich innerhalb eines Jahres deutlich mehr als verdoppelt.
Auch die Nettomarge ist bemerkenswert.
Der Jahresüberschuss entspricht rund 54,7 Prozent der Umsatzerlöse.
Im Vorjahr waren es bereits rund 37,8 Prozent.
Eine derart hohe Marge erklärt sich auch aus der spezifischen Struktur eines Windparks: Nach Errichtung der Anlagen sind große Teile der Investitionen bereits erfolgt. Zusätzliche Erlöse durch höhere Strompreise treffen deshalb auf eine Kostenbasis, die sich nicht im gleichen Verhältnis erhöht.
Genau das ist 2024 offenbar geschehen.
Der Gewinnsprung schlägt unmittelbar auf das Eigenkapital durch.
Dieses erhöhte sich von 9,18 Millionen Euro auf 22,85 Millionen Euro.
Das entspricht einem Anstieg um rund 13,67 Millionen Euro beziehungsweise knapp 149 Prozent.
Die Eigenkapitalquote verbesserte sich damit außergewöhnlich stark.
Ende 2023 lag sie bei rund 13,2 Prozent.
Ende 2024 beträgt sie rund 31,8 Prozent.
Damit hat sich die bilanzielle Eigenkapitalquote innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt.
Der Zusammenhang mit dem Jahresüberschuss ist nahezu vollständig nachvollziehbar.
Das Eigenkapital stieg um rund 13,674 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss betrug 13,698 Millionen Euro. Zusätzlich weist der Anhang eine Entnahme einbehaltener Kapitalertragsteuer durch den Kommanditisten in Höhe von 24.000 Euro aus.
Rechnerisch ergibt sich damit nahezu exakt die Veränderung des Eigenkapitals.
Die Kapitalentwicklung ist deshalb diesmal außergewöhnlich transparent.
Auch die Verschuldung hat sich deutlich verbessert.
Die gesamten Verbindlichkeiten gingen von 58,17 Millionen Euro auf 43,86 Millionen Euro zurück.
Das entspricht einem Abbau um rund 14,31 Millionen Euro beziehungsweise 24,6 Prozent.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sanken von 47,07 Millionen Euro auf 43,27 Millionen Euro.
Damit wurden Bankschulden von rund 3,80 Millionen Euro beziehungsweise 8,1 Prozent zurückgeführt.
Noch spektakulärer ist allerdings die Entwicklung bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen.
Diese sanken von 10,77 Millionen Euro auf nur noch 282.000 Euro.
Der Rückgang beträgt rund 10,48 Millionen Euro.
Die Erklärung findet sich im Anhang.
Im Vorjahr bestanden gegenüber verbundenen Unternehmen Darlehensverbindlichkeiten von 10,5 Millionen Euro.
Diese erscheinen Ende 2024 nicht mehr.
Damit entfällt nahezu der gesamte Rückgang der konzerninternen Verbindlichkeiten auf diesen Finanzierungsblock.
Für Anleger ist das ein wesentlicher positiver Punkt.
Die Gesellschaft hat ihre Finanzierungsstruktur innerhalb eines Jahres deutlich entschärft.
Ende 2023 machten die gesamten Verbindlichkeiten rund 83,5 Prozent der Bilanzsumme aus.
Ende 2024 sind es nur noch rund 61,0 Prozent.
Gleichzeitig steigt die Eigenkapitalquote auf knapp 32 Prozent.
Die Bilanz ist dadurch erheblich robuster geworden.
Auch die Liquidität entwickelt sich ausgesprochen positiv.
Die Bank- und Kassenbestände stiegen von 7,52 Millionen Euro auf 12,96 Millionen Euro.
Das entspricht einem Zuwachs um rund 5,45 Millionen Euro beziehungsweise 72,5 Prozent.
Diese Entwicklung ist umso bemerkenswerter, weil gleichzeitig große Teile der Verschuldung abgebaut wurden.
Der Windpark hat 2024 also nicht lediglich Schulden getilgt und dabei seine Liquidität verbraucht.
Im Gegenteil.
Er beendet das Jahr sowohl mit deutlich weniger Verbindlichkeiten als auch mit wesentlich mehr Zahlungsmitteln.
Das ist eines der stärksten Signale des gesamten Abschlusses.
Die kurzfristige Liquiditätsposition erscheint ebenfalls komfortabel.
Zum Jahresende bestanden Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr in Höhe von rund 4,389 Millionen Euro.
Dem stehen liquide Mittel von rund 12,964 Millionen Euro gegenüber.
Das Bankguthaben deckt die kurzfristigen Verbindlichkeiten damit rechnerisch fast dreifach.
Das gesamte Umlaufvermögen von 16,04 Millionen Euro entspricht rund dem 3,65-Fachen der kurzfristigen Verpflichtungen.
Eine kurzfristige Liquiditätslücke ist aus der Bilanz nicht ersichtlich.
Auch die Fristigkeit der Bankschulden spricht für eine langfristig ausgerichtete Finanzierung.
Von den 43,27 Millionen Euro Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten entfallen rund 3,80 Millionen Euro auf Laufzeiten unter einem Jahr.
Weitere 15,19 Millionen Euro liegen zwischen einem und fünf Jahren.
24,28 Millionen Euro haben eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.
Mehr als die Hälfte der Bankschulden ist damit sehr langfristig strukturiert.
Diese Kredite sind allerdings umfangreich besichert.
Der Anhang nennt unter anderem die Sicherungsübereignung des Sachanlagevermögens, die Abtretung von Forderungen aus Stromproduktion und Einspeisung sowie Rechte aus Liefer-, Wartungs-, Versicherungs-, Netzanschluss- und Direktvermarktungsverträgen.
Hinzu kommen Globalzessionen sowie die Verpfändung von Kapitaldienstreserven und weiteren Konten.
Das ist bei einer Projektfinanzierung dieser Größenordnung grundsätzlich nicht ungewöhnlich.
Es zeigt jedoch, dass die finanzierenden Banken im Krisenfall weitreichende Sicherungsrechte besitzen.
Neben den bilanzierten Verbindlichkeiten bestehen zudem erhebliche sonstige finanzielle Verpflichtungen.
Zum Jahresende werden rund 33,13 Millionen Euro genannt.
Sie resultieren im Wesentlichen aus Pacht-, Wartungs- und Netzanschlussverträgen.
Davon entfallen rund 3,78 Millionen Euro auf Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen.
Die Summe von 33,1 Millionen Euro ist erheblich.
Sie entspricht rund 46 Prozent der Bilanzsumme und liegt sogar über dem gesamten Jahresumsatz 2024.
Das bedeutet allerdings nicht, dass dieser Betrag kurzfristig bezahlt werden müsste.
Die Verpflichtungen verteilen sich auf künftige Vertragslaufzeiten.
Für eine Windparkgesellschaft sind langfristige Pacht- und Wartungsverträge zudem ein normaler Bestandteil des Geschäftsmodells.
Trotzdem gehören sie in eine vollständige Anlegeranalyse, weil sie einen erheblichen Teil der zukünftigen Zahlungsströme binden.
Auch die Rückstellungen stiegen deutlich.
Sie erhöhten sich von 2,31 Millionen Euro auf 5,15 Millionen Euro.
Das entspricht einem Plus von rund 2,84 Millionen Euro beziehungsweise rund 123 Prozent.
Die Steuerrückstellungen verdoppelten sich dabei von 1,49 Millionen Euro auf 3,12 Millionen Euro.
Das überrascht angesichts des massiven Gewinnanstiegs nicht.
Auch die sonstigen Rückstellungen stiegen von rund 824.000 Euro auf 2,03 Millionen Euro.
Zu berücksichtigen sind dabei unter anderem zukünftige Rückbauverpflichtungen für die Windenergieanlagen.
Für deren Berechnung unterstellt die Gesellschaft Pachtdauern von jeweils 25 Jahren.
Der Abschluss zeigt damit insgesamt eine erheblich verbesserte Vermögens- und Finanzlage.
Aber gerade bei einem außergewöhnlich starken Geschäftsjahr ist die Frage entscheidend, wie nachhaltig das Ergebnis ist.
Und genau hier wird der Lagebericht deutlich vorsichtiger.
Die Geschäftsführung weist ausdrücklich darauf hin, dass das Windaufkommen die wesentliche natürliche Unsicherheit des Geschäftsmodells darstellt.
Für 2025 fällt die Prognose bereits deutlich schwächer aus.
Aufgrund der Windverhältnisse bis Mai 2025 erwartet die Gesellschaft eine stark sinkende Produktion und stark sinkende Umsatzerlöse.
Damit soll auch das Ergebnis deutlich schlechter ausfallen.
Diese Aussage ist für Anleger wahrscheinlich wichtiger als der Rekordgewinn des Jahres 2024.
Denn sie zeigt, dass die außergewöhnliche Profitabilität nicht einfach als neuer Normalzustand betrachtet werden darf.
Der Umsatzsprung 2024 entstand wesentlich durch besonders günstige Strompreise im Rahmen eines Abnahmevertrages.
Wenn sich Preisbedingungen oder Windaufkommen verändern, kann sich der Ergebnishebel ebenso schnell in die andere Richtung bewegen.
Die Geschäftsführung verweist außerdem auf die Volatilität der Windverhältnisse sowie auf mögliche Preissteigerungen, technische Schäden, höhere Gewalt und andere nicht vollständig planbare Risiken.
Technische Risiken werden allerdings nach Angaben der Gesellschaft weitgehend durch Vollwartungsverträge und Betriebsunterbrechungsversicherungen abgesichert.
Auch die technische Verfügbarkeit ist weiterhin hoch.
Das spricht für eine solide operative Basis.
Ein weiterer Pluspunkt ist der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk.
KPMG hat sowohl den Jahresabschluss als auch den Lagebericht geprüft und keine Einwendungen gegen deren Ordnungsmäßigkeit erhoben.
Nach dem Prüfungsurteil vermittelt der Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.
Auch die Anforderungen des § 6b EnWG zur getrennten Kontenführung wurden nach Auffassung der Prüfer eingehalten.
Für Anleger bietet das eine deutlich bessere Informationsbasis als ein lediglich verkürzt veröffentlichter Abschluss ohne Prüfung.
Unter dem Strich ist 2024 für die enercity Windpark Schipkau GmbH & Co. KG ein außergewöhnlich starkes Geschäftsjahr.
Die Umsätze steigen um 63,4 Prozent auf 25,05 Millionen Euro.
Der Jahresüberschuss wächst um 136,6 Prozent auf 13,70 Millionen Euro.
Das Eigenkapital erhöht sich auf 22,85 Millionen Euro und die Eigenkapitalquote steigt von 13,2 auf 31,8 Prozent.
Die Verbindlichkeiten sinken um 14,31 Millionen Euro.
Die Bankschulden werden um rund 3,80 Millionen Euro reduziert.
Konzerninterne Darlehensverbindlichkeiten von 10,5 Millionen Euro verschwinden aus der Bilanz.
Und gleichzeitig wächst die Liquidität um rund 72 Prozent auf fast 13 Millionen Euro.
Finanziell ist das eine außergewöhnlich starke Kombination.
Allerdings gibt es einen entscheidenden Haken:
Der Rekordgewinn entstand nicht aufgrund einer Rekordproduktion.
Die Stromerzeugung ging insgesamt sogar leicht zurück und lag weiterhin unter den prognostizierten Werten.
Der große Ergebnissprung basiert wesentlich auf deutlich höheren erzielten Strompreisen.
Genau darin liegt die Chance – und zugleich das Risiko.
2024 zeigt, wie stark ein bestehender Windpark bei günstigen Vermarktungsbedingungen verdienen kann.
Die Prognose für 2025 zeigt dagegen, wie schnell sich das Bild bei schlechteren Windverhältnissen wieder verändern kann.
Für Anleger sollte deshalb nicht der Jahresüberschuss von 13,7 Millionen Euro allein im Mittelpunkt stehen.
Die entscheidende Frage lautet vielmehr, welcher Teil dieser außergewöhnlichen Ertragskraft dauerhaft wiederholbar ist.
Die Bilanz ist nach 2024 deutlich stärker.
Die Verschuldung ist niedriger.
Die Liquidität ist höher.
Das Eigenkapital hat sich massiv verbessert.
Damit besitzt der Windpark einen wesentlich größeren finanziellen Puffer als noch ein Jahr zuvor.
Doch gerade die eigene Geschäftsführung macht klar, dass 2025 voraussichtlich nicht an das Rekordjahr anknüpfen wird.
Der Jahresabschluss liefert deshalb gleichzeitig eine Erfolgsmeldung und eine Warnung:
2024 war außergewöhnlich profitabel.
2025 dürfte zeigen, wie viel davon tatsächlich nachhaltig ist.