Der Tod des Hamburger Milliardärs und Mäzens Klaus-Michael Kühne soll die Pläne für den Neubau der Hamburger Oper nicht ausbremsen. Stadt, Kühne-Stiftung und das mit der Planung beauftragte Architekturbüro Bjarke Ingels Group (BIG) halten an dem ambitionierten Kulturprojekt fest. Innerhalb der kommenden zwölf Monate sollen die entscheidenden Planungen so weit vorangetrieben werden, dass auch Klarheit über Kosten und Umsetzbarkeit besteht.
Für Kühne war die neue Oper ein besonderes Herzensprojekt. Der Unternehmer blieb seiner Heimatstadt Hamburg zeitlebens eng verbunden und unterstützte zahlreiche kulturelle Vorhaben. Auch die Elbphilharmonie gehörte zu den Projekten, die von seinem finanziellen Engagement profitierten. Mit einem neuen Opernhaus wollte der leidenschaftliche Opernfreund ein weiteres dauerhaftes Zeichen in der Hansestadt setzen.
Vertrag soll Projekt über Kühnes Tod hinaus absichern
Dass Kühne die Fertigstellung nicht mehr erleben kann, ändert nach Angaben der Beteiligten nichts an den grundsätzlichen Vereinbarungen. Die Hamburgische Bürgerschaft hatte dem Vertrag über den Neubau bereits zugestimmt.
Das Modell sieht eine ungewöhnliche Aufgabenteilung vor: Die Kühne-Stiftung soll den Bau des neuen Opernhauses finanzieren. Hamburg stellt im Gegenzug das Grundstück am Baakenhöft kostenlos zur Verfügung und übernimmt dessen Erschließung.
Damit gehört das Vorhaben zu den bedeutendsten privat unterstützten Kulturprojekten der Stadt.
Architekten: Auch für Kühnes Tod gab es eine Regelung
Offenbar hatten die Beteiligten bereits während der Planungen berücksichtigt, dass Kühne angesichts seines Alters die weitere Entwicklung möglicherweise nicht mehr persönlich begleiten könnte.
Robert Grimm vom Architekturbüro BIG erklärte, man hätte sich gewünscht, dass Kühne noch bis zur entscheidenden Durchführungsentscheidung dabei sein und das endgültige Design der Oper sehen könne. Für den Fall seines vorherigen Todes sei das Vorgehen jedoch klar geregelt gewesen.
Damit soll verhindert werden, dass das Projekt durch den Tod seines wichtigsten Förderers grundsätzlich infrage gestellt wird.
Entscheidende zwölf Monate beginnen
Nun beginnt für das Milliardenprojekt eine besonders wichtige Phase. Innerhalb von etwa zwölf Monaten sollen die wesentlichen Details ausgearbeitet werden. Dabei geht es nicht nur um Architektur und Gestaltung, sondern insbesondere um die entscheidende Frage, ob sich das Vorhaben innerhalb des vorgesehenen finanziellen Rahmens realisieren lässt.
Erst wenn diese Planungsphase abgeschlossen ist, dürfte sich endgültig zeigen, in welcher Form das neue Opernhaus tatsächlich gebaut werden kann.
Für Hamburg steht dabei weit mehr als ein einzelnes Gebäude auf dem Spiel. Sollte das Projekt wie vorgesehen umgesetzt werden, würde am Baakenhöft ein neues kulturelles Wahrzeichen entstehen – und zugleich eines der sichtbarsten Vermächtnisse Klaus-Michael Kühnes in seiner Heimatstadt.
Sein Tod markiert damit zwar das Ende seiner persönlichen Begleitung des Projekts. Nach dem derzeitigen Stand soll er jedoch nicht das Ende seines großen Opernplans bedeuten.