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New Com Media GmbH aus München stellt Insolvenzantrag

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

Die New Com Media GmbH aus München, eine auf E Commerce, Online Marketing, Veranstaltungen, digitale Weiterbildung und Medienangebote spezialisierte Gesellschaft, ist in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Das Unternehmen hat selbst die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das eigene Vermögen beantragt.

Das Verfahren wird beim Amtsgericht München unter dem Aktenzeichen 1509 IN 3153/26 geführt. Firmensitz ist die Moosacher Straße 70, 80809 München. Die Gesellschaft ist beim Amtsgericht München unter HRB 291604 eingetragen.

Geschäftsführer ist Michael Harry Kibele.

Das Amtsgericht München ordnete am 20. August 2026 um 17 Uhr die vorläufige Insolvenzverwaltung an. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Markus Schädler aus München bestellt.

New Com ist erst 2024 als eigenständiges Unternehmen entstanden

Die New Com Media GmbH ist ein ausgesprochen junges Unternehmen. Sie wurde am 6. März 2024 in das Handelsregister eingetragen. Das Stammkapital beträgt 25.000 Euro.

Die Marke New Com existierte allerdings bereits vor der Gründung der GmbH.

Sie entwickelte sich zunächst im Umfeld der Münchner Online Marketing Agentur Mawave Marketing GmbH. Ausgangspunkt waren unter anderem ein Podcast und kleinere Veranstaltungen rund um E Commerce und digitales Marketing.

Mit wachsender Bedeutung der Marke entschieden sich die Verantwortlichen Anfang 2024, New Com gesellschaftsrechtlich auszugliedern und als eigenständiges Unternehmen weiterzuführen.

Aus einem Medien und Veranstaltungsformat sollte damit ein selbstständiges Unternehmen mit verschiedenen Erlös und Medienangeboten entstehen.

Geschäftsführer wechselte bereits wenige Monate nach der Gründung

Bei der Gründung wurde zunächst Jason Modemann zum Geschäftsführer bestellt.

Schon zum 1. Juli 2024 kam es jedoch zu einer Veränderung. Michael Harry Kibele übernahm die Geschäftsführung, während Jason Modemann als Geschäftsführer ausschied und Einzelprokura erhielt.

Damit wurde das operative Management bereits wenige Monate nach der Unternehmensgründung neu aufgestellt.

New Com Summit wurde zum wichtigsten Veranstaltungsformat

Besonders bekannt wurde das Unternehmen durch den New Com Summit.

Dabei handelt es sich um eine Fachveranstaltung für die E Commerce und Marketingbranche. Im Mittelpunkt stehen Online Marketing, Social Media, Customer Relationship Management, digitale Geschäftsmodelle und aktuelle Entwicklungen des elektronischen Handels.

Das Veranstaltungskonzept umfasst Vorträge, Paneldiskussionen, Masterclasses, Workshops und Networking.

Für den 21. und 22. Oktober 2026 war erneut ein großer New Com Summit in München angekündigt. Nach der bisherigen Planung sollten in der Wappenhalle mehr als 1.000 Teilnehmer und über 50 Speaker zusammenkommen.

Durch den Insolvenzantrag stellt sich nun zwangsläufig die Frage, ob und in welcher Form diese Veranstaltung stattfinden kann.

Der gerichtliche Beschluss enthält hierzu noch keine Angaben.

Unternehmen suchte sogar noch Personal für den Summit 2026

Bemerkenswert ist, dass New Com noch unmittelbar vor dem Insolvenzantrag aktiv Personal für die Vorbereitung des für Oktober geplanten Summits suchte.

Ausgeschrieben waren unter anderem Praktikumsstellen in den Bereichen Eventplanung und Redaktion sowie Content und Production.

Die Aufgaben sollten die inhaltliche und organisatorische Vorbereitung des New Com Summit umfassen. Dazu gehörten die Koordination mit Sponsoren und Partnern, die Vorbereitung von Moderatorenbriefings, die Pflege der Event App, Website und Präsentationstools sowie die Nachbereitung des Events.

Sogar die Planung für den Summit 2027 wurde in den Stellenbeschreibungen bereits angesprochen.

Damit trifft der Insolvenzantrag ein Unternehmen, das nach außen bis unmittelbar zuvor noch an seiner weiteren Veranstaltungs und Medienplanung arbeitete.

New Com Academy als zweites wichtiges Standbein

Neben Veranstaltungen entwickelte die Gesellschaft die New Com Academy.

Dabei handelt es sich um digitale Weiterbildungsangebote für Menschen und Unternehmen aus Marketing und E Commerce.

Damit setzte New Com auf ein grundsätzlich skalierbares Geschäftsmodell: Wissen sollte nicht ausschließlich auf Präsenzveranstaltungen vermittelt werden, sondern zusätzlich über digitale Lernangebote und Communities.

Thematisch beschäftigten sich die Angebote unter anderem mit Bereichen wie Social Media Marketing, Meta Advertising, Customer Relationship Management und weiteren Disziplinen des digitalen Marketings.

Die Academy ergänzte damit das Veranstaltungsgeschäft um ein fortlaufendes Weiterbildungsangebot.

Podcast gehörte ebenfalls zur Medienstrategie

Ein weiteres Element war der New Com Podcast.

Das Unternehmen verstand sich ausdrücklich als Medienmarke und wollte Fachwissen, Interviews und Erfahrungen aus Marketing und E Commerce über unterschiedliche Kanäle verbreiten.

Damit bestand das Geschäftsmodell im Kern aus mehreren miteinander verbundenen Säulen: Veranstaltungen, digitale Weiterbildung, Podcast und Content, Communities sowie digitale Anwendungen.

Die verschiedenen Formate sollten sich gegenseitig ergänzen und zugleich ein Netzwerk aus Marketingexperten, Unternehmen, Agenturen und E Commerce Verantwortlichen schaffen.

Eigene Networking App entwickelt

Die New Com Media GmbH entwickelte beziehungsweise veröffentlichte auch eine eigene New Com Networking App.

Die Anwendung war beispielsweise für die Veranstaltung New Com 2025 vorgesehen.

Teilnehmer konnten darüber andere Besucher finden, miteinander chatten und Kontakte knüpfen. Eine Matchingfunktion sollte Teilnehmer anhand ihrer Interessen miteinander verbinden.

Darüber hinaus konnten Nutzer Informationen zu Speakern, Masterclasses, Workshops und Paneldiskussionen abrufen, Präsentationsfolien einsehen und während Vorträgen Notizen erstellen.

Damit setzte das Unternehmen seinen im Handelsregister ausdrücklich genannten Unternehmensgegenstand, nämlich die Entwicklung und Bereitstellung von Apps und interaktiven Medienangeboten, tatsächlich operativ um.

Kleines Team hinter vergleichsweise großer Medienmarke

Interessant ist auch die Unternehmensgröße.

Öffentlich zugängliche Stellenprofile ordnen New Com einem Team von lediglich einem bis zehn Mitarbeitern zu.

Damit versuchte ein vergleichsweise kleines Unternehmen, gleichzeitig Veranstaltungen, Podcast, Contentproduktion, Academy, Communities und digitale Anwendungen zu betreiben.

Gerade große Fachveranstaltungen können allerdings erhebliche finanzielle Vorleistungen erfordern. Locations, Technik, Personal, Marketing, Dienstleister und Produktion müssen teilweise lange vor dem eigentlichen Veranstaltungstermin bezahlt beziehungsweise vertraglich gebunden werden.

Ob solche Kosten bei der jetzigen Insolvenz eine Rolle gespielt haben, ist nicht bekannt.

Wirtschaftliche Verbindung zur Mawave Marketing GmbH

Die Geschichte von New Com ist eng mit der Mawave Marketing GmbH verbunden.

New Com bezeichnete sich selbst als Medienmarke aus dem Umfeld einer der großen europäischen Social Ads Agenturen. Beide Unternehmen teilten sich auch Büroräume in München.

Gerade die Trennung der beiden Geschäftsbereiche war einer der Gründe für die Gründung der New Com Media GmbH.

Die Medienmarke sollte eigenständig wachsen, während Mawave weiterhin das klassische Agenturgeschäft betreibt.

Daraus folgt allerdings nicht, dass der jetzige Insolvenzantrag der New Com Media GmbH automatisch auch Mawave betrifft. Es handelt sich um rechtlich eigenständige Gesellschaften.

Gericht ordnet vorläufige Insolvenzverwaltung an

Nach dem Eigenantrag der New Com Media GmbH hat das Amtsgericht München nun Sicherungsmaßnahmen ergriffen.

Rechtsanwalt Dr. Markus Schädler wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Die Gesellschaft darf weiterhin handeln, kann jedoch nicht mehr uneingeschränkt über ihr Vermögen verfügen.

Verfügungen sind nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam. Das Gericht hat ausdrücklich festgelegt, dass dies auch die Einziehung von Außenständen betrifft.

Damit unterliegen beispielsweise Forderungen gegenüber Kunden oder Geschäftspartnern der insolvenzrechtlichen Kontrolle.

Noch kein endgültiges Insolvenzverfahren eröffnet

Die Entscheidung vom 20. August bedeutet noch nicht, dass das Insolvenzverfahren endgültig eröffnet worden ist.

Die Gesellschaft befindet sich zunächst im Insolvenzeröffnungsverfahren.

In dieser Phase werden die wirtschaftlichen Verhältnisse untersucht. Insbesondere muss festgestellt werden, welcher Insolvenzgrund vorliegt, welche Vermögenswerte und Verbindlichkeiten bestehen und ob die Voraussetzungen für eine Eröffnung des Insolvenzverfahrens erfüllt sind.

Auch die Möglichkeiten einer Fortführung des Geschäftsbetriebes können in dieser Phase untersucht werden.

Was passiert mit dem New Com Summit im Oktober?

Für Geschäftspartner, Sponsoren und Ticketkäufer dürfte insbesondere diese Frage von Bedeutung sein.

Der New Com Summit 2026 war für den 21. und 22. Oktober 2026 in München angekündigt. Geplant waren mehr als 1.000 Teilnehmer, über 50 Speaker sowie Masterclasses, Vorträge und Networkingveranstaltungen.

Der Insolvenzantrag erfolgt damit nur rund zwei Monate vor dem geplanten Großevent.

Ob der Summit wie vorgesehen stattfindet, verändert, verschoben oder abgesagt wird, lässt sich aus dem Insolvenzbeschluss nicht ableiten.

Eine automatische Absage folgt aus der vorläufigen Insolvenzverwaltung jedenfalls nicht. Eine Fortführung wäre grundsätzlich möglich, wenn sie wirtschaftlich vertretbar ist und der vorläufige Insolvenzverwalter die erforderlichen Voraussetzungen dafür sieht.

Auch Ticketkäufer und Sponsoren haben ein wirtschaftliches Interesse

Sollten bereits Eintrittskarten für den Summit verkauft worden sein, stellt sich für Kunden die Frage nach der weiteren Durchführung.

Ähnliches gilt für Sponsoren, Aussteller und Geschäftspartner, die möglicherweise bereits Zahlungen geleistet oder Verträge abgeschlossen haben.

Auch Mitglieder beziehungsweise Kunden digitaler Academy oder Communityangebote könnten von einer Einschränkung des Geschäftsbetriebes betroffen sein.

Bislang gibt es aus dem gerichtlichen Beschluss jedoch keine Hinweise darauf, dass einzelne Angebote eingestellt wurden.

Insolvenzursache bislang nicht bekannt

Warum die New Com Media GmbH bereits gut zweieinhalb Jahre nach ihrer Gründung Insolvenzantrag stellen musste, ist bislang nicht bekannt.

Das Amtsgericht nennt weder die Höhe der Verbindlichkeiten noch konkrete Ursachen für die finanziellen Schwierigkeiten.

Es wäre deshalb spekulativ, die Krise beispielsweise auf Veranstaltungskosten, Personalaufwendungen, schwächere Ticketverkäufe oder die Finanzierung des Wachstums zurückzuführen.

Fest steht lediglich, dass die Geschäftsführung selbst die gerichtliche Hilfe gesucht und einen Eigenantrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt hat.

Vom Podcast zum eigenständigen Medienunternehmen und nun in die Insolvenz

Die Entwicklung der New Com Media GmbH verlief innerhalb kurzer Zeit ausgesprochen dynamisch.

Aus einem Podcast und kleineren Veranstaltungen im Umfeld von Mawave entstand eine eigenständige Medienmarke. 2024 wurde daraus die New Com Media GmbH. Anschließend baute das Unternehmen sein Angebot mit New Com Summit, New Com Academy, Podcast, Workshops, Communities und einer eigenen Networking App aus.

Noch im Sommer 2026 wurde Personal gesucht, um den für Oktober geplanten Summit vorzubereiten und bereits an der Veranstaltung für 2027 mitzuwirken.

Nun befindet sich das junge Medienunternehmen selbst im Insolvenzeröffnungsverfahren.

Betroffen ist die New Com Media GmbH mit Firmensitz Moosacher Straße 70, 80809 München, eingetragen beim Amtsgericht München unter HRB 291604. Das Verfahren wird beim Amtsgericht München unter dem Aktenzeichen 1509 IN 3153/26 geführt.

Seit dem 20. August 2026 um 17 Uhr steht das Unternehmen unter vorläufiger Insolvenzverwaltung. Rechtsanwalt Dr. Markus Schädler überwacht die weitere Vermögensverwaltung.

Besonders spannend wird nun die Frage, ob das operative Geschäft fortgeführt werden kann und vor allem, was aus dem für Oktober angekündigten New Com Summit 2026 wird.

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