Die Windpark Schafflundfeld GmbH & Co. KG hat ihre Bilanz im Geschäftsjahr 2025 deutlich verkürzt und ihre Verbindlichkeiten spürbar reduziert. Zum Jahresende belief sich die Bilanzsumme auf 22,10 Millionen Euro, gegenüber 24,18 Millionen Euro zu Jahresbeginn. Das entspricht einem Rückgang um rund 2,08 Millionen Euro beziehungsweise 8,6 Prozent. Gleichzeitig verringerte sich das Anlagevermögen deutlich, während weiterhin ein erheblicher Teil des Umlaufvermögens aus Forderungen gegenüber Gesellschaftern besteht.
Das Anlagevermögen sank von 16,31 Millionen Euro auf 14,65 Millionen Euro. Hauptursache war der Rückgang der Sachanlagen von 15,30 Millionen auf 13,55 Millionen Euro. Damit verringerte sich deren Buchwert um rund 1,74 Millionen Euro beziehungsweise gut elf Prozent. Nach den Angaben im Anhang schreibt die Gesellschaft ihre Anlagen sowohl linear als auch degressiv ab. Ein Wechsel von der degressiven zur linearen Methode erfolgt, wenn dadurch eine höhere Abschreibung entsteht. Der Rückgang des Sachanlagevermögens dürfte daher zumindest wesentlich durch planmäßige Abschreibungen geprägt sein. Angaben über größere Anlagenverkäufe enthält der vorliegende Abschluss nicht.
Auch die immateriellen Vermögensgegenstände gingen von rund 305.500 Euro auf 268.800 Euro zurück. Gegenläufig entwickelten sich dagegen die Finanzanlagen. Diese erhöhten sich von rund 707.700 Euro auf 827.700 Euro, ein Zuwachs um 120.000 Euro beziehungsweise knapp 17 Prozent.
Auffällig ist vor allem die Struktur des Umlaufvermögens. Insgesamt werden Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände von rund 5,30 Millionen Euro ausgewiesen. Davon entfallen allein 4,49 Millionen Euro auf Forderungen gegen Gesellschafter. Zu Jahresbeginn hatten diese noch bei 3,70 Millionen Euro gelegen. Die Forderungen gegenüber den Gesellschaftern erhöhten sich damit innerhalb eines Jahres um rund 789.000 Euro beziehungsweise gut 21 Prozent.
Damit stecken inzwischen rund 20 Prozent des gesamten bilanzierten Vermögens der Gesellschaft in Forderungen gegenüber Gesellschaftern. Bezogen auf sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände machen die Gesellschafterforderungen sogar rund 85 Prozent aus. Für die Beurteilung der Bilanz ist deshalb nicht nur die operative Entwicklung des Windparks relevant, sondern auch die Werthaltigkeit und Rückführung dieser Forderungen. Der veröffentlichte Anhang macht allerdings keine näheren Angaben dazu, warum die Forderungen entstanden sind oder wann sie zurückgezahlt werden sollen.
Die unmittelbar verfügbare Liquidität ging dagegen zurück. Die Bank- und sonstigen liquiden Guthaben sanken von 2,46 Millionen Euro auf 1,94 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang um rund 526.000 Euro beziehungsweise 21 Prozent. Insgesamt verringerte sich das Umlaufvermögen von 7,70 Millionen auf 7,23 Millionen Euro.
Positiv fällt auf der Finanzierungsseite der deutliche Rückgang der Verbindlichkeiten auf. Diese reduzierten sich von 19,89 Millionen Euro auf 17,79 Millionen Euro. Damit wurden per saldo rund 2,10 Millionen Euro beziehungsweise 10,6 Prozent an Verpflichtungen abgebaut.
Allerdings hat sich gleichzeitig die Laufzeitenstruktur deutlich verändert. Die innerhalb eines Jahres fälligen Verbindlichkeiten stiegen von rund 396.000 Euro auf 2,03 Millionen Euro. Damit haben sich die kurzfristigen Verpflichtungen mehr als verfünffacht. Ende 2025 liegen sie geringfügig über den ausgewiesenen liquiden Mitteln von 1,94 Millionen Euro. Hinzu kommen allerdings kurzfristige Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände.
Der überwiegende Teil der Verschuldung bleibt langfristig. Insgesamt weist die Gesellschaft 15,76 Millionen Euro Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr aus. Davon haben 6,37 Millionen Euro eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren. Der Anhang weist für das Vorjahr bei den Verbindlichkeiten über fünf Jahre noch null Euro aus. Die Finanzierung wurde damit offenbar erheblich längerfristig strukturiert.
Bei den Vergleichszahlen gibt es allerdings eine Auffälligkeit: In der Bilanz werden für den 1. Januar 2025 insgesamt 19,89 Millionen Euro Verbindlichkeiten ausgewiesen, davon 395.958 Euro mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr und 1,78 Millionen Euro mit mehr als einem Jahr. Diese beiden Laufzeitangaben ergeben zusammen nicht den Gesamtbetrag der ausgewiesenen Verbindlichkeiten. Die vorgelegten Daten lassen diese Differenz nicht erklären. Für eine weitergehende Interpretation der Veränderung der Laufzeitenstruktur wäre daher Vorsicht angebracht.
Das Eigenkapital blieb mit 3,82 Millionen Euro nahezu unverändert. Die Kapitalanteile der Kommanditisten liegen unverändert bei 3,816 Millionen Euro. Lediglich der zuvor mit 5.717 Euro ausgewiesene Kapitalanteil des persönlich haftenden Gesellschafters ist weggefallen. Stattdessen erscheint auf der Aktivseite nun ein nicht durch Vermögenseinlagen gedeckter Verlustanteil des persönlich haftenden Gesellschafters von 1.413 Euro.
Durch den Schuldenabbau und die gesunkene Bilanzsumme hat sich die rechnerische Eigenkapitalquote leicht verbessert. Sie stieg von rund 15,8 Prozent auf 17,3 Prozent. Die Gesellschaft bleibt damit zwar deutlich fremdfinanziert, die Kapitalrelation hat sich 2025 aber etwas verbessert. Auf jeden Euro Eigenkapital entfallen noch rund 4,66 Euro Verbindlichkeiten, gegenüber etwa 5,2 Euro zu Jahresbeginn.
Die Rückstellungen erhöhten sich moderat von rund 471.000 Euro auf 501.000 Euro. Gleichzeitig stiegen die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten von rund 174.000 Euro auf 214.000 Euro.
Über die operative Ertragslage lässt sich aus den veröffentlichten Daten dagegen nur wenig sagen. Eine detaillierte Gewinn- und Verlustrechnung mit Stromerlösen, laufenden Betriebskosten, Abschreibungen, Zinsaufwendungen und Jahresergebnis ist in den vorliegenden Angaben nicht enthalten. Deshalb kann aus der Bilanz allein nicht beurteilt werden, wie profitabel der Windpark 2025 gearbeitet hat und welche laufenden Cashflows zur Bedienung der Verbindlichkeiten zur Verfügung stehen.
Insgesamt zeigt der Abschluss eine Gesellschaft, die ihre Verbindlichkeiten deutlich zurückgeführt und ihre Eigenkapitalquote leicht verbessert hat. Gleichzeitig sinkt der Buchwert der Windenergieanlagen, die liquiden Mittel nehmen ab und die kurzfristigen Verpflichtungen steigen erheblich. Besonders ins Auge fallen jedoch die auf 4,49 Millionen Euro angewachsenen Forderungen gegenüber Gesellschaftern. Sie stellen inzwischen einen wesentlichen Teil des Vermögens der Gesellschaft dar und sind daher für die wirtschaftliche Beurteilung des Windparks von erheblicher Bedeutung.
Der Jahresabschluss der Windpark Schafflundfeld GmbH & Co. KG wurde am 29. Juni 2026 festgestellt und am 14. August 2026 veröffentlicht.