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Windpark mit Licht und Schatten: Wie attraktiv ist die Lacuna Windpark Feilitzsch GmbH & Co. KG noch für Anleger?

geralt (CC0), Pixabay

Der veröffentlichte Jahresabschluss 2025 der Lacuna Windpark Feilitzsch GmbH & Co. KG zeigt ein gemischtes Bild. Positiv hervorzuheben sind die weiterhin stabile Bilanz, der deutliche Schuldenabbau und eine hohe technische Verfügbarkeit der Windenergieanlagen. Gleichzeitig offenbart das Geschäftsjahr aber auch die Abhängigkeit des Fonds von den Windverhältnissen und die Grenzen des Geschäftsmodells eines alternden Windparks.

Ertrag bricht wegen Windflaute deutlich ein

Der größte Belastungsfaktor war 2025 das außergewöhnlich schwache Windjahr. Nach Angaben der Geschäftsführung erreichte der Windpark lediglich rund 83 Prozent der prognostizierten Stromproduktion. Die Einspeisung lag fast 17 Prozent unter der Prospektprognose.

Die Folgen spiegeln sich unmittelbar im Ergebnis wider:

  • Betriebsergebnis: minus 50,8 Prozent
  • Gewinn vor Steuern: minus 53,5 Prozent
  • Jahresüberschuss: Rückgang von rund 352.000 Euro auf 166.000 Euro.

Aus Anlegersicht zeigt dies erneut, dass selbst technisch gut funktionierende Windparks erhebliche Ertragsschwankungen allein aufgrund der Wetterbedingungen erleben können.

Positiv: Technisch läuft der Windpark nahezu störungsfrei

Ein wesentlicher Pluspunkt ist die technische Qualität des Parks.

Die Anlagen erreichten eine Verfügbarkeit von 99,3 Prozent und lagen damit sogar über der vom Hersteller garantierten Quote von 97 Prozent. Wartungen wurden planmäßig durchgeführt, größere technische Probleme traten nicht auf.

Für Anleger bedeutet dies:

Der Gewinneinbruch ist nicht auf Managementfehler oder technische Defekte zurückzuführen, sondern nahezu ausschließlich auf das geringe Windaufkommen.

Finanzierung entwickelt sich erfreulich

Sehr positiv entwickelt sich die Finanzierungsseite.

Die Bankdarlehen wurden innerhalb eines Jahres von rund 2,09 Millionen Euro auf 1,16 Millionen Euro reduziert – ein Schuldenabbau von rund 45 Prozent. Gleichzeitig bleibt das vorgeschriebene Reservekonto vollständig gefüllt.

Auch die Eigenkapitalquote steigt dadurch auf rund 67 Prozent, was für einen Windpark dieser Altersklasse eine komfortable Kapitalstruktur darstellt.

Gerade in Zeiten steigender Finanzierungskosten verschafft dies dem Unternehmen eine deutlich höhere Stabilität.

Ausschüttungen bleiben möglich

Trotz des deutlich geringeren Jahresüberschusses erhielten die Gesellschafter auch 2025 eine Auszahlung von 2,5 Prozent des Kommanditkapitals.

Dies spricht dafür, dass ausreichend Liquidität vorhanden ist.

Allerdings sollten Anleger beachten:

Eine Ausschüttung ist nicht automatisch ein Beleg für hohe Ertragskraft. Sie kann auch aus vorhandener Liquidität erfolgen. Entscheidend bleibt deshalb die nachhaltige Ertragsentwicklung in den kommenden Jahren.

Gute Perspektiven – aber mehrere Unsicherheiten

Für 2026 erwartet die Geschäftsführung wieder deutlich bessere Zahlen.

Geplant sind:

  • Umsätze von rund 1,81 Millionen Euro
  • Jahresüberschuss von etwa 378.000 Euro.

Diese Prognose basiert allerdings auf einem Normalwindjahr.

Damit bleibt der wichtigste Unsicherheitsfaktor bestehen:

Niemand kann garantieren, dass die Windverhältnisse tatsächlich wieder durchschnittlich ausfallen.

Chancen

Der Lagebericht nennt mehrere Faktoren, die künftig unterstützend wirken könnten:

  • steigende Marktwerte für Windstrom,
  • höhere Mindestvergütung durch den neuen Direktvermarkter,
  • günstige Anschlussfinanzierung bis zum Ende der Kreditlaufzeit,
  • fortschreitender Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland.

Diese Punkte verbessern grundsätzlich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Risiken bleiben bestehen

Ebenso offen benennt die Gesellschaft mehrere Risiken:

  • wetterbedingte Ertragsschwankungen,
  • mögliche steigende Wartungskosten nach Auslaufen des Enercon-Vollwartungsvertrags 2027,
  • regulatorische Änderungen im EEG,
  • Rückbauverpflichtungen am Ende der Laufzeit,
  • geopolitische Unsicherheiten mit möglichen Auswirkungen auf Kosten und Lieferketten.

Gerade der Wartungsvertrag dürfte für Anleger künftig besonders interessant werden. Ob anschließend vergleichbar günstige Konditionen erzielt werden können, ist derzeit offen.

Kritisches Fazit aus Anlegersicht

Der Jahresabschluss vermittelt insgesamt ein solides Bild eines bereits etablierten Windparks.

Positiv sind der konsequente Schuldenabbau, die hohe technische Verfügbarkeit, die stabile Liquiditätslage und die weiterhin möglichen Ausschüttungen. Diese Faktoren sprechen für eine grundsätzlich robuste wirtschaftliche Basis.

Kritisch ist jedoch die starke Abhängigkeit vom Windangebot. Das Geschäftsjahr 2025 zeigt eindrucksvoll, wie schnell ein wetterbedingt schwaches Jahr den Gewinn halbieren kann. Anleger müssen daher akzeptieren, dass die Erträge eines Windparks auch bei einwandfreiem technischen Betrieb erheblich schwanken können. Hinzu kommen mittelfristig offene Fragen zur Wartung nach 2027 sowie zu den Rückbaukosten am Ende der Betriebsphase.

Gesamtbewertung: Die Lacuna Windpark Feilitzsch GmbH & Co. KG präsentiert sich finanziell stabil und konservativ finanziert. Für Bestandsanleger wirkt das Unternehmen weiterhin solide. Wer allerdings konstante oder planbare Renditen erwartet, sollte sich bewusst sein, dass der wirtschaftliche Erfolg eines Windparks weiterhin maßgeblich vom Wetter und den regulatorischen Rahmenbedingungen abhängt.

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