Erneut sorgen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg für einen Großeinsatz in Bayern. Im Pfuhler Ried in Neu-Ulm sind bei Sondierungsarbeiten fünf US-amerikanische Splitterbomben entdeckt worden. Die rund 126 Kilogramm schweren Sprengkörper müssen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen entschärft werden. Für Anwohner und Pendler bedeutet dies umfangreiche Evakuierungen sowie erhebliche Einschränkungen im Straßen- und Bahnverkehr.
Nach Angaben der Stadt richten die Behörden einen weiträumigen Sicherheitsbereich ein. Bereits Stunden vor Beginn der eigentlichen Entschärfung dürfen die Fundstellen im Umkreis von 500 Metern nicht mehr betreten oder befahren werden. Am Abend werden die betroffenen Wohngebiete evakuiert, bevor Spezialisten des Sprengkommandos München mit der Bergung und Entschärfung der Bomben beginnen.
Von den Maßnahmen ist auch die Verkehrsinfrastruktur betroffen. Die Bundesstraße B10 wird während des Einsatzes vollständig gesperrt. Gleichzeitig wird der Zugverkehr auf der wichtigen Bahnstrecke zwischen Ulm und Augsburg zeitweise eingestellt. Reisende und Autofahrer müssen sich auf Verspätungen und weiträumige Umleitungen einstellen. Erst nach Abschluss der Entschärfung und einer abschließenden Sicherheitskontrolle sollen die Sperrungen wieder aufgehoben werden.
Die aktuellen Funde sind kein Einzelfall. Bereits Mitte Juli waren im selben Gebiet zwei Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg erfolgreich entschärft worden. Dass nun erneut mehrere Blindgänger entdeckt wurden, verdeutlicht, wie stark einzelne Regionen noch immer mit den Hinterlassenschaften des Krieges belastet sind.
Nach Schätzungen von Experten liegen bundesweit noch immer zehntausende Blindgänger im Boden. Besonders in ehemaligen Industrie- und Bahnanlagen sowie entlang früherer militärischer Ziele werden bei Bauarbeiten regelmäßig Kampfmittel entdeckt. Vor jedem größeren Bauprojekt erfolgen deshalb aufwendige Kampfmittelsondierungen, um Gefahren für Bauarbeiter und Bevölkerung auszuschließen.
Die Entschärfung solcher Bomben zählt zu den anspruchsvollsten Aufgaben der Kampfmittelbeseitigung. Je nach Zustand der Zünder kann bereits eine geringe Erschütterung ausreichen, um eine Explosion auszulösen. Deshalb arbeiten die Spezialisten unter höchsten Sicherheitsstandards und entscheiden im Einzelfall, ob eine Entschärfung möglich ist oder eine kontrollierte Sprengung erforderlich wird.
Die Stadt Neu-Ulm appelliert an alle Bürgerinnen und Bürger, den Evakuierungs- und Sperrbereich konsequent zu meiden und den Anweisungen der Einsatzkräfte Folge zu leisten. Nur wenn die Sicherheitsmaßnahmen vollständig eingehalten werden, kann die Bergung der Blindgänger ohne Gefahr für Anwohner und Einsatzkräfte durchgeführt werden.