Der PrivatFonds: Kontrolliert pro von Union Investment blickt auf ein insgesamt erfolgreiches Geschäftsjahr 2025/2026 zurück. Der global ausgerichtete Multi-Asset-Fonds verfolgt das Ziel, Wertschwankungen zu kontrollieren und langfristig eine Rendite oberhalb des Geldmarktniveaus zu erzielen. Dafür kann das Management flexibel zwischen Aktien, Anleihen, Investmentfonds, Rohstoffen, Liquidität und Derivaten wechseln.
Aus Anlegersicht überzeugt vor allem die Wertentwicklung von 11,77 % nach BVI-Methode im Berichtszeitraum. Wesentliche Gewinnbeiträge kamen aus US-amerikanischen Aktienfonds und Derivategeschäften, wobei Derivate gleichzeitig auch für die größten realisierten Verluste verantwortlich waren. Der Anteilwert erhöhte sich von 183,52 Euro auf 201,48 Euro. Das Fondsvermögen stieg zugleich von rund 2,43 Mrd. Euro auf 2,71 Mrd. Euro. Dabei verzeichnete der Fonds einen positiven Nettomittelzufluss von rund 42,6 Mio. Euro, sodass das Wachstum überwiegend auf das positive Anlageergebnis zurückzuführen war.
Das Portfolio ist breit diversifiziert. Rund 80 % des Fondsvermögens wurden über Investmentfonds angelegt, darunter Aktien-, Renten-, Misch- und Rohstofffonds. Zum Bilanzstichtag entfielen insgesamt 79,78 % auf Investmentanteile, 11,82 % auf verzinsliche Wertpapiere, 4,50 % auf Zertifikate und 4,65 % auf Bankguthaben. Der Marktwert der Derivatepositionen lag netto bei -0,96 %. Diese breite Aufstellung reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Anlageklassen und ermöglicht dem Management eine flexible Reaktion auf unterschiedliche Marktphasen.
Kritischer fällt die Betrachtung der Kostenstruktur aus. Die Gesamtkostenquote betrug im Geschäftsjahr 2,36 % und lag damit auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Zusätzlich fiel eine erfolgsabhängige Vergütung von 1,02 % des durchschnittlichen Nettoinventarwertes beziehungsweise rund 26,7 Mio. Euro an. Gerade für langfristig orientierte Anleger ist dies ein wesentlicher Punkt, da hohe laufende Kosten einen erheblichen Teil der langfristigen Rendite aufzehren können. Positiv ist dagegen, dass aktuell weder Ausgabeaufschlag noch Rücknahmegebühr ausgewiesen werden; die reguläre Verwaltungsvergütung beträgt 1,55 % jährlich.
Auch das Ergebnis zeigt, wie stark der Fonds von Kapitalmarktgewinnen abhängig ist. Den laufenden Erträgen von rund 27,2 Mio. Euro standen Aufwendungen von rund 43,6 Mio. Euro gegenüber, sodass der ordentliche Nettoertrag mit rund -16,5 Mio. Euro negativ ausfiel. Das positive Gesamtergebnis von rund 283,5 Mio. Euro resultierte somit wesentlich aus realisierten und nicht realisierten Kursgewinnen. Für Anleger bedeutet dies, dass die starke Jahresperformance nicht mit einer entsprechend hohen laufenden Ertragskraft gleichgesetzt werden sollte.
Zu den wesentlichen Risiken zählen Marktpreis-, Zins-, Bonitäts-, Währungs- und Kontrahentenrisiken. Hinzu kommt der umfangreiche Einsatz von Derivaten. Das durch Derivate erzeugte zugrunde liegende Exposure belief sich auf rund 5,6 Mrd. Euro und lag damit deutlich über dem Nettofondsvermögen, was die Komplexität der Anlagestrategie unterstreicht. Dies bedeutet nicht automatisch ein entsprechend hohes Verlustrisiko, da Derivate auch zur Absicherung eingesetzt werden, macht den Fonds für Anleger jedoch weniger transparent als einen einfachen Aktien- oder Anleihefonds.
Für einkommensorientierte Anleger ist außerdem die Ausschüttung interessant. Für das Geschäftsjahr wurde eine Barausschüttung von 4,53 Euro je Anteil beziehungsweise insgesamt rund 61 Mio. Euro ausgewiesen.
Fazit: Der PrivatFonds: Kontrolliert pro hat im Geschäftsjahr 2025/2026 mit einer Rendite von 11,77 % ein überzeugendes Ergebnis erzielt und profitiert von einer sehr breiten, flexibel steuerbaren Multi-Asset-Strategie. Positiv sind zudem das gestiegene Fondsvermögen, die internationale Diversifikation und die Möglichkeit, Risiken über unterschiedliche Anlageklassen und Derivate zu steuern. Dem stehen jedoch eine hohe Gesamtkostenquote, eine zusätzliche erfolgsabhängige Vergütung und eine komplexe Fondsstruktur gegenüber. Aus Anlegersicht erscheint der Fonds daher vor allem für Investoren interessant, die eine aktiv gesteuerte und breit diversifizierte Komplettlösung suchen und bereit sind, dafür relativ hohe Gebühren zu akzeptieren. Kostenbewusste Anleger sollten dagegen prüfen, ob sich eine vergleichbare Risiko-Rendite-Struktur langfristig auch mit günstigeren Anlageprodukten erreichen lässt.