Der PrivatFonds: Kontrolliert von Union Investment blickt auf ein insgesamt erfolgreiches Geschäftsjahr 2025/2026 zurück. Der global ausgerichtete Multi-Asset-Fonds verfolgt das Ziel, durch eine flexible Mischung verschiedener Anlageklassen die Wertschwankungen zu begrenzen und gleichzeitig langfristig eine angemessene Rendite zu erzielen. Als Renditeziel dient der 3-Monats-Euribor zuzüglich 1,25 Prozentpunkten. Dabei kann das Management flexibel in Wertpapiere, Geldmarktinstrumente, Bankguthaben und Investmentfonds investieren sowie Derivate zur Anlage und Absicherung einsetzen.
Die Wertentwicklung im Berichtsjahr fällt positiv aus. Zwischen dem 1. April 2025 und dem 31. März 2026 erzielte der Fonds nach BVI-Methode einen Wertzuwachs von 6,64 %. Der Anteilwert erhöhte sich von 134,41 Euro auf 140,77 Euro. Zusätzlich wurden 3,15 Euro je Anteil ausgeschüttet. Der längerfristige Vergleich zeigt ebenfalls eine positive Entwicklung: Der Anteilwert lag Ende März 2023 noch bei 120,14 Euro, 2024 bei 132,39 Euro und 2025 bei 134,41 Euro.
Die Portfolioaufstellung ist breit diversifiziert, wobei der Fonds überwiegend über andere Investmentfonds investiert. Zum Geschäftsjahresende entfielen rund 86 % des Vermögens auf Investmentfonds, darunter etwa 44 % auf Rentenfonds, 35 % auf Aktienfonds und 5 % auf Mischfonds. Die Rentenseite ist vor allem europäisch ausgerichtet, während bei den Aktienfonds Nordamerika eine wichtige Rolle spielt. Damit verbindet der Fonds defensive Rentenkomponenten mit den höheren Renditechancen der internationalen Aktienmärkte.
Positiv zu bewerten ist auch die Qualität des Rentenportfolios. Das durchschnittliche Rating lag bei A, die Duration bei fünf Jahren und vier Monaten und die durchschnittliche Rendite der Rentenanlagen bei 4,16 %. Damit verfügt die Rentenseite grundsätzlich über eine solide Bonitätsstruktur, bleibt aufgrund der mittleren Duration jedoch gegenüber Veränderungen des allgemeinen Zinsniveaus empfindlich.
Ein Anleger sollte insbesondere die Währungs- und Marktrisiken beachten. Rund 22 % des Fondsvermögens waren zum Geschäftsjahresende in Fremdwährungen investiert, davon allein 21 % im US-Dollar. Neben Aktienkurs- und Zinsänderungsrisiken bestehen damit relevante Wechselkursrisiken. Hinzu kommen Risiken aus den gehaltenen Zielfonds sowie aus dem Einsatz von Derivaten und mögliche Emittenten- und Kontrahentenausfälle.
Aus Anlegersicht fällt zudem auf, dass trotz der positiven Performance Netto-Mittelabflüsse von rund 377 Mio. Euro zu verzeichnen waren. Den Mittelzuflüssen von rund 973 Mio. Euro standen Anteilsrücknahmen von rund 1,35 Mrd. Euro gegenüber. Das Fondsvermögen erhöhte sich dennoch von rund 15,19 Mrd. Euro auf 15,53 Mrd. Euro, weil das positive Geschäftsjahresergebnis die Abflüsse mehr als kompensierte.
Der wichtigste Kritikpunkt ist die Kostenbelastung. Die Gesamtkostenquote betrug im Berichtsjahr 1,81 %, wobei Transaktionskosten darin noch nicht enthalten sind. Zusätzlich fiel eine erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von 0,44 % des durchschnittlichen Nettoinventarwertes beziehungsweise knapp 68 Mio. Euro an. Gerade für einen Fonds, dessen Konzept auf einer kontrollierten Multi-Asset-Strategie basiert, stellt diese Kostenhöhe eine erhebliche Hürde dar: Das Management muss dauerhaft entsprechende Mehrerträge erwirtschaften, um den Kostennachteil gegenüber günstigeren Anlagealternativen auszugleichen.
Fazit aus Anlegersicht: Der PrivatFonds: Kontrolliert lieferte 2025/2026 mit 6,64 % eine überzeugende Wertentwicklung und bietet durch seine breite internationale Streuung über Aktien, Anleihen und weitere Anlageklassen eine ausgewogene Struktur. Die gute Bonität der Rentenanlagen und die flexible Vermögensaufteilung sprechen für das Konzept. Dem stehen jedoch eine hohe Kostenquote, eine zusätzliche erfolgsabhängige Vergütung, Fremdwährungs- und Derivaterisiken sowie deutliche Netto-Mittelabflüsse gegenüber.
Für Anleger, die eine aktiv gesteuerte und breit diversifizierte Multi-Asset-Lösung mit kontrollierterem Schwankungsverhalten suchen, kann der Fonds grundsätzlich interessant sein. Kostenbewusste Anleger sollten jedoch kritisch prüfen, ob die aktive Steuerung langfristig genügend Mehrwert bietet, um die vergleichsweise hohe laufende Kostenbelastung zu rechtfertigen. Das Berichtsjahr fällt insgesamt positiv aus, für eine langfristige Anlageentscheidung sollte aber insbesondere die Entwicklung der Rendite nach Kosten im Vergleich zu günstigeren Multi-Asset- oder ETF-Lösungen beobachtet werden.