Der Empowerment Fonds konnte im Geschäftsjahr 2025/2026 insgesamt ein erfolgreiches Ergebnis erzielen. Aus Sicht eines Anlegers zeigt sich ein Fonds, der auf eine breit diversifizierte Vermögensstruktur setzt und von der positiven Entwicklung der Kapitalmärkte profitieren konnte. Gleichzeitig weist der Bericht einige Aspekte auf, die kritisch betrachtet werden sollten.
Positive Aspekte
Der Fonds erzielte im Berichtsjahr einen deutlichen Wertzuwachs. Der Anteilwert der Anteilklasse B stieg von 127,07 Euro auf 139,45 Euro (+9,7 %), die Anteilklasse I von 120,02 Euro auf 132,45 Euro (+10,4 %). Damit setzte sich die positive Entwicklung der vergangenen Jahre fort.
Besonders positiv ist die breite Diversifikation des Portfolios. Rund 81 % des Fondsvermögens sind in Investmentfonds investiert, ergänzt durch etwa 13 % Edelmetall- und Kryptowährungszertifikate sowie knapp 6 % Liquidität. Dadurch werden verschiedene Anlageklassen miteinander kombiniert, was langfristig zur Risikostreuung beiträgt.
Das Fondsmanagement nahm während des Jahres nur geringe Anpassungen vor und hielt an seiner langfristigen Strategie fest. Größere Umschichtungen wurden vermieden, stattdessen erfolgte lediglich ein Rebalancing sowie die Ergänzung einzelner Anlageklassen wie Palladium. Dies spricht für eine disziplinierte und langfristig ausgerichtete Investmentstrategie.
Positiv hervorzuheben ist außerdem, dass das Fondsvermögen insgesamt auf über 31,7 Mio. Euro anwuchs. Insbesondere die institutionelle Anteilklasse verzeichnete hohe Mittelzuflüsse, was auf ein gestiegenes Vertrauen professioneller Investoren schließen lässt.
Kritische Punkte
Aus Anlegersicht fällt vor allem die vergleichsweise hohe Kostenbelastung auf. Die Total Expense Ratio (TER) beträgt 2,76 % für die Anteilklasse B und 2,17 % für die Anteilklasse I. Hinzu kommt ein möglicher Ausgabeaufschlag von 5 %. Im Vergleich zu vielen kostengünstigen ETF-Lösungen ist dies relativ hoch und schmälert langfristig die Rendite.
Ein weiterer Aspekt ist das erhöhte Risikoprofil. Der Fonds investiert neben klassischen Aktien- und Rentenfonds auch in Bitcoin-, Ethereum-, Gold-, Silber- und Palladium-Zertifikate. Diese Anlagen bieten zwar zusätzliche Renditechancen, unterliegen jedoch deutlich stärkeren Kursschwankungen als traditionelle Wertpapiere.
Auch geopolitische Risiken werden im Bericht ausdrücklich erwähnt. Kriege, Handelskonflikte sowie Unsicherheiten an den Rohstoff- und Kapitalmärkten könnten die zukünftige Wertentwicklung erheblich beeinflussen. Das Management weist selbst darauf hin, dass weiterhin mit einer erhöhten Volatilität zu rechnen ist.
Darüber hinaus berücksichtigt der Fonds keine Nachhaltigkeitskriterien nach der EU-Offenlegungsverordnung (Artikel 6 SFDR). Für Anleger, die Wert auf nachhaltige Investments legen, stellt dies einen Nachteil dar.
Gesamtbewertung aus Anlegersicht
Der Empowerment Fonds präsentiert sich als aktiv gemanagter internationaler Mischfonds mit einer breiten Diversifikation über verschiedene Anlageklassen hinweg. Die Wertentwicklung des Geschäftsjahres war überzeugend und bestätigt die erfolgreiche Umsetzung der langfristigen Anlagestrategie.
Dem stehen jedoch eine vergleichsweise hohe Kostenquote sowie ein erhöhtes Risikoprofil durch Rohstoff- und Kryptowährungsinvestments gegenüber. Für risikobewusste Anleger mit einem langfristigen Anlagehorizont kann der Fonds dennoch interessant sein, insbesondere wenn eine aktive Vermögensverwaltung gegenüber passiven Indexfonds bevorzugt wird. Kostenorientierte Anleger oder Investoren mit starkem Nachhaltigkeitsfokus dürften hingegen günstigere beziehungsweise nachhaltigere Alternativen finden.
Fazit: Der Jahresbericht vermittelt insgesamt ein positives Bild eines wachstumsorientierten Mischfonds mit solider Performance und breiter Streuung. Die langfristigen Erfolgsaussichten erscheinen grundsätzlich gut, allerdings sollten Anleger die hohen laufenden Kosten und das überdurchschnittliche Marktrisiko bei ihrer Anlageentscheidung berücksichtigen.