Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht 2025 ein gemischtes Bild. Positiv ist, dass der Fonds nach schwachen Vorjahren wieder eine leicht positive Wertentwicklung erzielte: Anteilklasse I +1,87 %, P +1,27 % und T +1,26 %. Damit gelang eine Stabilisierung, jedoch keine überzeugende Outperformance. Der Bericht selbst nennt den MSCI World Health Care in Euro mit +1,2 %, sodass der Fonds ungefähr im Sektorrahmen lag.
Kritisch fällt der deutliche Rückgang des Fondsvermögens auf: von 7,94 Mio. EUR Ende 2024 auf 4,73 Mio. EUR Ende 2025. Das entspricht rund 40 % weniger Volumen. Hauptgrund waren erhebliche Mittelabflüsse, besonders in den Anteilklassen I und P. Für Anleger ist das relevant, weil ein kleiner werdender Fonds höhere Kostenbelastung, geringere Skaleneffekte und potenziell eingeschränkte Zukunftsfähigkeit bedeuten kann.
Die Portfoliostruktur ist klar fokussiert: Der Fonds ist nahezu vollständig in Aktien investiert, mit 100,98 % Aktienquote und sogar leicht negativem Bankguthaben. Regional liegt der Schwerpunkt außerhalb der EU/EWR mit 62,47 %, was vor allem US- und Schweizer Gesundheitswerte einschließt. Das erhöht die globale Diversifikation, bringt aber auch Währungsrisiken mit sich.
Inhaltlich verfolgt der Fonds einen aktiven Healthcare-Ansatz ohne Biotechnologie-Schwerpunkt. Die größten positiven Beiträge kamen unter anderem von Galderma, Ambea, BrightSpring, Sandoz und Fresenius. Schwach entwickelten sich Gerresheimer, Redcare Pharmacy, Novo Nordisk und DocMorris. Das zeigt: Trotz defensivem Gesundheitssektor ist das Portfolio keineswegs risikoarm, insbesondere wegen Nebenwerten, Spezialwerten und regulatorischer Unsicherheiten.
Ein klarer Belastungsfaktor sind die Kosten. Die laufenden Kosten liegen bei 2,13 % für Anteilklasse I und 2,74 % für P und T. Für einen Fonds, der 2025 nur gut 1 % bis knapp 2 % Rendite erzielte, ist diese Kostenquote hoch. Besonders Privatanleger in P und T müssen beachten, dass ein erheblicher Teil der Bruttorendite durch Gebühren aufgezehrt wird.
ESG-seitig ist der Fonds als Artikel-8-Produkt eingestuft. Er bewirbt ökologische und soziale Merkmale, tätigt aber keine nachhaltigen Investitionen im engeren Sinne und weist 0 % Taxonomiequote aus. Die Ausschlusskriterien wurden eingehalten, dennoch sollte die Nachhaltigkeitsqualität nicht überschätzt werden.
Das Prüfungsurteil von PwC ist positiv und enthält keine wesentlichen Einwendungen. Formal wirkt der Bericht solide. Aus Investorensicht bleibt aber entscheidend, ob das Fondsmanagement künftig nach Kosten eine attraktive Mehrrendite erzielen kann und ob die Mittelabflüsse gestoppt werden.
Fazit: Der Fonds eignet sich für Anleger, die gezielt in einen aktiv gemanagten, globalen Healthcare-Aktienfonds mit ESG-Merkmalen investieren möchten. Die leichte Erholung 2025 ist positiv, reicht aber noch nicht für ein starkes Anlageurteil. Hohe Kosten, stark gesunkenes Fondsvolumen und begrenzte Ausschüttungsfähigkeit sprechen für Zurückhaltung. Bestehende Anleger können den Fonds weiter beobachten; Neuanleger sollten ihn nur wählen, wenn sie vom aktiven Management und der speziellen Healthcare-Selektion überzeugt sind.