Dark Mode Light Mode

Europäische Facebook-Alternative gestartet: eYou setzt auf Datenschutz und Faktenchecks

NoName_13 (CC0), Pixabay

Ein neues soziales Netzwerk aus Europa will den großen US-Plattformen Konkurrenz machen: eYou ist offiziell gestartet und steht ab sofort allen Nutzerinnen und Nutzern offen. Die Plattform wirbt mit mehr Datenschutz, transparenteren Algorithmen und integrierten Faktenchecks – und positioniert sich damit bewusst als europäische Alternative zu Netzwerken wie Meta Platforms mit seinem Dienst Facebook.

Gerade in Europa wächst seit Jahren die Kritik an großen sozialen Plattformen, insbesondere bei Themen wie Datensammlung, Desinformation und Jugendschutz. Genau hier möchte eYou ansetzen.

Start nach monatelanger Vorbereitungsphase

Nach einer längeren Test- und Wartelistenphase beginnt für eYou nun der öffentliche Betrieb. Nach Angaben des Unternehmens nutzen bereits rund 50.000 registrierte Personen die Plattform. Die meisten frühen Nutzer stammen aus Rumänien, daneben gibt es größere Gruppen aus Schweden und den USA.

Aktuell ist das Netzwerk ausschließlich als Smartphone-App verfügbar:

  • für iOS
  • für Android

Eine Browser- oder Desktop-Version existiert derzeit offenbar noch nicht. Wer eYou ausprobieren möchte, muss daher bislang auf ein mobiles Gerät zurückgreifen.

Plattform setzt auf europäische Datenschutzstandards

Im Mittelpunkt des neuen Netzwerks stehen Themen, die viele Nutzer bei etablierten Plattformen zunehmend kritisch sehen: persönliche Daten, algorithmische Kontrolle und Falschinformationen.

eYou betont, Nutzerdaten innerhalb Europas zu speichern und sich konsequent an die Vorgaben der europäischen DSGVO zu halten.

Außerdem sollen Nutzer stärker nachvollziehen können, warum bestimmte Inhalte im persönlichen Feed erscheinen. Während große Netzwerke ihre Empfehlungsalgorithmen häufig geheim halten, verspricht eYou mehr Transparenz und mehr Einflussmöglichkeiten auf die angezeigten Inhalte.

Kampf gegen Fake News als zentrales Ziel

Besonders deutlich grenzt sich die Plattform beim Thema Desinformation von vielen Konkurrenten ab.

Nach Angaben des Unternehmens fühlen sich viele Menschen durch soziale Netzwerke zunehmend manipuliert oder mit Falschinformationen konfrontiert. eYou will deshalb verstärkt auf Faktenchecks und gemeinschaftliche Einordnung von Inhalten setzen.

Das Konzept erinnert teilweise an Community-basierte Prüfmechanismen:

  • Nutzer können Quellen ergänzen
  • Aussagen können bestätigt oder hinterfragt werden
  • Inhalte sollen transparenter eingeordnet werden
  • Fehlinformationen sollen schneller sichtbar werden

Damit versucht die Plattform einen Mittelweg zwischen Meinungsfreiheit und Inhaltskontrolle zu finden – ein Thema, das international immer kontroverser diskutiert wird.

Gründer mit starkem Osteuropa-Bezug

Hinter eYou stehen die französischen Unternehmer Jasseem Allybokus und Grégoire Vigroux. Beide leben seit Jahren in Rumänien.

Der offizielle Start der Plattform wurde deshalb auch in Bukarest gefeiert. Der Firmensitz befindet sich jedoch in Zagreb.

Kann eYou wirklich Facebook Konkurrenz machen?

Ob eYou tatsächlich zu einer ernsthaften europäischen Alternative zu Facebook werden kann, bleibt offen.

Neue soziale Netzwerke stehen grundsätzlich vor einem großen Problem: Menschen bleiben meist dort aktiv, wo bereits Freunde, Familienmitglieder, Medien und Unternehmen präsent sind. Dieser Netzwerkeffekt macht den Einstieg für neue Plattformen besonders schwierig.

Hinzu kommt die starke Konkurrenz durch etablierte Anbieter wie:

  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • X

Europa sucht digitale Alternativen

Der Start von eYou zeigt jedoch auch einen größeren Trend: In Europa wächst der Wunsch nach digitalen Plattformen, die stärker europäischen Regeln und Datenschutzstandards folgen.

Vor allem seit den Debatten über:

  • Datensammlung
  • politische Manipulation
  • Hassrede
  • algorithmische Beeinflussung
  • Jugendschutz

wird verstärkt über europäische Alternativen zu US-Technologiekonzernen diskutiert.

Ob eYou langfristig erfolgreich sein wird, dürfte letztlich davon abhängen, ob es gelingt, genügend aktive Nutzer und relevante Inhalte aufzubauen – denn selbst die beste Datenschutzstrategie ersetzt am Ende nicht die soziale Dynamik eines lebendigen Netzwerks.

View Comments (2) View Comments (2)
  1. Aha, man legt angeblich Wert auf Datenschutz, die APP ist aber nicht auf FDROID verfügbar und noch viel schlimmer, nutzt die Play Integrity API, die sehr wenig mit Sicherheit, nichts mit Datenschutz, aber sehr viel mit Monopolimus und Anhängig von BigTech zu tun hat! Well done …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

DYGA GROUP GmbH: Vorläufige Insolvenzverwaltung mit Fortführungsanordnung

Next Post

Insolvenzen am 06.05.2026: Bau, Technik und Dienstleistungen prägen das Bild