Aus Anlegersicht fällt der Jahresbericht überwiegend positiv, aber nicht risikofrei aus. Der Fonds erzielte 2025 eine sehr starke Wertentwicklung: +24,30 % in Anteilklasse P und +24,53 % in Anteilklasse I. Besonders bemerkenswert ist, dass diese Performance laut Bericht trotz einer durchschnittlichen Aktienquote von nur 52,17 % erreicht wurde. Das spricht für ein aktives und im Jahr 2025 erfolgreiches Management.
Die Fondsgröße stieg deutlich von 16,53 Mio. EUR auf 20,89 Mio. EUR. Das Wachstum kam vor allem aus dem positiven Anlageergebnis von 4,13 Mio. EUR, während der Netto-Mittelzufluss mit rund 0,40 Mio. EUR eher moderat war. Auffällig ist die unterschiedliche Entwicklung der Anteilklassen: In der P-Klasse gab es deutliche Mittelabflüsse, während die I-Klasse kräftige Zuflüsse verzeichnete.
Die Portfolioausrichtung ist klar aktienorientiert, aber weiterhin defensiv geprägt. Zum Jahresende lag die Aktienquote bei 68,82 %, hinzu kamen 5,19 % Xetra-Gold sowie hohe liquide Mittel und Termingelder von rund 27,72 %. Diese Liquiditätsreserve kann Chancen in Korrekturen eröffnen, bremst aber in stark steigenden Märkten potenziell die Rendite.
Die größten Performancebeiträge kamen laut Bericht aus Gold, Goldminen, Energie und Technologie. Gleichzeitig entstehen hier Klumpenrisiken: Besonders auffällig sind die hohen Positionen in DPM Metals, AngloGold Ashanti, Cameco, Lundin Gold und Xetra-Gold. Der Fonds ist damit stark von Rohstoffen, Edelmetallen und einzelnen Sektorthemen abhängig.
Kritisch zu sehen sind die Kosten. Die Gesamtkostenquote beträgt 1,94 % für Anteilklasse P und 1,49 % für Anteilklasse I, jeweils ohne Transaktionskosten. Zusätzlich fiel eine erfolgsabhängige Vergütung an. Gerade bei der I-Klasse ist die erfolgsabhängige Vergütung mit 1,76 % des durchschnittlichen Nettoinventarwerts hoch. Anleger sollten prüfen, ob die langfristige Mehrrendite diese Kosten rechtfertigt.
Positiv ist der geprüfte Jahresbericht: KPMG erteilte ein uneingeschränktes Prüfungsurteil. Ebenfalls positiv ist, dass zum Stichtag kein Derivate-Exposure bestand, obwohl Derivate im Jahresverlauf zur Steuerung eingesetzt wurden.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Obwohl der Fonds im Namen und in der Strategie nachhaltige Werte betont, handelt es sich regulatorisch um ein Artikel-6-Produkt. Er bewirbt also keine ökologischen oder sozialen Merkmale nach Artikel 8 und verfolgt kein nachhaltiges Anlageziel nach Artikel 9. Für Anleger mit ESG-Fokus ist das ein relevanter Hinweis.
Fazit: Der Zindstein Werte-Sammler lieferte 2025 eine sehr starke Leistung und überzeugte durch aktives Risikomanagement, insbesondere während der Marktkorrektur im April. Für risikobewusste Anleger ist der Fonds interessant, wenn sie eine flexible, antizyklische Aktienstrategie mit Rohstoff- und Goldbeimischung suchen. Gleichzeitig sollten Anleger die hohen Kosten, die starke Abhängigkeit von einzelnen Sektoren und die begrenzte ESG-Einstufung kritisch berücksichtigen.
Zindstein Werte-Sammler 2025: Starke Rendite, aber mit Klumpenrisiken und hohen Kosten
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