Ein Werbeversprechen, das vielen Konsumenten bekannt vorkommt, ist nun offiziell gestoppt worden: Die britische Werbeaufsicht Advertising Standards Authority hat eine Kampagne für ein Anti-Aging-Serum als irreführend eingestuft und verboten.
„Bis zu fünf Jahre jünger“ – nicht belegbar
Im Mittelpunkt steht ein Produkt des Konzerns Beiersdorf, konkret das „Eucerin Hyaluron-Filler Epigenetic Serum“. In der Werbung wurde behauptet, Nutzer könnten damit „bis zu fünf Jahre jünger aussehen“ – angeblich „klinisch bewiesen“.
Doch genau diese Aussage konnte das Unternehmen nicht ausreichend belegen.
Studie überzeugt die Aufsicht nicht
Die Werbeaussage basierte auf einer Untersuchung mit 160 Teilnehmern, die das Produkt vier Wochen lang nutzten. Anschließend sollten sie selbst einschätzen, wie viel jünger sie aussahen.
Für die Aufsichtsbehörde ein klares Problem:
- keine Kontrollgruppe
- subjektive Selbsteinschätzung statt objektiver Messung
- unklare Auswahl der Teilnehmer
Zusätzlich wurde kritisiert, dass die Studie unter anderen klimatischen Bedingungen durchgeführt wurde – Ergebnisse seien daher nicht ohne Weiteres auf den britischen Markt übertragbar.
Weitere Belege ebenfalls fragwürdig
Auch zusätzliche Studien, die der Hersteller vorlegte, konnten die Zweifel nicht ausräumen. Teilweise handelte es sich um unveröffentlichte Untersuchungen, deren Aussagekraft nicht überprüfbar war.
Eine wissenschaftlich begutachtete Studie bezog sich zudem lediglich auf einen Inhaltsstoff – nicht auf das konkrete Produkt.
Klare Entscheidung: Werbung verboten
Die Folge: Die Werbung wurde als irreführend eingestuft und darf in dieser Form nicht mehr verwendet werden. Das betroffene Plakat ist bereits aus dem Verkehr gezogen.
Grundsatzproblem der Kosmetikbranche
Der Fall ist kein Einzelfall. Gerade im Bereich Anti-Aging bewegen sich viele Werbeaussagen im Grenzbereich zwischen wissenschaftlicher Grundlage und Marketingversprechen.
Experten betonen, dass Hautalterung ein komplexer Prozess ist, der sich nicht durch ein einzelnes Produkt um mehrere Jahre „zurückdrehen“ lässt. Faktoren wie Lebensstil, Ernährung und genetische Veranlagung spielen eine entscheidende Rolle.
Fazit
Die Entscheidung der Werbeaufsicht ist ein deutliches Signal an die Branche:
Große Versprechen brauchen belastbare Belege.
Für Verbraucher bedeutet das: Skepsis bleibt angebracht – vor allem bei scheinbar spektakulären Anti-Aging-Versprechen.