Die Nachricht kommt für viele überraschend: Die Ankaufsplattform Cleverbuy ist insolvent und hat ihren Betrieb abrupt eingestellt. Auf der Website des Unternehmens ist nur noch eine knappe Mitteilung zu finden. Für Kundinnen und Kunden bedeutet das vor allem eines – Unsicherheit. Denn viele Fragen sind aktuell offen: Was passiert mit bereits eingesendeten Geräten? Gibt es noch Geld? Und an wen kann man sich wenden?
Fest steht: Cleverbuy nimmt keine Waren mehr an. Wer noch ein Paket vorbereitet hat, sollte es auf keinen Fall mehr verschicken. Laut Unternehmen werden Sendungen nicht mehr angenommen, auch ein Weiterverkauf findet nicht mehr statt. Damit ist das Geschäftsmodell praktisch über Nacht zum Erliegen gekommen.
Als Grund nennt Cleverbuy finanzielle Schwierigkeiten. Infolge dieser Probleme wurde ein Insolvenzantrag gestellt. Besonders brisant: Für viele Kunden geht es jetzt um bereits laufende Verkäufe. Geräte, die schon eingeschickt wurden, könnten sich nun im Einflussbereich des Insolvenzverfahrens befinden – ebenso wie offene Auszahlungen.
Das Unternehmen selbst gibt sich in seiner Mitteilung zurückhaltend. Man wolle gemeinsam mit einem noch zu benennenden Insolvenzverwalter Lösungen erarbeiten, um die Forderungen der Gläubiger möglichst zu erfüllen. Was das konkret für einzelne Kunden bedeutet, bleibt jedoch unklar. Erfahrungsgemäß müssen Betroffene im Insolvenzfall oft Geduld mitbringen – und im schlimmsten Fall auch finanzielle Einbußen hinnehmen.
Besonders bitter: Offenbar gab es noch Hoffnung auf eine Rettung. Cleverbuy bestätigt, dass Gespräche mit der DIS-CONNECT GmbH geführt wurden. Diese hatte Interesse an der Marke sowie an Teilen des Geschäfts. Doch die Verhandlungen scheiterten. Damit ist eine kurzfristige Fortführung oder Übernahme vom Tisch.
Für Verbraucher stellt sich nun vor allem die Frage: Was tun? Experten raten, sämtliche Unterlagen zu sichern – darunter Versandbelege, E-Mails und Vertragsdetails. Sobald ein Insolvenzverwalter bestellt ist, sollten Forderungen offiziell angemeldet werden. Wer noch Ware besitzt, sollte alternative Plattformen in Betracht ziehen.
Der Fall Cleverbuy zeigt einmal mehr, wie schnell sich die Lage bei Online-Plattformen ändern kann. Für viele Kunden kommt das Aus zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt – und die Hoffnung auf eine vollständige Erstattung dürfte in vielen Fällen gering sein.