Der Jahresabschluss 2024 der 131. WestWind Windpark GmbH & Co. KG zeigt ein sehr ähnliches Bild wie andere WestWind-Projektgesellschaften: planmäßiger Werteverzehr, moderater Schuldenabbau, aber eine insgesamt stark fremdfinanzierte Struktur mit begrenztem Eigenkapitalpolster. Für Anleger bedeutet das: solide Routine – aber wenig Spielraum für Überraschungen.
Bilanzsumme: Rückgang im Rahmen
Die Bilanzsumme sinkt von 4,36 Mio. Euro auf 3,93 Mio. Euro. Das entspricht einem Rückgang um rund 439.000 Euro. Der Hauptgrund liegt im Anlagevermögen: Die Sachanlagen gehen von 3,39 Mio. Euro auf 3,03 Mio. Euro zurück – ein typischer Abschreibungsverlauf bei einem laufenden Windpark.
Immaterielle Vermögensgegenstände sinken leicht, Finanzanlagen bleiben unverändert und sind mit 1.801 Euro vernachlässigbar.
Umlaufvermögen: weniger Liquidität, geringere Gesellschafterverflechtung
Das Umlaufvermögen reduziert sich leicht. Besonders auffällig ist, dass die Forderungen gegen Gesellschafter im Vorjahr noch bei rund 384.000 Euro lagen und 2024 praktisch nicht mehr ins Gewicht fallen. Das ist positiv: Interne Forderungen wurden offenbar bereinigt oder zurückgeführt.
Allerdings sinkt auch der Kassenbestand von rund 311.000 Euro auf 211.000 Euro. Die Gesellschaft verfügt damit über eine eher schlanke Liquiditätsreserve. Bei kurzfristigen Verbindlichkeiten von rund 365.000 Euro ist das kein üppiger Puffer.
Eigenkapital: nominell stabil, real begrenzt
Das Eigenkapital beträgt unverändert 450.000 Euro. Das nominelle Kommanditkapital liegt bei 1,5 Mio. Euro, davon sind 1,05 Mio. Euro nicht eingefordert. Effektiv stehen also weiterhin nur 450.000 Euro als tatsächlich eingezahltes Kapital zur Verfügung.
Bei einer Bilanzsumme von knapp 4 Mio. Euro ergibt sich eine Eigenkapitalquote von etwa 11 bis 12 Prozent. Das ist für ein stark kreditfinanziertes Windparkprojekt nicht ungewöhnlich – aber auch kein komfortabler Puffer.
Es wird kein Bilanzgewinn ausgewiesen. Das bedeutet, dass auf Gesellschaftsebene kein zusätzlicher Eigenkapitalaufbau erfolgt.
Rückstellungen: deutlicher Rückgang
Die Rückstellungen sinken von rund 126.000 Euro auf 28.000 Euro. Wie bei vergleichbaren Gesellschaften bleibt unklar, welche konkreten Verpflichtungen weggefallen oder neu bewertet wurden. Ein Rückgang verbessert zwar die Kennzahlen, reduziert aber zugleich den bilanziellen Vorsorgepuffer.
Verschuldung: weiterhin hoch und stark besichert
Die Verbindlichkeiten sinken von 3,66 Mio. Euro auf 3,33 Mio. Euro. Positiv ist der leichte Abbau sowohl im langfristigen als auch im kurzfristigen Bereich.
Die Laufzeitenstruktur:
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kurzfristig: 365.373 Euro
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langfristig: 2.966.486 Euro
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davon über 5 Jahre: 1.641.379 Euro
Das ist eine grundsätzlich typische Projektfinanzierungsstruktur.
Wichtig ist jedoch der Sicherheitenumfang: Verbindlichkeiten in Höhe von 3,30 Mio. Euro sind durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert. Das bedeutet faktisch, dass nahezu die gesamte Kreditbasis besichert ist. Im Krisenfall hätten die Kreditgeber einen sehr starken Zugriff auf die Vermögenswerte.
Hinzu kommt eine Bankbürgschaft über 149.000 Euro zur Absicherung des Rückbaus. Auch hierfür besteht ein Rückgriffsrecht der Bank, gesichert durch ein Pfandrecht auf die Anlage. Die Rückbauverpflichtung ist damit wirtschaftlich vollständig abgesichert, aber auch klar kapitalbindend.
Latente Steuern: geringe Bedeutung
Aktive latente Steuern (1.814 Euro) und passive latente Steuern (115.435 Euro) bewegen sich auf einem Niveau, das die Gesamtstruktur kaum beeinflusst.
Kein Personal – reine Projektgesellschaft
Die Gesellschaft beschäftigt keine Mitarbeiter. Wie bei vielen Windpark-SPVs werden Betrieb und Verwaltung extern organisiert. Das macht die Struktur schlank, erhöht aber die Abhängigkeit von Wartungs- und Managementverträgen.
Gesamtbewertung aus Anlegersicht
Stärken
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Planmäßiger Schuldenabbau
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Deutlich reduzierte Forderungen gegen Gesellschafter
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Klare und transparente Bewertungsmethoden
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Keine auffälligen Bewertungswechsel
Kritische Punkte
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Geringes real eingezahltes Eigenkapital
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Hoher Sicherheitenumfang zugunsten der Banken
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Rückstellungen deutlich reduziert
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Liquiditätspuffer relativ schmal
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Keine Erhöhung des Eigenkapitals durch Ergebnisthesaurierung sichtbar
Fazit
Die 131. WestWind Windpark GmbH & Co. KG wirkt 2024 bilanziell stabil und technisch im Normalbetrieb. Die Schulden werden moderat reduziert, interne Forderungen sind weitgehend abgebaut. Das spricht für eine gewisse finanzielle Ordnung.
Gleichzeitig bleibt die Gesellschaft stark fremdfinanziert, mit dünnem Eigenkapitalpuffer und umfassend besicherten Krediten. Für Anleger bedeutet das: Solange Windaufkommen und Erlöse planmäßig laufen, erscheint die Struktur tragfähig. Spielraum für längere Ertragsschwächen oder unerwartete Belastungen ist jedoch begrenzt.