Das internationale Ansehen der Vereinigten Staaten hat in Österreich deutlich gelitten. Laut einer aktuellen Umfrage bewerten viele Österreicherinnen und Österreicher das Bild der USA heute deutlich negativer als noch vor einem Jahr. Als zentraler Grund wird dabei die Rückkehr von US-Präsident Donald Trump ins Weiße Haus genannt.
Die Erhebung wurde vom Meinungsforschungsinstitut Marketagent im Auftrag der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft (ÖAG) durchgeführt. Zwischen Ende Januar und Anfang Februar wurden 500 Personen im Alter von 14 bis 75 Jahren online befragt. Nach Angaben der Auftraggeber gilt die Stichprobe als repräsentativ für die österreichische Bevölkerung.
Deutlich schlechteres Bild der USA
Die Ergebnisse der Umfrage zeichnen ein klares Bild: Für 72,6 Prozent der Befragten hat sich das Image der Vereinigten Staaten in den vergangenen zwölf Monaten verschlechtert. Nur noch 9,6 Prozent der Teilnehmer geben an, derzeit ein positives Bild von den USA zu haben.
Damit zeigt sich eine deutliche Verschiebung in der öffentlichen Wahrnehmung eines Landes, das lange Zeit als politischer und wirtschaftlicher Partner Europas galt.
Trump als zentraler Faktor
Als wichtigste Ursache für die negative Entwicklung nennen viele Befragte den politischen Kurs von Präsident Donald Trump. Rund 68 Prozent sehen in seinem erneuten Amtsantritt den Hauptgrund für die Verschlechterung des amerikanischen Images.
Auch die möglichen Folgen seiner Politik werden von vielen kritisch beurteilt. Etwa vier Fünftel der Teilnehmer gehen davon aus, dass Trumps Rückkehr ins Weiße Haus negative Auswirkungen haben könnte – nicht nur für die Europäische Union, sondern auch für Österreich, die internationale Politik und sogar für die Vereinigten Staaten selbst.
Sorge um transatlantische Beziehungen
Die Ergebnisse der Umfrage spiegeln auch eine wachsende Unsicherheit über die Zukunft der transatlantischen Beziehungen wider. Europa und die USA sind seit Jahrzehnten eng miteinander verbunden – wirtschaftlich, politisch und sicherheitspolitisch.
Vor diesem Hintergrund betont die Österreichisch-Amerikanische Gesellschaft die Bedeutung eines kontinuierlichen Dialogs zwischen beiden Seiten. ÖAG-Präsident Philipp Bodzenta und Generalsekretär Rainer Newald erklärten, der Auftrag der Organisation, Brücken zwischen Österreich und den USA zu bauen, sei gerade in schwierigen politischen Zeiten besonders wichtig.
Dialog soll Spannungen abfedern
Die Gesellschaft sieht ihre Rolle darin, trotz politischer Differenzen den Austausch zwischen beiden Ländern zu fördern. Gerade in Phasen politischer Spannungen sei es entscheidend, gemeinsame Interessen zu erkennen und die Zusammenarbeit weiterzuentwickeln.
Die Umfrageergebnisse zeigen jedoch, dass das Vertrauen vieler Menschen in Österreich gegenüber den Vereinigten Staaten derzeit spürbar erschüttert ist. Wie sich diese Wahrnehmung in den kommenden Jahren entwickeln wird, dürfte stark davon abhängen, wie sich die politische Zusammenarbeit zwischen Europa und der US-Regierung gestaltet.