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Russland verschärft Vorgehen gegen WhatsApp und treibt staatliche Messenger-App voran

Russland hat offenbar versucht, den beliebten Messenger-Dienst WhatsApp im eigenen Land vollständig zu blockieren. Nach Angaben des Unternehmens soll der Schritt Teil einer umfassenderen Strategie des Kremls sein, internationale Kommunikationsplattformen einzuschränken und stattdessen eine staatlich entwickelte Alternative zu etablieren. Mehr als 100 Millionen Nutzerinnen und Nutzer in Russland könnten davon betroffen sein.

WhatsApp, das zum US-Konzern Meta gehört, erklärte, die Maßnahme ziele darauf ab, Menschen in Russland in eine „staatlich kontrollierte Überwachungs-App“ zu drängen. Das Unternehmen kritisierte das Vorgehen scharf. Die Isolation von Millionen Menschen von privater und sicherer Kommunikation sei ein Rückschritt und gefährde die digitale Sicherheit der Bevölkerung. Man werde weiterhin alles daransetzen, die Verbindung für die Nutzer aufrechtzuerhalten.

Die russische Kommunikationsaufsicht Roskomnadsor hatte WhatsApp wiederholt aufgefordert, sich an nationale Gesetze zu halten. Dazu gehört unter anderem die Verpflichtung, Daten russischer Nutzer auf Servern innerhalb des Landes zu speichern. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass könnte WhatsApp bis spätestens 2026 dauerhaft gesperrt werden. Russische Offizielle begründen mögliche harte Maßnahmen damit, dass Meta bereits 2022 als „extremistische Organisation“ eingestuft wurde. Infolgedessen sind Facebook und Instagram in Russland blockiert und nur noch über Umwege wie VPN-Dienste erreichbar.

Parallel dazu geht die Regierung auch gegen den Messenger Telegram vor. Behörden werfen dem Dienst unzureichende Sicherheitsstandards vor. Telegram wird in Russland ähnlich intensiv genutzt wie WhatsApp. Pavel Durov, der in Russland geborene Gründer von Telegram, erklärte, die Einschränkungen dienten in erster Linie dazu, Bürger zur Nutzung einer staatlichen Plattform zu zwingen, die politische Zensur und Überwachung ermögliche.

Im Zentrum der staatlichen Strategie steht die App „Max“, eine von Russland entwickelte Kommunikationsplattform. Sie wird häufig mit Chinas WeChat verglichen, da sie Messaging-Dienste mit staatlichen Serviceangeboten kombiniert. Anders als WhatsApp bietet Max jedoch keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Seit 2025 ist vorgeschrieben, dass die App auf allen neu verkauften Geräten vorinstalliert sein muss. Beschäftigte im öffentlichen Dienst, Lehrkräfte und Studierende sind verpflichtet, sie zu nutzen.

Kritiker sehen darin einen weiteren Schritt hin zu einer stärkeren Kontrolle des digitalen Raums. Ähnliche Versuche, internationale Plattformen zu verbieten und durch staatliche Alternativen zu ersetzen, gab es auch im Iran. Dort gelang es der Bevölkerung jedoch immer wieder, technische Sperren zu umgehen.

Die Entwicklung in Russland verdeutlicht die zunehmende Fragmentierung des Internets. Während die Regierung ihre Souveränität im digitalen Raum betont, warnen Unternehmen und Bürgerrechtsorganisationen vor einem Verlust an Privatsphäre und Meinungsfreiheit.

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