Russland lehnt Verhandlungen mit der politischen Führung der Europäischen Union ab und hat diese in ungewöhnlich scharfer Form kritisiert. Kremlsprecher Dmitri Peskow bezeichnete führende EU-Vertreter im russischen Staatsfernsehen als „ungebildet“ und „inkompetent“. Ihnen fehle es an strategischem Denken und einem Verständnis für die aktuellen geopolitischen Realitäten, sagte Peskow.
Besonders deutlich wandte sich der Kreml gegen die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas. Mit ihr werde Moskau „niemals irgendetwas besprechen“, erklärte Peskow. Auch die USA würden nach seiner Darstellung kein Interesse an Gesprächen mit Kallas haben. Russland werde vielmehr abwarten, bis sie ihr Amt verlasse.
Peskow warf der EU vor, sich aus einer angeblichen Abhängigkeit von russischen Energieimporten gelöst zu haben, um sich stattdessen politisch und wirtschaftlich stärker an die Vereinigten Staaten zu binden. Dies habe die internationalen Beziehungen weiter destabilisiert.
Hintergrund der verbalen Angriffe ist die anhaltende Unterstützung der Europäischen Union für die Ukraine. Russland hatte das Nachbarland im Februar 2022 angegriffen. Trotz militärischer Erfolge konnte Moskau seine zentralen Kriegsziele bislang nicht vollständig durchsetzen – auch aufgrund westlicher Militär- und Finanzhilfen für Kiew.
Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump hat sich die Rolle Washingtons verändert. Trump sieht die USA nicht mehr als direkte Unterstützer der Ukraine, sondern als Vermittler im Konflikt. Russland nutzt diese Verschiebung offenbar, um die EU politisch zu marginalisieren und aus möglichen diplomatischen Prozessen herauszuhalten.