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Klage gegen Schulbezirk Los Angeles: Streit um jahrzehntealte Desegregationspolitik

Eine konservative Organisation hat Klage gegen den Los Angeles Unified School District (LAUSD) eingereicht und wirft dem zweitgrößten Schulbezirk der USA vor, weiße Schülerinnen und Schüler systematisch zu benachteiligen. Im Zentrum des Rechtsstreits steht eine seit den 1970er-Jahren bestehende Desegregationspolitik, die Schulen mit überwiegend nicht-weißer Schülerschaft besondere Fördermaßnahmen zuspricht.

Die Klage wurde am 20. Januar vor dem US-Bezirksgericht für den Central District of California eingereicht. Kläger ist die 1776 Project Foundation, die argumentiert, dass sogenannte „non-PHBAO“-Schulen schlechter gestellt würden. PHBAO steht für „Predominantly Hispanic, Black, Asian or Other Non-Anglo“. Als PHBAO gilt eine Schule, wenn mehr als 70 Prozent der Schülerschaft diesen Gruppen angehören.

Nach Angaben des Schulbezirks geht diese Einstufung auf gerichtliche Anordnungen aus den 1970er-Jahren zurück. Damals hatte ein Richter festgestellt, dass der LAUSD Schulen systematisch segregiert betrieb, und eine umfassende Desegregationsstrategie angeordnet. Ziel der Programme war es, die Folgen rassistischer Trennung zu mildern, darunter geringere schulische Leistungen, eingeschränkter Zugang zu weiterführender Bildung und soziale Spannungen.

Die aktuellen Fördermaßnahmen für PHBAO-Schulen umfassen unter anderem kleinere Klassen, zusätzliche Lehr- und Beratungskräfte sowie Vorteile bei der Bewerbung für Magnetschulen. Laut Klage profitieren mehr als 600 Schulen von diesem Status, während weniger als 100 Schulen nicht als PHBAO gelten. Die Kläger sehen darin eine „rassistisch motivierte Bevorzugung“, die gegen geltendes Antidiskriminierungsrecht verstoße.

Der Schulbezirk selbst äußerte sich zurückhaltend. Aufgrund des laufenden Verfahrens könne man keine Details kommentieren, betonte jedoch, man sei weiterhin entschlossen, allen Schülerinnen und Schülern einen gleichberechtigten Zugang zu Bildungsangeboten zu ermöglichen.

Der Rechtsstreit fällt in eine politisch aufgeladene Zeit. Die Debatte um Diversity, Equity and Inclusion (DEI) prägt seit Jahren die US-Bildungspolitik. Unter Präsident Donald Trump wurden zahlreiche Maßnahmen gegen DEI-Programme eingeleitet, darunter auch Anordnungen an Bundesstaaten und Schulbezirke, entsprechende Initiativen einzustellen. Mehrere dieser Schritte wurden jedoch gerichtlich angefochten oder vorläufig gestoppt.

Bildungsexperten weisen darauf hin, dass trotz jahrzehntelanger Integrationsbemühungen viele US-Schulen weiterhin stark nach ethnischen und sozialen Kriterien getrennt sind. Studien der Stanford Graduate School of Education zeigen, dass auch große Bezirke wie Los Angeles zu den am stärksten segregierten zählen.

Die Klage könnte weitreichende Folgen haben: Sollte das Gericht der Argumentation der Kläger folgen, stünde nicht nur die Desegregationspolitik in Los Angeles, sondern auch vergleichbare Programme in anderen Schulbezirken auf dem Prüfstand. Damit berührt der Fall eine zentrale Frage der amerikanischen Bildungspolitik: Wie lässt sich Chancengleichheit fördern, ohne neue Formen der Benachteiligung zu schaffen?

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