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Warum Emmanuel Macron in Davos eine Sonnenbrille trug

Beim Weltwirtschaftsforum in Davos sorgte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron dieser Tage für Aufmerksamkeit – und das nicht nur wegen seiner klaren Worte zur internationalen Politik. Während seiner Rede am Dienstag fiel vielen Beobachtern vor allem ein ungewöhnliches Detail ins Auge: Macron trug eine auffällige, blau verspiegelte Aviator-Sonnenbrille – und das in einem geschlossenen Konferenzsaal.

Inhaltlich sparte der französische Staatschef nicht mit deutlicher Kritik. Er wies die Drohung des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump zurück, Zölle gegen acht europäische Länder zu verhängen, die sich Trumps Plänen zu einer Übernahme Grönlands widersetzen. Macron warnte eindringlich vor einer Welt, in der internationales Recht missachtet werde, Autokratien erstarkten und wirtschaftliche Macht als politisches Druckmittel eingesetzt werde. Besonders problematisch sei dies, wenn Zölle zur Infragestellung territorialer Souveränität genutzt würden.

Doch fast ebenso viel Gesprächsstoff wie seine Rede lieferte Macrons Erscheinungsbild. Warum also trug er drinnen eine Sonnenbrille? Eine offizielle Erklärung gab es während seines Auftritts nicht. Französische Medien berichten jedoch, dass gesundheitliche Gründe dahinterstecken. Bereits eine Woche zuvor war Macron bei einem militärischen Termin im Süden Frankreichs mit einem deutlich geröteten Auge aufgetreten und hatte dort ebenfalls zeitweise eine Sonnenbrille getragen.

Der Präsident selbst spielte die Sache herunter. Es handle sich um etwas „völlig Harmloses“ und „vollkommen Unbedeutendes“, sagte er scherzhaft und entschuldigte sich für das „unschöne Aussehen“ seines Auges. Mit einem Augenzwinkern nannte er es sogar „l’œil du tigre“ – das „Auge des Tigers“ – eine Anspielung auf den berühmten Song aus dem Film Rocky III, den er als Zeichen von Entschlossenheit deutete.

Medizinisch soll es sich um eine sogenannte subkonjunktivale Blutung handeln, also ein geplatztes Äderchen im Auge. Diese Erscheinung ist schmerzlos, ungefährlich und beeinträchtigt weder das Sehvermögen noch hinterlässt sie bleibende Schäden. In der Regel verschwindet sie innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst. Ausgelöst werden kann sie unter anderem durch starkes Husten, Niesen oder Reiben des Auges; Menschen mit Bluthochdruck oder Diabetes sind etwas häufiger betroffen.

Sonnenbrillen sind medizinisch nicht notwendig, können aber helfen, Blicke und Spekulationen zu vermeiden. Ein französischer Arzt erklärte, Macron habe sich aus ästhetischen Gründen dafür entschieden, um nicht krank zu wirken und unvorteilhaft fotografiert zu werden. Die Brille schütze eher sein öffentliches Image als sein Auge.

In sozialen Netzwerken löste der Auftritt dennoch Spott und Humor aus. Manche bezeichneten Macron als „kéké“, einen Angeber, andere sahen in ihm einen „Cyborg“ oder verglichen ihn mit Tom Cruise in Top Gun. Fest steht: Die Sonnenbrille hat ihren Zweck erfüllt – sie hat Aufmerksamkeit erzeugt. Und genau diese nutzte Macron, um seine politische Botschaft umso wirkungsvoller zu platzieren.

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