Ein Bundesgericht in der US-Hauptstadt hat einen Mann freigesprochen, der beschuldigt worden war, mit einem Laserpointer auf den Präsidentenhubschrauber Marine One gezielt zu haben. Der Vorfall ereignete sich am 20. September 2025, als sich Präsident Donald Trump an Bord des Hubschraubers befand. Die Jury entschied nach kurzer Beratung, dass die Vorwürfe nicht ausreichend belegt seien.
Der Angeklagte, der 33-jährige Jacob Samuel Winker, stand wegen des Bundesvergehens „Aiming a Laser Pointer at an Aircraft“ vor Gericht. Bei einer Verurteilung hätten ihm bis zu fünf Jahre Haft sowie eine Geldstrafe von bis zu 250.000 US-Dollar gedroht. Am 13. Januar 2026 wurde er jedoch vom U.S. District Court für den District of Columbia in allen Punkten freigesprochen.
Laut Anklage hatte Winker zunächst einen Secret-Service-Beamten mit einem Laser geblendet, der für die Sicherung der Flugroute von Marine One zuständig war. Anschließend soll er den Laser direkt auf den Hubschrauber gerichtet haben, während dieser vom Südrasen des Weißen Hauses abhob. In der Beschwerdeschrift hieß es, sein Verhalten habe ein erhebliches Risiko für Piloten und Passagiere dargestellt, da Laser sogenannte Blitzblindheit und Desorientierung auslösen können.
Der festnehmende Beamte beschrieb Winker als auffällig: Er sei oberkörperfrei gewesen, habe laut gesprochen und scheinbar mit sich selbst geredet. Nach seiner Festnahme habe er wiederholt geäußert, er wolle sich bei Donald Trump entschuldigen. Die Ermittler werteten dies zunächst als weiteres Indiz für die Gefährlichkeit der Situation.
Die Verteidiger von Winker, Alexis Gardner und Ubong Akpan, erklärten nach dem Urteil, die Jury habe nur 35 Minuten beraten. Das schnelle Urteil zeige, dass ihr Mandant kein Verbrechen begangen habe. In einer Stellungnahme kritisierten sie zudem den Einsatz staatlicher Ressourcen gegen einen obdachlosen Mann, dessen angebliche „Waffe“ lediglich ein Katzen-Spielzeug-Schlüsselanhänger mit Laserfunktion gewesen sei.
Der Fall wirft dennoch ein Schlaglicht auf ein reales Sicherheitsproblem. Nach Angaben der US-Luftfahrtbehörde FAA wurden allein im Jahr 2024 mehr als 12.000 Laserangriffe auf Flugzeuge gemeldet. Solche Vorfälle können Piloten kurzfristig außer Gefecht setzen und im schlimmsten Fall zu schweren Unfällen führen.
Während Winker freigesprochen wurde, laufen in anderen Bundesstaaten weiterhin Verfahren wegen ähnlicher Vorwürfe. Die Behörden betonen daher, dass das Richten von Lasern auf Fluggeräte grundsätzlich eine ernsthafte Gefahr darstellt – auch wenn Gerichte im Einzelfall anders entscheiden können.