Ermittler sind bundesweit gegen mutmaßliche Schleuser von Arbeitskräften und Schwarzarbeit vorgegangen. Bei einer groß angelegten Razzia durchsuchten mehr als 1.000 Einsatzkräfte Nagelstudios sowie Wohn- und Geschäftsräume in mehreren Bundesländern, darunter Bayern, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Hessen und Niedersachsen.
Beteiligt waren Bundespolizei, Zoll, Steuerfahndung und Staatsanwaltschaft. Insgesamt wurden 49 Objekte durchsucht und mehrere Haftbefehle vollstreckt. Im Zentrum der Ermittlungen steht ein 56-jähriger Mann aus Düsseldorf. Ihm wird vorgeworfen, über Jahre hinweg ein Netzwerk von Nagelstudios betrieben und dabei vietnamesische Arbeitskräfte ohne gültige Aufenthaltserlaubnis beschäftigt zu haben.
Nach Angaben der Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung Organisierter Straftaten in Nordrhein-Westfalen (ZeOS NRW) soll der Beschuldigte seit rund 16 Jahren Studios unter anderem in Düsseldorf, Köln, Dortmund, Stuttgart und im Landkreis Darmstadt-Dieburg geführt haben. Neben ihm wurden zwei mutmaßliche Leiterinnen von Nagelstudios im Alter von 36 und 44 Jahren festgenommen.
Die Ermittler gehen von einem Schaden für Steuer- und Sozialkassen in Höhe von mehr als sieben Millionen Euro aus. Gegen weitere 24 Beschuldigte wird noch ermittelt. Die Behörden sprechen von einem umfangreichen Schlag gegen organisierte Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung.