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Warum Hundebakterien Teenagern guttun – Neue Studie zeigt überraschende Zusammenhänge

947051 (CC0), Pixabay

Eine neue japanische Studie zeigt: Jugendliche, die mit einem Hund aufwachsen, sind psychisch deutlich stabiler als gleichaltrige Teenager ohne tierische Begleiter. Und der entscheidende Faktor steckt nicht im Verhalten des Hundes – sondern in den Bakterien, die er mit ins Haus bringt.

Hunde und die mentale Gesundheit: längst bekannt, jetzt besser verstanden

Seit Jahren ist belegt, dass Hunde Trost spenden, Stress reduzieren und soziale Fähigkeiten fördern. Besonders bei Kindern und Jugendlichen wirkt sich der Kontakt mit Hunden positiv auf Angstgefühle, Stimmung und soziale Interaktion aus.

Das Forschungsteam um den Veterinärmediziner Takefumi Kikusui von der Azabu-Universität ist nun einen Schritt weiter gegangen: Es hat untersucht, ob diese Effekte auch eine biologische Grundlage im Mikrobiom haben – also in den Mikroorganismen, die unseren Körper besiedeln.

Das Mikrobiom als stiller Vermittler zwischen Hund und Mensch

Hunde verändern das Mikrobiom ihrer Besitzerinnen und Besitzer – das ist bereits aus früheren Forschungsergebnissen bekannt. Über die sogenannte Darm-Hirn-Achse kann diese Veränderung wiederum Einfluss auf Stimmung, Verhalten und Sozialkompetenz haben.

Gerade im Teenageralter, wenn das Gehirn noch reift, können solche mikrobiellen Impulse besonders stark wirken.

Die Studie im Detail

Die Forschenden verglichen:

  • 96 Teenager, die seit Kindheitstagen mit einem Hund lebten

  • 247 Teenager, die nie mit einem Hund im Haushalt aufwuchsen

Zusätzlich wurden die Jugendlichen mit der Child Behavior Checklist (CBCL) auf verschiedene Verhaltensmerkmale wie Ängste, soziale Zurückgezogenheit, Aggression oder Konzentrationsprobleme untersucht.

Ergebnis:
Jugendliche mit Hund zeigten signifikant weniger psychische und soziale Auffälligkeiten.

Und: Obwohl die Artenvielfalt des Speichel-Mikrobioms in beiden Gruppen ähnlich war, fanden sich bei Jugendlichen mit Hund vermehrt bestimmte Streptococcus-Bakterien, die typischerweise auch bei Hunden vorkommen.

Kikusui und sein Team vermuten, dass diese Bakterien das mentale Wohlbefinden positiv beeinflussen könnten.

Mäuseexperiment liefert weiteren Beweis

Um diese These zu stützen, übertrugen die Forschenden das Mikrobiom aus den Speichelproben der „Hundeteens“ auf Mäuse.
Das Ergebnis:

  • Die Mäuse wurden sozialer,

  • halfen eher anderen Mäusen und

  • zeigten größeres Interesse an Artgenossen.

Damit erhielten die Wissenschaftler ein weiteres Indiz dafür, dass bestimmte Mikroorganismen eine psychisch stabilisierende Wirkung haben könnten.

Was bedeutet das für den Menschen?

Die Studie legt nahe:

  • Das Aufwachsen mit einem Hund wirkt nicht nur emotional,

  • sondern auch biologisch – über gemeinsame Mikroorganismen, die das Sozialverhalten und die Psyche stärken.

Für die Forschung eröffnet sich ein ganz neues Feld: Kann man bestimmte Bakterien künftig therapeutisch nutzen, um psychische Gesundheit bei Jugendlichen zu fördern?

Für Familien bestätigt die Studie, was Hundebesitzer längst wissen:
Ein vierbeiniger Freund tut gut – sogar auf Mikrobenebene.

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