vergisst aber dann den Verbraucher über Nachfolgendes zu informieren:
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Glanz, der täuscht: The Natural Gem beantragt Insolvenz – und mit ihr der Traum vom Edelstein-Investment
Redaktion | 18. Juli 2025 | 1 Min Lesezeit
Was einst als Investment in ewige Werte angepriesen wurde, endet nun im bürokratischen Grauton des Insolvenzrechts: Die Wiener Edelsteinhandelsfirma The Natural Gem GmbH ist insolvent. Beim Handelsgericht Wien wurde ein entsprechender Antrag gestellt – mit einem Schuldenberg von rund 6,6 Millionen Euro.
Ein Unternehmen, das sich selbst als Marktführer für naturfarbene, unbehandelte Farbedelsteine präsentierte, ist damit offenbar selbst unter die Räder des Kapitalmarkts geraten. Der Umsatz fiel von rund 20 Millionen Euro im Jahr 2022 auf nur noch 12 Millionen in 2023, begleitet von internen Unstimmigkeiten in der Geschäftsführung und einer Personalstruktur, die laut Insolvenzantrag „leistungsbedingt“ rückläufig war.
Besonders bitter: Die Sparkasse Niederösterreich Mitte West sitzt mit über 4 Millionen Euro an Forderungen auf einem sprichwörtlich polierten Scherbenhaufen. Ob hier eher auf Glanz statt auf Substanz gesetzt wurde, dürfte man nun in St. Pölten intensiv analysieren.
Auch ambitionierte Projekte wie der „Natural Gemstone Fund One“, der 2019 als bahnbrechender Farbedelsteinfonds angekündigt wurde, konnten nie wirklich überzeugen. Der Fonds, der einst als Vorzeige-Investment mit Sachwert-Charakter galt, blieb weit hinter den Erwartungen zurück – Anlegerkapital floss nicht wie geplant. Die Erklärung? Ein Kapitalgeber sei „spontan abgesprungen“.
Noch 2023 versuchte The Natural Gem, mit tokenisierten Edelsteinen auf Blockchain-Basis neue Zielgruppen zu erreichen – inklusive prominenter Aushängeschilder und großer Ankündigungen. Der Markterfolg jedoch blieb überschaubar.
Der Vertrieb lief teils über Tippgeberstrukturen, wie sie aus anderen Graubereichen des Finanzvertriebs bekannt sind – keine Finanzberatung, aber Empfehlungen aus dem erweiterten Bekanntenkreis oder Business-Netzwerken. Ob und wie viele Gläubiger aus diesen Strukturen hervorgehen, bleibt noch offen.
Nun soll saniert werden: Gläubigern wird ein Rückzahlungsangebot von 20 Prozent unterbreitet, der operative Betrieb soll laut Insolvenzmeldung „in vollem Umfang“ fortgeführt werden.
Was bleibt, ist eine Mahnung: Edelsteine mögen schön sein, als Investment jedoch bergen sie – insbesondere in undurchsichtigen Strukturen – erhebliche Risiken. Die Insolvenz von The Natural Gem zeigt, dass auch scheinbar „harte Werte“ schnell zerrinnen können – und dass Funkeln allein noch keine Sicherheit bietet.
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