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Bewaffneter Überfall auf Reisebus in Niederbayern – Polizei ermittelt mit Hochdruck

dannoritzer (CC0), Pixabay

In Niederbayern ist es in der Nacht zum Montag zu einem spektakulären und gefährlichen Zwischenfall gekommen: Drei bewaffnete Täter haben auf der A93 einen Reisebus gestoppt und ausgeraubt. Die Polizei spricht von einem gezielten und professionell durchgeführten Überfall, der die Ermittler nun vor eine enorme Herausforderung stellt.

Täuschung durch angebliche Polizeikontrolle

Laut den bisherigen Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden war der Reisebus gegen Mitternacht auf der A93 in Richtung München unterwegs. Auf Höhe einer Ausfahrt hätten die Täter mit blinkenden Lichtern und Signalzeichen den Eindruck erweckt, es handle sich um eine offizielle Verkehrskontrolle. Der Busfahrer folgte daraufhin den vermeintlichen Anweisungen und lenkte das Fahrzeug auf eine Seitenstraße.

Kaum war der Bus zum Stillstand gekommen, sprangen drei Männer aus einem dunklen Kleinbus. Sie trugen dunkle Kleidung, Gesichtsmasken und waren bewaffnet, vermutlich mit Pistolen. Laut Zeugenaussagen forderten sie lautstark alle Insassen auf, Wertsachen, Bargeld und Ausweisdokumente abzugeben. Einige Passagiere berichteten, die Täter hätten mit ihren Waffen gedroht und äußerst aggressiv gewirkt.

Polizist verletzt – große Fahndung eingeleitet

Während des Überfalls blieb es bei einem Schreck, niemand wurde körperlich verletzt, doch die Angst unter den rund 30 Insassen war groß. Der Busfahrer alarmierte unmittelbar nach der Flucht der Täter die Polizei. Mehrere Streifenwagen rückten an, die betroffene Autobahnabfahrt wurde weiträumig abgesperrt.

Noch in derselben Nacht begann eine Großfahndung im Raum Landshut, Kelheim und München. Daran beteiligt waren neben der Kriminalpolizei Deggendorf auch Spezialeinheiten der Bereitschaftspolizei und ein Polizeihubschrauber, der aus der Luft nach dem Fluchtfahrzeug suchte. Der Kleinbus der Täter soll laut Zeugen ein dunkelgraues oder schwarzes Fahrzeug mit ausländischem Kennzeichen gewesen sein.

Ein 28-jähriger Polizeibeamter, der an einer der Sperren eingesetzt war, wurde bei einem Folgeeinsatz leicht verletzt, als er von einem vorbeifahrenden Fahrzeug touchiert wurde. Er kam vorsorglich in ein Krankenhaus, befindet sich aber außer Lebensgefahr.

Ermittler prüfen mögliche Verbindung zu ähnlichen Fällen

Die Ermittler prüfen nun, ob ein Zusammenhang zu früheren Vorfällen besteht. In den vergangenen Monaten war es in Süddeutschland bereits zu mehreren gefälschten Polizeikontrollen gekommen, bei denen Autofahrer gestoppt und ausgeraubt wurden. Auch dort setzten die Täter auf Blaulicht-Attrappen und reflektierende Westen, um seriös zu wirken.

Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Niederbayern erklärte: „Die Vorgehensweise deutet auf eine gut organisierte Tätergruppe hin. Die Männer wussten offenbar genau, wie sie Angst und Gehorsam auslösen konnten.“ Die Ermittler vermuten, dass die Täter gezielt nach Bussen oder Fahrzeugen Ausschau halten, in denen größere Mengen Bargeld oder Wertsachen vermutet werden.

Passagiere unter Schock – psychologische Betreuung angeboten

Viele der betroffenen Fahrgäste mussten nach dem Überfall psychologisch betreut werden. Einige berichteten, sie hätten zunächst geglaubt, es handle sich tatsächlich um eine Polizeikontrolle. Erst als die angeblichen Beamten aggressiv wurden und Waffen zogen, sei klar geworden, dass es sich um einen Überfall handelte.

Der Bus wurde noch in der Nacht von der Kriminalpolizei untersucht, um mögliche Spuren wie Fingerabdrücke oder Reifenspuren zu sichern. Auch Überwachungskameras entlang der Autobahn und an Tankstellen werden derzeit ausgewertet.

Polizei bittet Bevölkerung um Mithilfe

Die Polizei ruft nun Zeugen auf, sich zu melden. Besonders gesucht werden Autofahrer, die in der Nacht zum Montag zwischen 23:30 Uhr und 01:00 Uhr auf der A93 im Bereich Bad Abbach bis Holledau unterwegs waren und verdächtige Fahrzeuge beobachtet haben. Hinweise nimmt die Kripo Deggendorf unter der Telefonnummer 0991 / 3896-0 entgegen.

Ein Sprecher der Polizei betonte: „Solche Taten sind extrem gefährlich, weil sie das Vertrauen in staatliche Institutionen untergraben. Wer auf Autobahnen von Unbekannten mit Blaulicht zum Anhalten aufgefordert wird, sollte zunächst skeptisch sein und im Zweifel den Polizeinotruf 110 wählen, bevor er stoppt.“

Fazit

Der Überfall auf den Reisebus bei Bad Reichenhall sorgt für erhebliche Beunruhigung in der Region. Noch ist unklar, wer hinter der Tat steckt und ob die Täter erneut zuschlagen könnten. Klar ist jedoch: Die Polizei nimmt den Fall sehr ernst – und ermittelt unter Hochdruck, um die Hintergründe dieser dreisten und gefährlichen Tat aufzuklären.

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