Dark Mode Light Mode

Ein Kuss, den man nicht will: Blutsaugende „Kissing Bugs“ breiten sich in den USA aus

congerdesign (CC0), Pixabay

Ein harmlos wirkender Insektenstich kann tödlich enden: Die sogenannte Chagas-Krankheit, übertragen durch die blutsaugenden Kissing Bugs, breitet sich in den Vereinigten Staaten weiter aus. Die Parasiteninfektion galt lange als Problem Lateinamerikas – doch inzwischen wurden Fälle in über 30 US-Bundesstaaten gemeldet.

Was ist die Chagas-Krankheit?

Die Chagas-Krankheit wird durch den Parasiten Trypanosoma cruzi verursacht, der von sogenannten Triatomin-Wanzen (auch Kissing Bugs genannt) übertragen wird. Ihren Spitznamen verdanken sie der Tatsache, dass sie bevorzugt rund um Mund und Augen stechen – also quasi einen „Kuss“ hinterlassen.

Laut der US-amerikanischen Seuchenschutzbehörde CDC ist die Krankheit inzwischen so verbreitet, dass sie als endemisch gilt – also als regelmäßig auftretende Erkrankung in bestimmten Regionen.

Wo kommen die Kissing Bugs in den USA vor?

Laut dem Texas Ecological Laboratory sind die Insekten bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts in vielen US-Staaten heimisch. Insgesamt gibt es in den USA elf Arten dieser Wanzen. Lokale Chagas-Fälle wurden unter anderem in Arizona, Arkansas, Kalifornien, Louisiana, Mississippi, Missouri, Tennessee und Texas gemeldet.

In Lateinamerika – insbesondere in Mexiko, Brasilien und Argentinien – sind über 7 Millionen Menschen von der Krankheit betroffen.

Wie sehen Kissing Bugs aus?

Kissing Bugs erreichen etwa die Größe einer 25-Cent-Münze (Quarter) und haben flache, ovale, dunkelbraune bis schwarze Körper mit roten, orangenen oder gelben Streifen entlang der Ränder. Sie verstecken sich tagsüber in Wandritzen oder Dächern ländlicher und vorstädtischer Häuser und kommen nachts heraus, um Blut von Menschen und Tieren zu saugen.

Seit 2013 wurden an der Texas A&M University fast 10.000 Kissing Bugs gemeldet – mehr als die Hälfte davon war Träger des Chagas-Erregers.

Wie wird die Krankheit übertragen?

Wenn eine Kissing Bug ein infiziertes Tier oder einen Menschen sticht, kann sie den Parasiten aufnehmen. Die Übertragung erfolgt jedoch nicht direkt durch den Stich, sondern über den Kot des Insekts. Wenn man die Einstichstelle kratzt, können die Parasiten durch die Haut oder über Augen und Mund in den Körper gelangen.

Symptome und Behandlung

Die Chagas-Krankheit verläuft in zwei Phasen:

  • Akute Phase: In den ersten Wochen nach der Infektion sind Symptome oft mild oder gar nicht vorhanden. In dieser Phase ist die Krankheit durch antiparasitäre Medikamente heilbar.

  • Chronische Phase: Wenn die Krankheit nicht behandelt wird, kann sie in eine chronische Form übergehen. Dann sind die Parasiten kaum noch zu bekämpfen, und es kann zu schweren Herz- oder Verdauungserkrankungen kommen.

Viele Betroffene merken lange nicht, dass sie infiziert sind, da Symptome oft erst Monate später auftreten.

So erkennt man die Chagas-Krankheit

Ein einfacher Labortest mit einer kleinen Blutprobe kann den Parasiten nachweisen. Eine Impfung gegen Chagas gibt es nicht. Die Behandlung konzentriert sich auf das Abtöten des Parasiten in der akuten Phase sowie auf die Kontrolle der Symptome in der chronischen Phase.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Schüsse auf ABC10-Gebäude nach Protesten gegen „Jimmy Kimmel Live!“-Aus

Next Post

Warum Fast Food nicht mehr billig ist – und was McDonald's dagegen unternimmt