US-Präsident Donald Trump hat am Freitag einen weiteren tödlichen Militärschlag gegen ein mutmaßliches Drogenschmuggler-Schiff in internationalen Gewässern bekannt gegeben. Laut Trump sei das Ziel mit einer als Terrororganisation eingestuften Gruppe verbunden gewesen.
„Auf meinen Befehl hin ordnete der Kriegsminister einen kinetischen Schlag gegen ein mit einer Designierten Terrororganisation verbundenes Schiff an, das im Zuständigkeitsbereich von USSOUTHCOM Drogen schmuggelte“, schrieb Trump auf Truth Social.
Drei „Narkoterroristen“ getötet
Bei dem Angriff sollen drei Männer getötet worden sein, die Trump als „Narkoterroristen“ bezeichnete. Der Angriff erfolgte im Verantwortungsbereich des US Southern Command (Südkommando), zu dem Mittel- und Südamerika sowie die Karibik gehören.
Trump veröffentlichte ein Video des Angriffs, in dem ein kleines Boot auf offener See zu sehen ist, das plötzlich explodiert und eine schwarze Rauchwolke hinterlässt.
Der Präsident betonte zudem, dass keine US-Soldaten verletzt worden seien.
„HÖRT AUF, FENTANYL, DROGEN UND ILLEGALE SUBSTANZEN NACH AMERIKA ZU VERKAUFEN UND GEWALT UND TERROR GEGEN AMERIKANER ZU VERÜBEN!!!“, fügte Trump in Großbuchstaben hinzu.
Dritter tödlicher Angriff im laufenden Monat
Der jüngste Angriff ist bereits der dritte bekannte tödliche Schlag der US-Streitkräfte gegen mutmaßliche Drogenschmuggler innerhalb eines Monats. Erst Anfang der Woche hatte Trump erklärt, dass drei Menschen auf einem Schiff getötet wurden, das angeblich illegale Drogen aus Venezuela nach Südamerika transportierte.
Auch in diesem Fall veröffentlichte Trump ein Video, das eine Explosion auf offener See zeigt.
Kritik an mangelnder Transparenz und rechtlicher Grundlage
Die genauen Details zu Ort und Art der Angriffe bleiben unklar. Auf Nachfragen zu Beweisen für den Drogentransport antwortete Trump am Montag:
„Wir haben Beweise. Man muss sich nur das ansehen, was überall auf dem Ozean verteilt war – große Taschen voller Kokain und Fentanyl.“
Ein früherer US-Schlag in diesem Monat hatte 11 Menschen getötet, die laut Trump zur venezolanischen Tren de Aragua-Bande gehören sollen. Doch CNN berichtete, dass es keine stichhaltigen Beweise gebe, dass die getöteten Personen tatsächlich Mitglieder dieser Bande waren oder dass eine akute Bedrohung vorlag.
Senator Jack Reed, ranghöchstes Mitglied im Streitkräfteausschuss des Senats, äußerte scharfe Kritik:
„Es gibt keine Beweise – keine – dass dieser Angriff in Selbstverteidigung erfolgte. Das ist entscheidend, denn nach US- und Völkerrecht hat das Militär nicht das Recht, tödliche Gewalt gegen ein Zivilschiff einzusetzen, es sei denn, es liegt ein unmittelbarer Angriff vor.“
Weitere Angriffe nicht ausgeschlossen
Verteidigungsminister Pete Hegseth verweigerte konkrete Angaben zu den Einsätzen, betonte jedoch das „absolute Recht der USA“, solche Operationen durchzuführen. Außenminister Marco Rubio erklärte während einer Reise nach Mexiko und Ecuador, dass die USA bereit seien, „den Kampf gegen Drogenkartelle aufzunehmen“, die „Amerikas Straßen mit Drogen überschwemmen und Amerikaner töten“.
Hintergrund: Präsident Trump hat die Rhetorik gegen den internationalen Drogenhandel zuletzt deutlich verschärft und den Einsatz militärischer Mittel ausgeweitet. Kritiker sehen darin einen möglichen Verstoß gegen internationales Recht und eine potenziell gefährliche Eskalation