Dark Mode Light Mode

Ermittler finden mutmaßliche Überreste von Vater, der drei Töchter ermordet haben soll

GraphicMama-team (CC0), Pixabay

Monate nach dem Fund der Leichen von drei jungen Mädchen in der Wildnis des US-Bundesstaats Washington glauben die Behörden, nun auch die sterblichen Überreste ihres mutmaßlichen Mörders – ihres Vaters Travis Caleb Decker – gefunden zu haben.

Tragödie in der Wildnis der Cascades

Am 30. Mai 2025 hatte Decker seine drei Töchter – Olivia (5), Evelyn (8) und Paityn (9) – zu einem angeblich dreistündigen Besuch abgeholt, brachte sie aber nie zurück. Drei Tage später wurden ihre Leichen in der Nähe eines abgelegenen Campingplatzes im Cascade-Gebirge gefunden – mit Plastiktüten über den Köpfen und Kabelbindern in der Umgebung.

Decker war seither auf der Flucht. Seine Spur verlor sich rund 100 Meter vom Fundort der Kinder entfernt, wo auch sein Truck entdeckt wurde. Eine blutige Fingerabdruckspur auf der Ladefläche sowie DNA auf den Tüten und Kabelbindern führten eindeutig zu ihm.

Durchbruch durch Drohneneinsatz

Am Donnerstag entdeckte eine Drohne untypisches Material auf einem abgelegenen Berghang in der Nähe des ursprünglichen Tatorts. Ermittler ließen sich daraufhin per Hubschrauber abseilen, um den schwer zugänglichen Bereich am Grindstone Mountain zu untersuchen – ein Gelände, das als „praktisch unzugänglich“ gilt.

Dort fanden sie menschliche Knochenfragmente, Kleidungsstücke, die mit Deckers letzter bekannter Kleidung übereinstimmen, sowie persönliche Gegenstände.

„Die Verwesung war weit fortgeschritten. Einige Knochen lagen weit verstreut – offenbar waren Tiere am Werk gewesen“, sagte Sheriff Mike Morrison.

Eine DNA-Analyse durch das staatliche Kriminallabor soll nun endgültig klären, ob es sich tatsächlich um Decker handelt. Die Todesursache ist bisher unbekannt.

Warum wurde er nicht früher gefunden?

Viele fragten sich, warum Decker – wenn es denn seine Leiche ist – erst Monate später gefunden wurde, obwohl er sich nur etwa 1,2 Kilometer vom Tatort entfernt versteckt hatte.

„Ich lade jeden ein, der meint, das Gelände sei leicht zu durchsuchen, selbst dort hinaufzusteigen“, so Morrison. Der Anstieg sei steil, felsig, ohne Pfade – über 300 Höhenmeter auf kurzer Strecke.

Die Ermittler mussten nach dem Abseilen eine Stunde zu Fuß aus dem Gelände herausklettern.

Langwierige internationale Fahndung

Die Suche nach Decker hatte drei Länder umfasst. Hinweise kamen sogar aus Kanada und Mexiko, jedoch blieben sie allesamt unbegründet. Als ausgebildeter Veteran mit Survival-Erfahrung hatte Decker einen Vorsprung von drei Tagen und konnte sich offenbar in der Wildnis unsichtbar machen.

Es gab keine Kreditkartennutzung, kein Handysignal, keinerlei Lebenszeichen – bis zum Fund am Donnerstag.

Emotionale Belastung für Ermittler

Die Ermittlungen belasteten das Team emotional schwer. Morrison ließ deshalb alle Beteiligten verpflichtend mit einem Psychologen sprechen:

„Das ist vermutlich der tragischste Fall, den unser Team je erlebt hat. Ich selbst bin seit 20 Jahren im Dienst – so etwas habe ich noch nie gesehen.“

Kurz nach dem Fund informierte der Sheriff die Mutter der getöteten Mädchen, die ihn seit Beginn des Falls unterstützte.

„Sie bleibt eine unglaublich starke Frau. Ich weiß, dass sie sich nichts sehnlicher wünscht als einen Abschluss dieses Albtraums.“

Ein GoFundMe-Konto zur Unterstützung der trauernden Familie wurde eingerichtet.


Hinweis: Die Ermittlungen zur Identität der Leiche und zur Todesursache sind noch nicht abgeschlossen. Die Behörden bitten weiterhin um Zurückhaltung und Respekt gegenüber der Familie.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Trump bittet Obersten Gerichtshof um Genehmigung zur Abschiebung von 300.000 Venezolanern

Next Post

Windpark Schwanebeck: Schuldenabbau und positives Eigenkapital – aber laufende Verpflichtungen bleiben hoch