Nach einem kurzen Hoffnungsschimmer im Frühjahr steigt die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland wieder deutlich an. Im Juli meldeten die Amtsgerichte 19,2 Prozent mehr neue Regelinsolvenzen als im Vorjahresmonat – der stärkste Zuwachs seit Oktober, wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Daten mitteilt.
Im Mai hatte der erste Rückgang seit März 2023 noch Erwartungen auf eine Entspannung geweckt. Doch bereits im Juni drehten die Zahlen erneut nach oben – und der Juli setzt diesen Trend nun mit Nachdruck fort.
Branchenbeobachter und Auskunfteien rechnen damit, dass die Zahl der Firmeninsolvenzen im Gesamtjahr 2025 höher liegen wird als 2024. Gründe sind vor allem die anhaltende Konsumschwäche, hohe Finanzierungskosten und eine nach wie vor verhaltene Investitionsbereitschaft.
Für viele Unternehmen, insbesondere im Mittelstand, verschärfen sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen: gestiegene Energie- und Personalkosten, ein schwacher Binnenmarkt und die Unsicherheit durch internationale Krisen belasten die Liquidität. Experten warnen, dass ohne konjunkturelle Impulse und gezielte Entlastungen die Insolvenzwelle weiter anschwellen könnte.