Der Fachkräftemangel in Niedersachsen zeigt keine Anzeichen einer Entspannung – im Gegenteil: Nach einer aktuellen Umfrage der Industrie- und Handelskammer Niedersachsen (IHKN) unter mehr als 1.500 Unternehmen konnten im vergangenen Jahr nur gut 56 Prozent der Betriebe alle ihre Ausbildungsplätze besetzen.
„Wenn selbst große, attraktive Betriebe keine Bewerbungen mehr bekommen, ist das ein Alarmsignal“, warnte IHKN-Hauptgeschäftsführerin Maike Bielfeldt am Dienstag. Die Lücke bei den Fachkräften drohe sich langfristig zu verfestigen. Besonders alarmierend: Ein Drittel der Betriebe, die Ausbildungsplätze unbesetzt ließen, erhielt 2024 nach eigenen Angaben überhaupt keine Bewerbungen. Und wenn sich Kandidatinnen und Kandidaten meldeten, seien diese oft nicht geeignet – 72,6 Prozent der Unternehmen gaben dies als Hauptgrund an.
Defizite bei der Ausbildungsreife
Die IHKN verweist auf deutliche Mängel bei vielen Berufseinsteigern. Laut Umfrage berichten 87,2 Prozent der Betriebe regelmäßig von Defiziten, insbesondere bei:
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Ausdrucksvermögen
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Mathematikkenntnissen
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Belastbarkeit
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Disziplin
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mentaler Leistungsfähigkeit
Schulen in der Pflicht
„Viele Jugendliche sind auf die Anforderungen der Berufsausbildung nicht ausreichend vorbereitet“, kritisierte Sönke Feldhusen, Sprecher für Berufliche Bildung der IHKN. Die Schulen müssten wieder stärker Grundlagen legen und die Berufsorientierung verbessern. Zudem fordert die Kammer bessere Rahmenbedingungen für Ausbildungen – etwa durch eine Stärkung der Berufsschulen und gezielte Maßnahmen zur Förderung der Ausbildungseignung.
Die Umfrageergebnisse verdeutlichen: Der Fachkräftemangel ist längst kein fernes Zukunftsszenario mehr, sondern eine reale Belastung für Unternehmen – mit Folgen für den gesamten Wirtschaftsstandort Niedersachsen.