In der westtürkischen Provinz Balıkesir kommt die Erde nicht zur Ruhe: Nach dem schweren Erdbeben der Stärke 6,1 am gestrigen Abend hat die Katastrophenschutzbehörde AFAD mittlerweile 237 Nachbeben registriert. Zehn davon erreichten mindestens die Stärke 4,0. Die Epizentren lagen nach Behördenangaben überwiegend im Bezirk Sındırgı.
Menschen verbringen Nacht im Freien
Aus Furcht vor weiteren Erschütterungen verbrachten viele Einwohnerinnen und Einwohner die Nacht im Freien oder schliefen in ihren Autos. Medien berichten von provisorischen Lagern und Notunterkünften, in denen Betroffene Schutz vor der Kälte suchten.
Hauptbeben auch in Istanbul und Izmir spürbar
Das gestrige Hauptbeben ereignete sich am Abend und war noch in den über 200 Kilometer entfernten Metropolen Istanbul und Izmir deutlich zu spüren. Die Erschütterungen lösten in weiten Teilen Westanatoliens Panik aus.
Opfer und Schäden
Nach offiziellen Angaben kam eine Person ums Leben, 29 weitere wurden verletzt. Der türkische Innenminister Ali Yerlikaya teilte mit, dass insgesamt 16 Häuser durch das Beben einstürzten. Zahlreiche Gebäude erlitten Risse und strukturelle Schäden, weshalb viele Bewohner vorerst nicht in ihre Wohnungen zurückkehren können.
Erhöhte Vorsicht weiterhin geboten
AFAD und Seismologen warnen, dass auch in den kommenden Tagen mit weiteren Nachbeben zu rechnen ist. Die Bevölkerung wird gebeten, beschädigte Gebäude zu meiden und offizielle Anweisungen zu befolgen.
Die Türkei liegt in einer der seismisch aktivsten Zonen der Welt. Experten erinnern daran, dass gerade in der Westtürkei die Gefahr schwerer Beben hoch bleibt – und dass erdbebensicheres Bauen entscheidend ist, um Menschenleben zu schützen.