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Hat die US-Notenbank gerade alles vermasselt?

qimono (CC0), Pixabay

Die Fed hat stillgehalten – und könnte es bald bereuen

Noch am Mittwoch wirkte alles kontrolliert: Jerome Powell, Chef der US-Notenbank (Fed), kündigte an, den Leitzins weiterhin nicht zu senken. Die Begründung: Der Arbeitsmarkt sei „solide“, und man wolle erst abwarten, wie sich Trumps neue Zölle auf die Inflation auswirken.

Doch nur zwei Tage später platzte die Illusion: Der Arbeitsmarktbericht für Juli enttäuschte auf ganzer Linie. Nur 73.000 neue Jobs kamen hinzu – viel zu wenig, um mit dem Bevölkerungswachstum Schritt zu halten. Die Arbeitslosenquote stieg auf 4,2 %.


Eine böse Überraschung mit Rückblick

Nicht nur das: Die Zahlen der letzten zwei Monate wurden massiv nach unten korrigiert. Im Schnitt war das Jobwachstum im Sommer so schwach wie seit der Finanzkrise 2009 nicht mehr – abgesehen von der Pandemie.

Zitat von Analyst Jamie Cox:

„Powell wird es bereuen, die Zinsen nicht gesenkt zu haben.“


Interne Unruhe: Zwei Gegenstimmen im Fed-Vorstand

Zum ersten Mal seit 1993 stimmten zwei Fed-Gouverneure gegen die Mehrheit:

  • Christopher Waller

  • Michelle Bowman, Vizevorsitzende für Bankenaufsicht

Beide warnten: Der Arbeitsmarkt sei brüchiger als gedacht, und nur wenige Branchen würden noch für Wachstum sorgen. Die Inflationsgefahr durch Trumps Zölle hielten sie hingegen für übertrieben.


Zu früh für ein Urteil?

Andere Fed-Vertreter wie Beth Hammack (Cleveland Fed) mahnen zur Gelassenheit:

„Ein enttäuschender Bericht – ja. Aber man sollte nie alles an einem einzigen Monat festmachen.“

Auch 2024 war die Fed zunächst zögerlich – nur um dann einen kräftigen Zinsschritt zu machen, als klar wurde, dass die Lage kippt. Und siehe da: Im Dezember 2024 explodierten die Jobzahlen auf 323.000 neue Stellen.


Fazit:

  • Die Fed steht unter massivem Druck, schnell zu reagieren.

  • Interne Uneinigkeit schwächt das Vertrauen in die Notenbank.

  • Die Kombination aus Trump-Politik, Zöllen, Inflationssorgen und Arbeitsmarktschwäche macht geldpolitische Entscheidungen riskanter denn je.

  • Noch ist unklar, ob die Fed wirklich „alles vermasselt“ hat – aber sie steht auf dünnem Eis.

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