Der Handelsverband Deutschland (HDE) schlägt Alarm: Angesichts des wachsenden Erfolgs chinesischer Billigplattformen wie Temu und Shein fordert Hauptgeschäftsführer Stefan Genth ein entschiedenes Eingreifen der Politik. Im Gespräch mit dem Nachrichtenportal t-online kritisierte Genth die ungleiche Wettbewerbslandschaft und forderte Zölle nach dem Vorbild der USA.
Täglich würden rund 400.000 Pakete aus China in Deutschland eintreffen – viele davon enthielten minderwertige oder gar mangelhafte Produkte, so Genth. „Was hier in Massen eingeführt wird, ist oft schlichtweg Schrott“, sagte er deutlich. Während deutsche Händler strenge gesetzliche Vorgaben erfüllen und umfassende Haftungspflichten tragen müssten, könnten ausländische Anbieter über Plattformen wie Temu weitgehend unbehelligt verkaufen – mit verheerenden Folgen für den heimischen Einzelhandel.
„Das ist ein klarer Wettbewerbsnachteil für deutsche und europäische Händler“, so Genth weiter. Die derzeitige Regelung ermögliche es, dass Waren aus Drittstaaten direkt an Endverbraucher verschickt werden – ohne ausreichende Kontrolle, ohne faire steuerliche Behandlung und ohne wirksame Haftung.
Der HDE-Chef fordert deshalb politische Konsequenzen: Einfuhrzölle, mehr Transparenz bei Plattformgeschäften sowie eine konsequente Durchsetzung von Produktsicherheits- und Verbraucherstandards – auch gegenüber internationalen Online-Giganten. Nur so könne ein fairer Wettbewerb gewährleistet werden.
Die Kritik des HDE spiegelt eine wachsende Besorgnis innerhalb der Branche wider. Gerade kleinere und mittelständische Betriebe sehen sich zunehmend durch die aggressive Preisstrategie und geringe Reglementierung internationaler Anbieter bedroht. Ob die Bundesregierung auf den Druck reagiert, bleibt abzuwarten – doch der Ruf nach fairen Spielregeln im globalen Onlinehandel wird immer lauter.