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Trump verhängt 39 % Zoll auf Schweizer Waren – Uhrenindustrie besonders betroffen

eikira (CC0), Pixabay

Die Schweizer Uhrenindustrie, ohnehin angeschlagen durch rückläufige Nachfrage und globale Marktunsicherheiten, wird durch die neuen US-Zölle schwer getroffen. Die Regierung von Präsident Donald Trump hat am 1. August einen 39-prozentigen Strafzoll auf Schweizer Waren angekündigt – einer der höchsten Einzelsätze weltweit.

Schweiz reagiert mit „großem Bedauern“

Die Schweizer Bundesregierung (Bundesrat) erklärte, sie nehme die Maßnahme „mit großem Bedauern“ zur Kenntnis. Man stehe in engem Kontakt mit den US-Behörden und strebe eine verhandelte Lösung bis spätestens 7. August an. Andernfalls würden Produkte wie Schokolade, Schmuck und vor allem Uhren mit dem neuen Zollsatz belegt – mehr als doppelt so hoch wie der Standardtarif von 15 % für EU-Waren.

Pharmazeutische Produkte aus der Schweiz sind von den Zöllen vorerst ausgenommen.

Handelsdefizit als Begründung

Trump rechtfertigte die neuen Zölle mit dem Ziel, das Handelsdefizit der USA zu reduzieren und amerikanische Arbeitsplätze zu schützen. Die Schweiz exportierte 2024 Waren im Wert von rund 63 Milliarden US-Dollar in die USA – rund ein Sechstel ihrer Gesamtexporte. Im Gegenzug belief sich der US-Export in die Schweiz auf etwa 25 Milliarden US-Dollar – ein Handelsdefizit von 38 Milliarden.

Schweizer Uhren im Fokus

Besonders stark betroffen ist die traditionsreiche Schweizer Uhrenindustrie: Etwa 17 % aller Schweizer Exporte in die USA entfielen 2024 auf Uhren – rund 5,4 Milliarden Dollar. Die Branche leidet bereits unter:

  • Rückläufiger Nachfrage aus China

  • Starker Aufwertung des Schweizer Frankens

  • Konkurrenz durch Smartwatches, insbesondere die Apple Watch

Die Uhrenexporte fielen im Mai 2025 um 10 %, wie die Fédération de l’industrie horlogère suisse berichtet. Analysten erwarten, dass ein 39 % Zoll in den USA zu einer Preissteigerung von über 20 % für Schweizer Uhren führen könnte – eine Belastung, die häufig an die Endverbraucher weitergegeben wird.

Börsen reagieren unterschiedlich

Der Aktienmarkt in der Schweiz war am 1. August wegen eines Feiertags geschlossen. Damit blieben Kursverluste zunächst aus. In London notierte der Einzelhändler Watches of Switzerland Group, der Marken wie Rolex in Großbritannien und den USA vertreibt, jedoch fast 8 % im Minus.

Nur Laos, Myanmar (Burma) und Syrien wurden mit noch höheren US-Zöllen belegt als die Schweiz.


Fazit: Die neuen US-Zölle könnten die ohnehin angeschlagene Schweizer Exportwirtschaft – insbesondere die ikonische Uhrenbranche – weiter schwächen. Ob in den wenigen Tagen bis zur Frist eine Einigung mit Washington gelingt, ist derzeit ungewiss.

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