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Aufputschmittel im Olivenkarton: Polizei entdeckt Drogen im Millionenwert in Landsberg

Jessica7191 (CC0), Pixabay

Ein spektakulärer Schlag gegen die internationale Rauschgiftkriminalität ist der Polizei in Landsberg (Saalekreis) gelungen. In einem dort ansässigen Gemüsehandelsbetrieb stellten Ermittler rund 300 Kilogramm Captagon sicher – eine synthetische Aufputschdroge, die vor allem im Nahen Osten weit verbreitet ist. Der Fund war gut getarnt: Die Drogen waren in Paletten mit Olivenkisten versteckt.

Laut Polizei und Staatsanwaltschaft handelt es sich dabei um eine der größten Einzelsicherstellungen von Captagon in Deutschland. Der Straßenverkaufswert der Ware wird auf über 20 Millionen Euro geschätzt.

Ermittlungen zur internationalen Schmuggelroute

Die Herkunft der Drogen und die genauen Handelswege sind Gegenstand laufender Ermittlungen. Nach bisherigen Erkenntnissen dürften die Schmuggler das Captagon in einem professionell organisierten Logistikvorgang aus dem Ausland nach Deutschland gebracht haben – vermutlich per Lkw. Die Oliven dienten als Tarnladung, um die illegale Fracht vor dem Zugriff der Behörden zu verbergen.

Razzia in Lagerhalle

Der Fund erfolgte im Zuge einer umfangreichen Durchsuchungsaktion, die bereits länger vorbereitet worden war. In der Lagerhalle des Gemüsehandels entdeckten die Beamten verdächtige Kartons, die laut Aufdruck Oliven enthalten sollten. Beim Öffnen kamen jedoch die Päckchen mit der gefährlichen Droge zum Vorschein.

Captagon: Eine Droge mit politischer Brisanz

Captagon – ursprünglich ein Medikament zur Behandlung von ADHS und Depressionen – ist heute vor allem als Kampfdroge im Nahen Osten bekannt, etwa in Syrien oder Saudi-Arabien. Der Wirkstoff Fenetyllin wirkt stark stimulierend, fördert Wachheit und unterdrückt Angst- und Schmerzempfinden. Die Droge gilt als gefährlich abhängig machend und ist in Europa verboten.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Die Staatsanwaltschaft Halle hat die Ermittlungen übernommen. Ob es bereits Festnahmen gab, wurde bislang nicht öffentlich gemacht. Man ermittle jedoch wegen bandenmäßigen Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge, teilte ein Sprecher mit. Auch ein möglicher Zusammenhang mit internationalen Schmuggelnetzwerken wird geprüft.

Einer der größten Drogenfunde dieser Art in Deutschland

Der Fall unterstreicht, wie professionell organisierte Banden legale Handelsstrukturen nutzen, um gefährliche Substanzen zu transportieren. Der Fund von 300 Kilogramm Captagon dürfte einer der bedeutendsten Drogenfunde in Deutschland im Jahr 2025 sein – und ein deutliches Signal an die organisierte Kriminalität, dass Zoll, Polizei und Justiz wachsam sind.

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