Während Präsident Donald Trump mit einer groß angelegten Militärparade seinen 79. Geburtstag und den 250. Jahrestag der US-Armee feierte, gingen in über 2.000 Städten in den USA Menschen auf die Straße. Der Protesttag unter dem Motto „No Kings“ richtete sich gegen autoritäre Tendenzen, Massenabschiebungen und Militarisierung – und sah die bislang größte koordinierte Protestbewegung gegen Trumps zweite Amtszeit.
Friedlich – mit Ausnahmen
Die meisten Demonstrationen verliefen friedlich, doch es kam auch zu Zwischenfällen:
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In Culpeper (Virginia) fuhr ein Mann mit einem SUV in eine Menschenmenge und verletzte mindestens eine Person. Der Fahrer wurde festgenommen.
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In Palm Springs (Kalifornien) wurde ein Mann verhaftet, der online mit einem Amoklauf bei einem Protest gedroht hatte.
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In Texas wurde das State Capitol evakuiert, nachdem es Hinweise auf einen gezielten Anschlagsplan gegen anwesende Abgeordnete gab.
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In Minnesota wurden alle Proteste abgesagt, nachdem ein mutmaßlich politisch motivierter Attentäter zwei demokratische Politiker und ihre Ehepartner angegriffen hatte – zwei starben, zwei wurden verletzt.
Stimmen aus dem Land – Wut, Angst, Widerstand
In Philadelphia, dem zentralen Ort der US-amerikanischen Demokratiegeschichte, versammelten sich zehntausende Menschen. Die Demonstration führte vom LOVE Park bis zum Museum of Art. Dort sagten Redner, dass Demokratie „Arbeit, Rückgrat und Mut“ brauche.
Auch in Los Angeles, Phoenix, New York, Oklahoma City und Delaware versammelten sich Tausende – trotz glühender Hitze, Regen oder Protestverboten. In Milwaukee zählte man laut Veranstaltern rund 10.000 Teilnehmende.
„Ich habe für Trump gestimmt – aber nach dem 6. Januar 2021 war mir klar, dass das ein Fehler war“, sagte Leland Lindahl (47) bei einer Demo in Indiana.
„Wir sind keine Monarchie – wir brauchen keine Könige“, skandierten Teilnehmer in Louisville.
Ein Protest-Highlight in L.A.: Ein riesiger aufblasbarer „Trump-im-Windelanzug“-Ballon sorgte für ausgelassene Stimmung. Anderswo war der Ton ernster. In Wooster, Ohio, sagte ein Veteran:
„Ich habe den Zweiten Weltkrieg überlebt, aber das, was hier passiert, macht mir mehr Angst.“
Protestmotive: Autoritarismus, Abschiebungen, Demokratieabbau
Die Protestierenden äußerten vielfältige Kritik an der Trump-Regierung, darunter:
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Einsatz des Militärs gegen Demonstrierende (u. a. in L.A.)
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Pläne für Massenabschiebungen
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Angriff auf die Unabhängigkeit der Justiz
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Entmachtung lokaler Parlamente
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Einschränkungen von Frauen-, LGBTQ+ und Einwanderungsrechten
Symbolik: Gegen das Präsidenten-Selbstverständnis Trumps
„No Kings“ ist ein direkter Verweis auf die Gründungsideale der USA – gegen Monarchie, für Volkssouveränität. Viele der Schilder, Banner und Redebeiträge zielten auf Trumps Machtanspruch, seine Angriffe auf Institutionen und die von Kritikern wahrgenommene „Selbstkrönung“ zum unkontrollierten Staatsoberhaupt.
Reaktionen aus Politik und Öffentlichkeit
Die Polizei zeigte in vielen Städten eine deeskalierende Präsenz, auch wenn in einigen Fällen Festnahmen vorgenommen wurden – etwa bei Zusammenstößen mit Gegendemonstranten. Trump selbst äußerte sich nicht konkret zu den Protesten, lobte aber seine Parade als „patriotischen Akt der Stärke“.
Fazit: Ein Tag der doppelten Botschaften
Während in Washington Panzer rollten, rollten im ganzen Land Protestwellen. „Demokratie ist kein Selbstläufer“, sagte eine 99-jährige Teilnehmerin in Ohio. „Wenn man sie nicht pflegt, verliert man sie.“ Der 14. Juni 2025 wird in Erinnerung bleiben – als Tag der Inszenierung und des Widerstands.