Dark Mode Light Mode

20 Jahre Allianz Arena: Glanz, Dramen und Münchens geteilte Fußballgeschichte

planet_fox (CC0), Pixabay

Die Allianz Arena feiert ihr 20-jähriges Bestehen. Seit der Eröffnung am 30. Mai 2005 hat sich das futuristische Stadion in München-Fröttmaning zum Symbol für Fußballmoderne und sportliche Extreme entwickelt. Für den FC Bayern war die Arena Bühne unzähliger Erfolge – für den TSV 1860 München dagegen wurde sie zum Ort eines schleichenden Niedergangs.

Am Eröffnungstag schrieb Patrick Milchraum Geschichte. Der Mittelfeldspieler des TSV 1860 München erzielte beim Freundschaftsspiel gegen den 1. FC Nürnberg das allererste Tor der neuen Arena. Die Löwen gewannen mit 3:2, die Fans feierten lautstark und skandierten: „Hier regiert der TSV“. Aus heutiger Sicht wirkt das wie eine Momentaufnahme mit Verfallsdatum.

Schon am nächsten Tag eröffnete der FC Bayern München das Stadion offiziell mit einem Spiel gegen die Nationalmannschaft. In Erinnerung blieb dabei vor allem der Patzer von Sängerin Sarah Connor, die beim Singen der Nationalhymne die Zeile „Blüh im Glanze dieses Glückes“ in „Brüh im Lichte“ verwandelte. Sportlich lief es für die Bayern wie gewohnt rund: Die erste Saison endete mit der Meisterschaft und der ersten Schalenübergabe in der neuen Arena.

2006 rückte die Arena ins globale Rampenlicht: Das Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft fand in München statt. Philipp Lahms Traumtor gegen Costa Rica markierte den Start eines sommerlichen Fußballmärchens. Insgesamt sechs WM-Spiele wurden hier ausgetragen, darunter auch ein Halbfinale zwischen Frankreich und Portugal.

2012 dann das „Finale Dahoam“ – eines der dramatischsten Spiele in der Geschichte des FC Bayern. Im eigenen Stadion verlor der Klub das Champions-League-Endspiel gegen den FC Chelsea nach Verlängerung und Elfmeterschießen. Arjen Robben vergab einen Strafstoß – und wurde wenige Tage später bei einem Länderspiel in derselben Arena von Teilen des heimischen Publikums ausgepfiffen. Eine bittere Episode, die jedoch keinen Bruch zur Folge hatte: Robben blieb und prägte die erfolgreichste Dekade der Vereinsgeschichte mit. Der FC Bayern gewann elf Meisterschaften in Folge und zweimal die Champions League – 2013 und 2020.

Ganz anders verlief die Entwicklung beim TSV 1860 München. Während man anfangs auf Bundesliga-Rückkehr hoffte, erwies sich die Allianz Arena schnell als zu groß und zu teuer für den Verein. Sinkende Zuschauerzahlen, sportliche Krisen und finanzielle Belastungen führten 2017 zum Absturz: Nach dem verlorenen Relegationsrückspiel gegen Regensburg flogen aus der Nordkurve Leuchtkörper und Gegenstände, die Partie musste unterbrochen werden – ein chaotischer Abschied. Es war das letzte Spiel des TSV 1860 in der Allianz Arena.

Heute ist die Arena fest in der Hand des FC Bayern. Die rot beleuchtete Außenhaut ist zum Wahrzeichen geworden. Mit 75.000 Plätzen zählt sie zu den modernsten Stadien Europas. Und sie ist mehr als eine Sportstätte: Sie steht für zwei Jahrzehnte Fußballgeschichte mit all ihren Höhen und Tiefen, von WM-Fest bis Fangesang, von Meisterfeier bis Tränenmeer. Ein Ort, der Emotionen bündelt – in Beton, Glas und Licht.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Spedition Rosendorn GmbH & Co. KG: Insolvenzantrag einer Gläubigerin mangels Masse abgewiesen

Next Post

Arm und abgehängt: Warum Mecklenburg-Vorpommern auf dem Land ein Armutsproblem hat