Der aktuell aufflammende Preiskampf zwischen Aldi und Lidl dürfte für viele Kunden wie ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk klingen: Preisnachlässe, neue Werbespots mit prominenter Unterstützung – und das alles in Zeiten hoher Lebensmittelpreise. Doch bei genauerem Hinsehen wird klar: Was sich nach echtem Entgegenkommen anhört, ist oft ein clever inszenierter Marketingzug, bei dem sich Verbraucher nicht zu früh freuen sollten.
Große Ankündigungen, kleine Wirkung im Einkaufskorb
Zwar senken die beiden größten deutschen Discounter Preise – laut Lidl handelt es sich sogar um die „größte Preissenkung der Unternehmensgeschichte“ –, doch laut Experten wie dem Gründer der Preisvergleichs-App smhaggle handelt es sich dabei oft um Artikel mit geringem Einfluss auf den durchschnittlichen Wocheneinkauf. Ein Tropfen auf den heißen Stein also.
Apps und Coupons: Sparen ja – aber auf Kosten der Daten
Wer mit den hauseigenen Apps oder Rabatt-Coupons von Aldi und Lidl sparen möchte, sollte sich bewusst sein: Bezahlt wird mit den eigenen Daten. Einkaufsverhalten, Uhrzeiten, Vorlieben – all das wird analysiert. Verbraucherschützer warnen, dass diese „kostenlosen“ Apps für die Anbieter ein sehr lukratives Geschäft sind.
Qualitätssenkung durch neue Rezepturen und kleinere Packungen?
Ein weiteres Risiko: Preissenkungen können mit Tricks erkauft werden – etwa durch den Einsatz günstigerer Zutaten, kleineren Packungsgrößen oder geänderten Rezepturen. Wer wirklich sparen will, sollte deshalb stets auf den Grundpreis achten (pro Kilo oder Liter) – und nicht nur auf große „20 % Rabatt“-Schilder hereinfallen. Auch No-Name-Produkte können trotz Preisnachlass des Markenartikels günstiger sein.
Was Sparfüchse wirklich tun können
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Mehrere Quellen vergleichen: Preisvergleichs-Apps wie kaufDA, Marktguru oder smhaggle helfen beim Überblick – allerdings kosten sie Zeit und setzen ggf. das Einkaufen in mehreren Märkten voraus.
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Restekisten prüfen: Viele Kühltheken bieten reduzierte Ware kurz vor Ablauf – aber auch hier lohnt sich der Vergleich mit Standardartikeln.
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Rabatte mit Vorsicht genießen: Laut Untersuchung der Verbraucherzentralen waren reduzierte Markenprodukte oft trotzdem teurer als ihre günstigeren Pendants.
Fazit:
Der Discounter-Preiskampf ist primär ein Wettstreit um Aufmerksamkeit und Marktanteile. Für Verbraucher lohnt sich das genauere Hinsehen: Nicht alles, was glänzt, ist tatsächlich ein Schnäppchen. Wer systematisch Preise vergleicht, Grundpreise im Blick behält und sich nicht von Schlagzeilen oder Promi-Werbung blenden lässt, kann trotzdem echte Einsparungen erzielen – ganz ohne sich im Preisdschungel zu verlieren.