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Verbraucherschützer fordern gesündere Kindergerichte in Restaurants – weniger Pommes, mehr Gemüse

HNBS (CC0), Pixabay

Kinder-Speisekarten in deutschen Restaurants sind laut Verbraucherschützern oft zu einseitig und ernährungsphysiologisch mangelhaft. In einer aktuellen Untersuchung kritisieren die Verbraucherzentralen, dass sich das Angebot für Kinder fast ausschließlich auf frittierte Speisen wie Schnitzel, Pommes oder Nuggets sowie einfache Teigwaren beschränkt. Gemüse, Vollkornprodukte oder abwechslungsreiche Alternativen finden sich nur selten.

Eine Analyse von 100 Kinderkarten mit insgesamt über 450 Gerichten zeigt: Nur etwa ein Viertel der Speisen erfüllt grundlegende Anforderungen an eine ausgewogene Kinderernährung. Die gängigen Kindergerichte sind häufig fett- und salzreich, arm an Ballaststoffen und wenig abwechslungsreich. Damit spiegeln sie nicht die Vielfalt wider, die Kinder geschmacklich durchaus annehmen würden.

Dabei könnten schon einfache Maßnahmen einen positiven Unterschied machen. Eine alternative Zubereitung von Pommes im Ofen statt in der Fritteuse, unpaniertes Fleisch oder frische Gemüsesticks als Beilage würden die Gerichte nicht nur gesünder, sondern auch farbenfroher und ansprechender machen. Frische Zutaten wie Erbsen, Karotten oder Brokkoli sind unkompliziert einsetzbar und auch für Kinder gut geeignet.

Einzelne Restaurants gehen bereits mit gutem Beispiel voran. In Freising etwa bietet ein Lokal auf seiner Kinderkarte hausgemachte Fischstäbchen mit frischem Gemüse an. Dort wird auf einfache, aber bewusste Zusammenstellungen geachtet, die sowohl kindgerecht als auch ernährungsphysiologisch sinnvoll sind. Das zeigt, dass eine gesunde Kinderkarte keine Frage von Aufwand oder höheren Kosten sein muss, sondern vielmehr von Planung und Bereitschaft zur Veränderung.

Den Verbraucherschützern geht es nicht darum, beliebte Klassiker von der Karte zu verbannen. Es sei unproblematisch, wenn Kinder gelegentlich Pommes oder Schnitzel essen. Kritisch wird es jedoch, wenn solche Gerichte zur Regel werden und andere Lebensmittelgruppen – wie Vollkorn, Hülsenfrüchte oder Fisch – im Alltag vollständig fehlen.

Eine sinnvolle Lösung kann auch sein, Kindern die regulären Gerichte in kleineren Portionen anzubieten. So müssen Restaurants keine separate Kinderkarte gestalten und die Kinder erhalten Zugang zu einer breiteren Auswahl. Ebenso praktikabel ist der sogenannte „Räuberteller“: Kinder bekommen einen kleinen leeren Teller und dürfen vom Essen der Eltern mitprobieren – eine einfache Möglichkeit, verschiedene Geschmäcker kennenzulernen und neue Lebensmittel spielerisch zu entdecken.

Die Verbraucherzentralen appellieren an die Gastronomie, mehr Verantwortung zu übernehmen. Gesunde Ernährung sollte auch beim Restaurantbesuch nicht zu kurz kommen – vor allem nicht bei Kindern, für die sich früh gelegte Essgewohnheiten langfristig auswirken. Eine vielfältige, frische und kindgerechte Speisekarte ist dabei ein wichtiger Baustein.

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