Die chinesische Regierung hat ein umfassendes „Sonderaktionsprogramm“ zur Förderung der Inlandsnachfrage angekündigt. Ziel ist es, die wirtschaftlichen Folgen der von US-Präsident Donald Trump verhängten Strafzölle abzumildern.
Die von der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua veröffentlichte Initiative umfasst eine Reihe von Maßnahmen zur Einkommenssteigerung, Einführung von Kinderbetreuungszuschüssen und eine Ausweitung des bestehenden „Cash-for-Clunkers“-Programms zum Austausch alter Fahrzeuge und Elektronikgeräte.
Hintergrund: Wachstum sichern trotz Handelskrieg
Die Maßnahme baut auf den jüngsten Versprechen von Premierminister Li Qiang auf, der auf einem politischen Gipfel Anfang des Monats betonte, dass die chinesische Wirtschaft „stabil in die Zukunft segeln“ müsse. Sein ehrgeiziges Ziel: Ein Wachstum von rund 5 % im Jahr 2025 – eine Marke, die nur erreicht werden kann, wenn China weniger von Exporten abhängig ist und den Binnenkonsum ankurbelt.
Der wirtschaftliche Gegenwind ist jedoch stark:
- Schwache Konsumausgaben und eine unsichere Beschäftigungslage belasten das Wachstum.
- Der Immobiliensektor, lange eine zentrale Stütze der Wirtschaft, steckt in einer anhaltenden Krise.
- Internationale Spannungen nehmen zu, da die USA unter Trump die Handelskonflikte mit China eskalieren.
Anfang des Monats verdoppelte Trump die Zölle auf chinesische Importe auf 20 %. Peking reagierte darauf mit Vergeltungszöllen auf US-Agrarimporte, die vergangene Woche in Kraft traten.
Erste wirtschaftliche Auswirkungen – Konsum erholt sich leicht
Trotz der schwierigen Bedingungen gibt es erste positive Anzeichen. Am Montag veröffentlichte das Nationale Statistikbüro Chinas (NBS) aktuelle Wirtschaftsdaten:
- Einzelhandelsumsätze stiegen im Januar und Februar um 4,0 %, nach einem Plus von 3,7 % im Dezember.
- Industrieproduktion legte um 5,9 % zu, übertraf damit die Prognose von 5,3 %.
Ökonomen bleiben jedoch vorsichtig:
„Chinas Wirtschaft hatte einen soliden Jahresstart, wahrscheinlich durch staatliche Konjunkturmaßnahmen,“ so Zichun Huang von Capital Economics. „Wir erwarten eine Erholung in den kommenden Monaten, aber ohne anhaltende Verbesserungen.“
Deflation als Wachstumsbremse
Ein anhaltendes Problem bleibt die Deflation, die dazu führt, dass Verbraucher Ausgaben aufschieben, da sie mit weiter sinkenden Preisen rechnen.
- Der Verbraucherpreisindex (CPI) fiel im Februar um 0,7 % im Vergleich zum Vorjahr – der stärkste Rückgang seit über einem Jahr.
Deflation dämpft den Konsum und stellt die Regierung vor zusätzliche Herausforderungen.
Fazit: Chinas Kurs auf Wachstum bleibt riskant
China setzt auf eine massive Binnenmarktförderung, um die Folgen des Handelskriegs abzufedern. Ob das neue Sonderprogramm tatsächlich ausreicht, um das Wachstumsziel von 5 % zu erreichen, bleibt abzuwarten. Ein nachhaltiger Aufschwung wird entscheidend davon abhängen, ob China das Vertrauen der Verbraucher stärken kann – und ob der Handelskonflikt mit den USA weiter eskaliert.