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„Ich wusste nicht, dass es so abläuft“ – Trump-Wähler kämpft um inhaftierte Ehefrau

heblo (CC0), Pixabay

Als Bradley Bartell 2024 für Donald Trump stimmte, unterstützte er dessen Versprechen, illegale Einwanderung zu bekämpfen. Nun sitzt seine Ehefrau Camila Muñoz, eine Peruanerin mit laufendem Einbürgerungsverfahren, in einem ICE-Haftzentrum – eine direkte Folge der verschärften Abschiebepolitik der neuen Regierung.

Vom gemeinsamen Leben zur plötzlichen Inhaftierung

Die beiden hatten eine klassische Kleinstadt-Liebesgeschichte: Sie lernten sich durch Freunde kennen, gingen ins Steakhouse beim ersten Date und heirateten zwei Jahre später. Muñoz kümmerte sich liebevoll um Bartells zwölfjährigen Sohn, sie sparten für ein eigenes Haus und planten eine Familie.

Doch auf dem Rückflug aus den Flitterwochen in Puerto Rico wurde Muñoz bei der Einreisekontrolle von Immigrationsbeamten befragt.

„Sind Sie US-Bürgerin?“ – fragte ein Beamter.
„Nein, aber wir haben alle nötigen Schritte für meine Einbürgerung eingeleitet,“ antwortete sie.

Das half ihr nicht. ICE-Beamte nahmen sie fest und brachten sie in ein Haftzentrum. Ihr Vergehen? Sie hatte ihre ursprüngliche Visa-Frist überzogen, während ihr Green-Card-Antrag bearbeitet wurde – ein Verwaltungsverstoß, aber kein Straftatbestand.

Massenhafte Festnahmen trotz laufender Verfahren

Unter Trump hat sich der Fokus der Einwanderungsbehörde ICE ausgeweitet:
Nicht nur Kriminelle ohne Aufenthaltsstatus, sondern auch Menschen mit laufenden Einbürgerungsverfahren werden festgenommen.

USA TODAY bestätigte mehrere ähnliche Fälle:

  • Eine Frau in den 50ern, seit über 30 Jahren in den USA, verheiratet mit einem US-Bürger.
  • Eine Frau mit gültiger Daueraufenthaltsgenehmigung, deren Familie US-Staatsbürger sind.
  • Eine europäische Frau, die als 21-Jährige ihr Visum überzog – jetzt mit einem US-Bürger verlobt.

Keiner dieser Menschen hat eine kriminelle Vorgeschichte. Doch alle wurden an Flughäfen in Puerto Rico und den Virgin Islands im Februar inhaftiert.

Nora Ahmed von der ACLU Louisiana warnt:

„Jeder, der nicht Bürger ist, muss sich bewusst sein, dass sein Einwanderungsprozess gegen ihn verwendet werden könnte.“

Bartell: „Sie wissen, wer sie ist – warum sitzt sie im Gefängnis?“

Für Bartell ist die Situation surreal. Er dachte, Trumps harte Linie würde nur „illegale Einwanderer ohne Überprüfung“ treffen – nicht Menschen wie seine Frau, die seit Jahren legal im System erfasst sind.

„Sie haben alle unsere Unterlagen. Sie wissen, wer sie ist und woher sie kommt. Warum halten sie sie dann eingesperrt?“ fragt er.

Muñoz sitzt nun in einem ICE-Haftzentrum in Louisiana, in einem überfüllten Raum mit 80 anderen Frauen. Für 282 Dollar pro Tag zahlt der Staat für ihre Inhaftierung – eine Summe, die Bartell als pure Verschwendung empfindet.

Ihr gemeinsames Erspartes, eigentlich für eine Anzahlung auf ein Haus, fließt nun in Anwälte und Kautionszahlungen.

Sein Blick auf Trump? Er sieht vieles nun anders:

„Ich wusste, dass sie härter durchgreifen wollten. Aber ich wusste nicht, dass es so abläuft.“

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