Der Jahresbericht zum Fonds Stadtsparkasse Düsseldorf Absolute Return wurde von der Universal-Investment-Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Frankfurt am Main, als Kapitalverwaltungsgesellschaft herausgegeben und beschreibt ein Geschäftsjahr mit ordentlicher Wertentwicklung, aber zugleich spürbaren Mittelabflüssen. Aus Anlegersicht bemerkenswert ist vor allem: Der Fonds legte trotz belastender Marktphasen zu, während das Fondsvermögen durch Rücknahmen und Ausschüttungen leicht zurückging. Ein externer Fondsmanager oder Anlageberater wird im Bericht nicht genannt.
Vermögen und Wertentwicklung
Das Fondsvermögen sank im Geschäftsjahr vom 1. Juli 2025 bis 30. Juni 2026 von 67,14 Mio. Euro auf 66,57 Mio. Euro. Der Anteilwert stieg im selben Zeitraum von 109,15 Euro auf 113,74 Euro. Für Anleger heißt das: Trotz leicht rückläufigem Fondsvolumen wurde pro Anteil ein Plus erzielt. Die vom Bericht ausgewiesene Wertentwicklung lag bei +6,04 %.
Das Ergebnis kam nicht nur aus laufenden Erträgen, sondern vor allem aus Wertpapiergeschäften. Der Fonds erzielte ordentliche Erträge von 1,48 Mio. Euro, darunter Zinsen aus in- und ausländischen Wertpapieren sowie Dividenden. Hinzu kamen realisierte Gewinne von 3,29 Mio. Euro und nicht realisierte Gewinne von 1,02 Mio. Euro. Nach Abzug realisierter Verluste und der laufenden Aufwendungen ergab sich ein Ergebnis des Geschäftsjahres von 3,84 Mio. Euro. Aus Anlegersicht ist das ein solides Gesamtbild: Das Ergebnis wurde nicht nur „auf dem Papier“, sondern auch durch tatsächlich vereinnahmte Gewinne getragen.
Gleichzeitig ist auffällig, dass dem Fonds netto 3,30 Mio. Euro durch Mittelabflüsse entzogen wurden. Den Rücknahmen von 3,38 Mio. Euro standen nur geringe Zuflüsse von 0,07 Mio. Euro gegenüber. Zusätzlich wurde eine Zwischenausschüttung von 1,14 Mio. Euro vorgenommen. Für Anleger bedeutet das: Die Performance wurde trotz eines spürbaren Schrumpfens des Kapitalstocks erzielt.
Kosten
Die Kostenbelastung blieb für einen aktiv gesteuerten Mischfonds relevant. Die Gesamtkostenquote lag bei 1,00 %. In der Ertrags- und Aufwandsrechnung weist der Fonds Verwaltungsvergütungen von 617.487,78 Euro aus, dazu kamen Verwahrstellenvergütung von 21.359,30 Euro sowie Prüfungs- und Veröffentlichungskosten von 12.625,94 Euro. Weitere sonstige Aufwendungen fielen nur in geringem Umfang an.
Im Verhältnis zu den Erträgen fällt auf: Die laufenden Erträge von 1,48 Mio. Euro wurden durch Kosten von 652.695,75 Euro spürbar aufgezehrt. Der ordentliche Nettoertrag betrug dennoch 823.478,57 Euro. Für Anleger heißt das: Das Produkt musste erst eine erhebliche Kostenlast tragen, bevor ein nennenswerter Teil des laufenden Ertrags übrig blieb. Eine separate Beratervergütung wurde nicht ausgewiesen; sie betrug 0,00 Euro.
Portfolio und größte Positionen
Das Sondervermögen blieb klar als Mischfonds mit Schwerpunkt auf Anleihen positioniert. Zum 30. Juni 2026 entfielen 63,34 % des Fondsvermögens auf Anleihen, 15,34 % auf Aktien und 19,40 % auf Investmentanteile. Bankguthaben machten 1,86 % aus, die Derivateposition war mit -0,48 % leicht negativ. Der Bericht nennt damit eine recht breite Streuung über mehrere Anlageklassen, aber keine rein defensive Ausrichtung: Aktien und Zielfonds blieben klar Bestandteil der Ertragsquelle.
Regional lag der Schwerpunkt bei den Aktien auf Europa, ergänzt um kleinere US-Positionen. In der Vermögensaufstellung finden sich unter den größten Aktienpositionen unter anderem ASML mit 1,38 Mio. Euro, Siemens mit 465.303 Euro, Schneider Electric mit 405.268 Euro, Banco Santander mit 376.779 Euro und Allianz mit 356.126 Euro. Bei den Anleihen dominieren Staats-, Bank- und Unternehmensanleihen aus dem Euro-Raum, etwa Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Belgien, Italien sowie Emittenten wie Deutsche Bank, Deutsche Telekom, BMW Finance, Mercedes-Benz und Deutsche Börse. Bei den Investmentanteilen wurden unter anderem ETFs auf US-Aktien, Schwellenländer, Japan, europäische Versorger sowie US-Dollar-Sovereigns gehalten.
Aus Anlegersicht fällt auf, dass der Fonds im Jahresverlauf in mehreren Schritten umgeschichtet wurde: mehr Schwellenländer- und Japan-Aktien, weniger Europa und USA, später wieder mehr US-Titel. Bei den Rentenpapieren wurde der Anteil von Pfandbriefen zugunsten französischer Staatsanleihen reduziert. Das zeigt eine aktive taktische Steuerung, erhöht aber auch die Komplexität des Portfolios.
Risiken und Auffälligkeiten
Der Bericht nennt die üblichen Markt-, Zins-, Emittenten-, Bonitäts-, Aktien-, Währungs- und Derivaterisiken. Besonders relevant ist dabei: Der Fonds setzt Derivate zur Absicherung ein, was die Schwankungen dämpfen soll, aber auch Renditechancen mindern kann. Das durchschnittliche Hebelmaß aus Derivaten lag bei 1,11; das zugrunde liegende Exposure betrug 12,58 Mio. Euro. Für Anleger ist das ein Hinweis darauf, dass die Wertsicherung nicht ohne aktiv genutzte Markttechnik erfolgt.
Als auffällig ist außerdem die hohe Umschlagshäufigkeit im Aktienbuch zu sehen. Der Bericht beschreibt mehrfach Anpassungen auf Einzeltitelebene und Umschichtungen zwischen Regionen und Sektoren. Positiv ist, dass der Fonds trotz des volatilen Umfelds einen ordentlichen Nettoertrag und ein Gesamtergebnis im Plus erzielte. Kritisch einzuordnen ist dagegen, dass die Rendite in einem Geschäftsjahr mit deutlichen Mittelabflüssen und einer Ausschüttung erwirtschaftet wurde.
Die Ausschüttung erfolgte als Zwischenausschüttung; eine Endausschüttung gab es nicht. Der Wirtschaftsprüfer bestätigt in einem Satz, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften des KAGB und den einschlägigen europäischen Verordnungen entspricht.
Fazit für Anleger
Unterm Strich zeigt der Bericht einen Fonds, der sein Ziel positiver Erträge erreicht hat, dabei aber auf aktive Umschichtungen, Derivate und eine weiterhin spürbare Kostenquote angewiesen war. Für Anleger ist vor allem wichtig: Die Wertentwicklung war positiv, das Vermögen wurde jedoch durch Nettoabflüsse belastet, und der Ertrag musste erst nach Abzug erheblicher laufender Kosten verdient werden. Wer den Fonds hält, sieht hier ein Produkt mit breiter Streuung und aktivem Management, aber auch mit einer nicht unerheblichen Komplexität und fortlaufendem Anpassungsbedarf.