Die Internationale Kapitalanlagegesellschaft mit beschränkter Haftung mit Sitz in Düsseldorf legt als Herausgeberin und verwaltende Gesellschaft des Fonds HSBC German Equity AC;HSBC German Equity ID den Jahresbericht zum 30.06.2026 vor. Das Portfoliomanagement war an die HSBC Global Asset Management (Deutschland) GmbH, Düsseldorf, ausgelagert. Für Anleger ist der Bericht vor allem deshalb wichtig, weil er ein Jahr mit verhaltenem Ertrag, deutlichen Mittelabflüssen bei der Anteilklasse ID und einer zum Stichtag bereits beschlossenen Verschmelzung des Fonds beschreibt.
Unterm Strich blieb die Wertentwicklung hinter der Benchmark DAX zurück. Zugleich zeigt der Bericht, dass der Fonds fast vollständig in deutsche Aktien investiert war und damit stark von der Entwicklung einzelner Marktsegmente und Titel abhing. Die laufenden Erträge reichten zwar aus, um auf Fondsebene positive ordentliche Ergebnisse zu erzielen, doch die nicht realisierten Kursverluste drückten das Gesamtergebnis deutlich.
Vermögen und Wertentwicklung
Zum Berichtsstichtag belief sich das Fondsvermögen auf 11,91 Mio. Euro. Davon entfielen 5,89 Mio. Euro auf die Anteilklasse AC mit einem Anteilwert von 380,57 Euro und 6,02 Mio. Euro auf die Anteilklasse ID mit einem Anteilwert von 118,87 Euro. Das Vermögen ist damit gegenüber dem Vorjahr nicht gewachsen, sondern vor allem durch Mittelabflüsse und Kursbewegungen zurückgegangen. Bei der AC-Anteilklasse sank das Vermögen von 6,36 Mio. Euro auf 5,89 Mio. Euro. Bei der ID-Anteilklasse fiel es sogar von 12,03 Mio. Euro auf 6,02 Mio. Euro.
Die Performance war ordentlich, aber klar schwächer als der Vergleichsmaßstab. Die Anteilklasse AC erzielte 2,75 Prozent, die Anteilklasse ID 3,50 Prozent; der DAX kam im selben Zeitraum auf 4,54 Prozent. Aus Anlegersicht auffällig ist damit weniger ein absoluter Verlust als die relative Schwäche gegenüber dem Markt. Der Bericht verweist als Belastungsfaktoren auf konjunkturabhängige Aktien wie KION Group, Douglas und Bilfinger sowie auf Rüstungswerte, die die Entwicklung im volatilen Umfeld gebremst haben.
Die Volatilität lag mit 15,17 Prozent bei AC und 15,16 Prozent bei ID leicht unter der des DAX von 15,74 Prozent. Das spricht für ein etwas ruhigeres, aber eben auch nicht marktschlagendes Profil. Die Wertentwicklung speiste sich im Ergebnis vor allem aus Veräußerungsgewinnen und Dividenden, wurde jedoch durch spürbare nicht realisierte Kursverluste überlagert.
Erträge, Gewinne und Mittelbewegungen
Bei der Anteilklasse AC beliefen sich die Erträge auf 135.069,69 Euro, darunter 130.809,88 Euro Dividenden inländischer Aussteller und 4.597,93 Euro Dividenden aus dem Ausland. Nach Aufwendungen von 88.920,43 Euro blieb ein ordentlicher Nettoertrag von 46.149,26 Euro. Hinzu kam ein saldiertes Veräußerungsergebnis von 777.235,58 Euro. Zusammen ergab sich ein realisiertes Ergebnis des Geschäftsjahres von 823.384,84 Euro. Dem standen jedoch nicht realisierte Verluste gegenüber: Die Nettoveränderung der nicht realisierten Gewinne und Verluste führte zu einem negativen nicht realisierten Ergebnis von minus 718.109,58 Euro. Am Ende stand dennoch ein positives Gesamtergebnis von 105.275,26 Euro.
Bei der Anteilklasse ID waren die laufenden Erträge mit 137.811,15 Euro ähnlich hoch. Nach Aufwendungen von 47.801,98 Euro verblieb ein ordentlicher Nettoertrag von 90.009,17 Euro. Das realisierte Ergebnis war mit 880.565,91 Euro ebenfalls positiv. Die deutlich stärkeren nicht realisierten Kursverluste von minus 1,33 Mio. Euro drehten das Gesamtbild aber ins Negative: Das Geschäftsjahresergebnis lag bei minus 449.993,21 Euro. Für Anleger bedeutet das: Der Fonds hat aus laufenden Ausschüttungen und realisierten Verkäufen noch Erträge erzielt, die Marktbewegungen haben den Erfolg jedoch deutlich geschmälert.
Bei den Mittelbewegungen fällt besonders die Anteilklasse ID auf. Dort betrug der Nettoabfluss minus 5,95 Mio. Euro; es flossen nur 71.209,07 Euro zu, während 6,02 Mio. Euro über Rücknahmen abgingen. Auch die AC-Anteilklasse verzeichnete mit minus 635.556,14 Euro einen Nettoabfluss, wenn auch in deutlich geringerem Umfang. Solche Abflüsse verkleinern nicht nur das Fondsvermögen, sondern erhöhen oft auch den Druck, Positionen zu veräußern.
Kosten
Die Kostenlast ist für Anleger ein zentraler Punkt. Bei der AC-Anteilklasse betrugen die Verwaltungsvergütung 79.044,50 Euro, die Verwahrstellenvergütung 5.126,88 Euro sowie Prüfungs- und Veröffentlichungskosten 4.246,22 Euro. Hinzu kamen sonstige Aufwendungen von 292,89 Euro. Die Gesamtkostenquote lag bei 1,53 Prozent. Bei der ID-Anteilklasse lagen die Verwaltungsvergütung bei 37.905,45 Euro, die Verwahrstellenvergütung bei 5.054,45 Euro und die Prüfungs- und Veröffentlichungskosten bei 4.329,97 Euro; die Gesamtkostenquote betrug 0,81 Prozent.
Aus Anlegersicht ist das Verhältnis von Kosten zu Erträgen unterschiedlich zu beurteilen: Bei AC zehrten die laufenden Aufwendungen einen merklichen Teil des ordentlichen Nettoertrags auf, während die ID-Anteilklasse trotz niedrigerer Kostenquote ebenfalls spürbar belastet wurde. Positiv ist, dass keine Performancevergütung anfiel. Die Verwaltungsvergütung setzte sich aus KVG- und Asset-Manager-Anteilen zusammen; bei AC entfielen 25.923,52 Euro auf die KVG und 53.120,98 Euro auf den Asset Manager, bei ID waren es 28.099,82 Euro beziehungsweise 9.805,63 Euro.
Portfolio und größte Positionen
Das Portfolio war zum Stichtag nahezu vollständig in Aktien investiert: 99,36 Prozent des Fondsvermögens entfielen auf Aktien, 0,81 Prozent auf Bankguthaben, Verbindlichkeiten minderten den Wert um 0,17 Prozent. Anleihen, Derivate und sonstige Anlageklassen spielten keine Rolle. Der Fonds war damit klar als deutscher Aktienfonds positioniert und entsprechend marktseitig konzentriert.
Regionale Diversifikation gab es praktisch nicht, denn der Fonds investierte fast ausschließlich in deutsche Emittenten. Branchenmäßig dominieren Industriewerte mit 31,37 Prozent, Finanzwerte mit 23,73 Prozent und Technologie mit 12,13 Prozent. Dazu kamen Verbraucher-Dienstleistungen mit 7,62 Prozent, Versorger mit 5,71 Prozent, Telekommunikation mit 5,65 Prozent sowie Rohstoffe und Gesundheitswesen mit jeweils gut 5 Prozent. Die Liquiditätsquote war mit 0,81 Prozent sehr niedrig.
Zu den größten Einzelpositionen gehörten Siemens mit 9,91 Prozent, Allianz mit 9,80 Prozent, Infineon mit 5,70 Prozent, Deutsche Telekom mit 5,65 Prozent und SAP mit 4,92 Prozent des Fondsvermögens. Damit war der Fonds zwar auf mehrere Sektoren verteilt, aber dennoch merklich auf wenige Schwergewichte konzentriert. Aus Anlegersicht erhöht eine solche Struktur die Abhängigkeit von der Kursentwicklung einzelner großer Titel.
Risiken und Auffälligkeiten
Der Bericht nennt als wesentliches Risiko ausdrücklich das Aktienmarktrisiko. Das ist bei einem nahezu vollständig in Aktien investierten Fonds plausibel, bedeutet aber für Anleger: Schon allgemeine Marktschwankungen können das Vermögen spürbar verändern. Hinzu kommen Klumpenrisiken durch die Konzentration auf deutsche Standardwerte und auf einige wenige große Positionen. Als Marktbelastungen wurden außerdem politische und makroökonomische Ereignisse hervorgehoben, die die Aktienmärkte im Berichtsjahr volatil machten.
Eine auffällige Veränderung gegenüber dem Vorjahr ist die Verschmelzung des Fonds zum Geschäftsjahresende. Der Fonds HSBC German Equity wurde in HSBC Horizont 16+ überführt und dort in HSBC Horizont 16+J Chance umbenannt; zugleich wurden neue Anteilklassen gebildet, in die die bisherigen Anteilklassen AC und ID verschmolzen wurden. Für Anleger ist das ein wesentlicher Strukturwechsel, der den Fortbestand des bisherigen Produkts beendet.
Bei der Ertragsverwendung wurde die AC-Anteilklasse thesauriert, also die Erträge wieder angelegt. Die ID-Anteilklasse war ausschüttend, eine Ausschüttung für das Geschäftsjahr wurde jedoch nicht vorgenommen; das verfügbare Ergebnis wurde vollständig zur Wiederanlage genutzt beziehungsweise vorgetragen. Der unabhängige Abschlussprüfer hat den Jahresbericht ohne Einschränkung bestätigt und bescheinigt, dass er in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften entspricht.
Fazit für Anleger
Für Anleger zeigt der Bericht ein insgesamt solides, aber nicht überzeugendes Jahr: Der Fonds erwirtschaftete zwar ordentliche und realisierte Ergebnisse, blieb aber hinter dem DAX zurück und litt unter nicht realisierten Kursverlusten sowie teils erheblichen Abflüssen. Die starke Aktienlast und die Konzentration auf deutsche Standardwerte machten den Fonds anfällig für Marktbewegungen. Die zum Stichtag vollzogene Verschmelzung beendet zudem die bisherige Fondsstruktur und ist für Anleger der wichtigste praktische Einschnitt des Berichtsjahres.