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Earth Gold Fund UI: Starke Edelmetallrallye treibt Ergebnis, doch hohe Gebühren und Abflüsse bleiben ein Thema

Die Universal-Investment-Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit Sitz in Frankfurt am Main legt hier den Jahresbericht für den Earth Gold Fund UI vor und verwaltet den Fonds als Kapitalverwaltungsgesellschaft. Der Bericht zeigt ein außergewöhnlich starkes Jahr für den Fonds: Trotz deutlicher Mittelabflüsse stieg das Fondsvermögen kräftig, getragen von einer sehr guten Entwicklung der Gold- und Silberwerte. Auffällig aus Anlegersicht sind zugleich die hohen laufenden Kosten und die erfolgsabhängige Vergütung, die das Ergebnis spürbar belasten.

Vermögen und Wertentwicklung

Das Fondsvermögen erhöhte sich im Geschäftsjahr 2025/2026 von 171,94 Mio. Euro auf 434,78 Mio. Euro. Der starke Anstieg kommt vor allem aus der guten Markt- und Portfolioperformance; auf der Investorenseite flossen dem Fonds per saldo jedoch 49,33 Mio. Euro ab. Es wurden 160,51 Mio. Euro eingesammelt, gleichzeitig aber 209,84 Mio. Euro zurückgegeben. Das bedeutet: Der Fonds wuchs nicht wegen Nettozuflüssen, sondern trotz Nettoabflüssen.

Der Anteilwert der Anteilklasse EUR R lag zum Stichtag bei 320,69 Euro, die EUR I bei 320,01 Euro, die EUR S bei 31.761,90 Euro und die EUR K bei 87.744,39 Euro. Über das gesamte Geschäftsjahr erzielten die Anteilklassen Wertentwicklungen von 75,57 % bis 77,43 %; die K‑Tranche ist wegen ihres späteren Auflagedatums nur als Rumpfjahr ausgewiesen und daher nicht direkt mit den Volljahresklassen vergleichbar. Im Vergleich zur Benchmark, dem MSCI ACWI Select Gold Miners Index (USD), der um 49,59 % zulegte, entstand eine klare Outperformance.

Das Anlageergebnis stammte vor allem aus realisierten Gewinnen und aus Kurssteigerungen der gehaltenen Aktien. Die Erträge aus Dividenden und Zinsen waren dagegen vergleichsweise gering: Den Erträgen von 2,47 Mio. Euro standen Aufwendungen von 21,53 Mio. Euro gegenüber. Dadurch entstand ein ordentliches Nettoergebnis von minus 19,06 Mio. Euro. Dass das Gesamtergebnis des Geschäftsjahres dennoch bei 197,54 Mio. Euro lag, ist vor allem den realisierten Gewinnen von 113,47 Mio. Euro und den nicht realisierten Kursgewinnen von 116,94 Mio. Euro zu verdanken.

Kosten

Die Kostenbelastung ist für Anleger ein zentraler Punkt. Für die EUR‑R‑Tranche betrug die Gesamtkostenquote 2,24 %, für EUR I 1,15 %, für EUR S 0,84 % und für EUR K 0,98 %. Zusätzlich fiel für die EUR‑R‑Tranche eine erfolgsabhängige Vergütung von 3,89 % des durchschnittlichen Nettoinventarwerts an; bei EUR I lag dieser Wert bei 4,15 %, bei EUR S bei 4,23 %. Das zeigt: In einem starken Jahr profitiert die Verwaltungsgesellschaft zusätzlich über eine Performance Fee.

Im Zahlenwerk schlägt sich das deutlich nieder. Allein die Verwaltungsvergütung belief sich auf 23,71 Mio. Euro, hinzu kamen 152.440,66 Euro Verwahrstellenvergütung sowie 9.288,71 Euro Prüfungs- und Veröffentlichungskosten. Die sonstigen Aufwendungen wurden netto mit 2,42 Mio. Euro ausgewiesen. Der Kostenblock steht damit in keinem geringen Verhältnis zu den laufenden Erträgen des Fonds. Aus Anlegersicht ist das deshalb auffällig, weil ein großer Teil der laufenden Erträge zunächst durch Gebühren absorbiert wird und die positive Gesamtrendite vor allem aus Kursgewinnen kommen muss.

Portfolio und größte Positionen

Der Fonds blieb klar auf den Goldsektor ausgerichtet. Zum Stichtag entfielen 72 % des Portfolios auf Goldaktien und 28 % auf Silberaktien; der Schwerpunkt lag weiter auf Small- und Mid-Caps, die 91 % des Portfolios ausmachten. Large Caps kamen nur noch auf 9 %. Die Liquiditätsquote lag unter 1 %, der Fonds war also nahezu vollständig investiert.

Regional war das Portfolio stark auf Nord- und Südamerika konzentriert. Kanada dominierte mit 81,61 % der Vermögensgegenstände, gefolgt von Großbritannien mit 8,23 %, Australien mit 5,40 %, den USA mit 5,01 % und Südafrika mit 3,78 %. Der Fonds hielt damit ein sehr fokussiertes, vergleichsweise enges Branchen- und Ländersetup. Das erhöht die Chancen in einem starken Edelmetallmarkt, macht den Fonds aber zugleich anfälliger für Rückschläge in einzelnen Regionen oder bei einzelnen Projekten.

Zu den größten Positionen gehörten Montage Gold mit 27,50 Mio. Euro, DPM Metals mit 23,01 Mio. Euro, G Mining Ventures mit 22,25 Mio. Euro, Equinox Gold mit 21,39 Mio. Euro, Pan American Silver mit 20,69 Mio. Euro, Coeur Mining mit 18,70 Mio. Euro, Harmony Gold mit 16,43 Mio. Euro, Aris Mining mit 15,52 Mio. Euro und K92 Mining mit 14,55 Mio. Euro. Auch andere Projektentwickler und Silberwerte wie Vizsla Silver, Discovery Silver und Aya Gold & Silver hatten spürbare Gewichtungen. Die fünf größten Positionen machen zusammen einen erheblichen Teil des Fonds aus; das spricht für eine konzentrierte, aber bewusst aktive Titelauswahl.

Risiken und Auffälligkeiten

Im Risikoteil nennt der Bericht vor allem allgemeine Marktpreisrisiken, Aktienrisiken, Risiken aus Derivategeschäften und Währungsrisiken. Für Anleger relevant ist vor allem die Kombination aus hoher Konzentration auf den Goldsektor, starker Ausrichtung auf kleinere und mittlere Unternehmen sowie der teils erheblichen Abhängigkeit von Projektfortschritten und Genehmigungen. Gerade bei Explorern und Entwicklern können Nachrichten zu Lizenzen, Übernahmen oder Förderentscheidungen die Kurse stark bewegen.

Auffällig ist außerdem der deutliche Rückgang der umlaufenden Anteile gegenüber dem Vorjahr. Bei der Anteilklasse EUR R sank die Zahl der Anteile von 941.314 auf 794.680, bei EUR I von 341.768 auf 249.823 und bei EUR S von 2.401 auf 1.491. Das deutet auf spürbare Rückgaben hin. Gleichzeitig zeigt die Darstellung der Verbindlichkeiten einen hohen negativen Posten, der vor allem aus der Performance Fee von 15,90 Mio. Euro resultiert. Für Anleger ist das ein Hinweis darauf, dass die starke Wertentwicklung nicht ohne nennenswerte Abgabeposten an die Verwaltungsgesellschaft blieb.

Fazit für Anleger

Der Earth Gold Fund UI hat das gute Umfeld für Edelmetalle sehr erfolgreich genutzt und den Vergleichsindex klar geschlagen. Der Gewinn kam aber nicht aus laufenden Erträgen, sondern vor allem aus Kurs- und Veräußerungsgewinnen eines stark fokussierten Portfolios. Aus Anlegersicht stehen dem hohen Renditebeitrag eine hohe Kostenbelastung, eine deutliche Performance Fee, Nettoabflüsse und ein konzentriertes Risikoprofil gegenüber. Thesauriert wird bei allen Anteilklassen; der Abschlussprüfer bescheinigt dem Jahresbericht, dass er in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften des KAGB und der einschlägigen europäischen Verordnungen entspricht.

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