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Pfau-StrategieDepot UI: Solide Wertentwicklung, aber hohe Aktivität und spürbare Kosten im vermögensverwaltenden Mischfonds

Die Universal-Investment-Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit Sitz in Frankfurt am Main legt als Kapitalverwaltungsgesellschaft und verwaltende Gesellschaft des Fonds Pfau-StrategieDepot UI (ISIN DE000A0JELE0) den Jahresbericht für den Zeitraum vom 1. Juli 2025 bis 30. Juni 2026 vor. Der Bericht zeigt ein weiter gewachsenes Fondsvermögen und eine positive Wertentwicklung, zugleich aber auch eine sehr aktive Umschichtung im Portfolio, relevante Kosten und einen klar risikoorientierten Mischfondsansatz. Ein externer Fondsmanager oder Anlageberater wird im Bericht nicht genannt.

Aus Anlegersicht ist vor allem wichtig: Das Fondsvermögen stieg in zwölf Monaten von 220,0 Mio. Euro auf 279,0 Mio. Euro, der Anteilwert erhöhte sich von 133,51 Euro auf 139,07 Euro. Hinter diesem Anstieg stehen nicht nur Kursgewinne, sondern auch deutliche Nettomittelzuflüsse von 48,3 Mio. Euro; der Fonds wuchs also sowohl durch neue Anlegergelder als auch durch das Anlageergebnis.

Vermögen und Wertentwicklung

Der Fonds erzielte im Geschäftsjahr 2025/2026 eine Wertentwicklung von plus 6,01 Prozent. Das Ergebnis kommt nicht nur aus laufenden Erträgen, sondern in erheblichem Umfang auch aus realisierten Gewinnen und nicht realisierten Kurssteigerungen. Die Erträge summierten sich auf 6,30 Mio. Euro, darunter Zinsen aus in- und ausländischen Wertpapieren von zusammen gut 4,1 Mio. Euro sowie 1,14 Mio. Euro aus Investmentanteilen. Nach Kosten verblieb ein ordentlicher Nettoertrag von 2,68 Mio. Euro.

Wesentliche Treiber des Gesamtergebnisses waren außerdem Veräußerungsgewinne von 4,56 Mio. Euro bei realisierten Verlusten von 0,94 Mio. Euro sowie vor allem nicht realisierte Gewinne von 9,08 Mio. Euro. Für Anleger heißt das: Der Ertrag wurde 2025/2026 nicht nur „eingesammelt“, sondern zu einem großen Teil durch Marktwertsteigerungen im Depot getragen. Das macht die Entwicklung stärker marktabhängig.

Im Vorjahr lag der Anteilwert noch bei 133,51 Euro; per 30. Juni 2026 beträgt er 139,07 Euro. In den letzten drei Geschäftsjahren hat sich das Fondsvermögen damit deutlich erhöht, von 138,9 Mio. Euro Ende 2022/2023 auf 279,0 Mio. Euro Ende 2025/2026. Die Anteilzahl stieg auf 2.005.966 Stück. Die Nettozuflüsse von 48,3 Mio. Euro zeigen, dass der Fonds auch bei Anlegern Kapital einsammeln konnte; Rückgaben in Höhe von 8,5 Mio. Euro fielen vergleichsweise moderat aus.

Kosten

Die Kosten sind für Anleger ein zentraler Punkt, weil sie die Rendite direkt schmälern. Der Bericht weist Verwaltungsvergütungen von 3,16 Mio. Euro aus, davon 894.197 Euro als Verwaltungsvergütung und 2,26 Mio. Euro als Beratungsvergütung. Hinzu kamen 148.575 Euro Verwahrstellenvergütung, 12.601 Euro Prüfungs- und Veröffentlichungskosten sowie 298.423 Euro sonstige Aufwendungen. Die Gesamtkostenquote lag bei 1,12 Prozent ohne Transaktionskosten. Zusätzlich fiel eine erfolgsabhängige Vergütung von 0,21 Prozent des durchschnittlichen Nettoinventarwerts an.

Aus Anlegersicht auffällig ist das Verhältnis von Kosten zu Erträgen: Die gesamten Aufwendungen beliefen sich auf 3,62 Mio. Euro und lagen damit bei rund 57 Prozent der gesamten Erträge von 6,30 Mio. Euro. Zwar ist das bei einem aktiv gesteuerten Multi-Asset-Fonds nicht ungewöhnlich, dennoch bleibt wenig vom laufenden Ertrag übrig, wenn man nur die Ertragsseite betrachtet. Positiv ist, dass keine Pauschalvergütungen gezahlt wurden und die Kostenquote im Bericht klar ausgewiesen ist.

Portfolio und größte Positionen

Der Fonds bleibt breit gestreut, mit Schwerpunkt auf Anleihen und Investmentanteilen. Zum 30. Juni 2026 entfielen 36,94 Prozent des Fondsvermögens auf Anleihen, 35,35 Prozent auf Investmentanteile, 11,97 Prozent auf Zertifikate und 9,47 Prozent auf Aktien. Bankguthaben machten 6,20 Prozent aus. Die Kasse wurde im Jahresverlauf sichtbar reduziert und in Wertpapiere umgeschichtet.

Regional ist das Portfolio breit aufgestellt, mit Schwerpunkt auf Deutschland, den USA, Frankreich und weiteren Industrieländern. Bei den Aktienpositionen dominierten Einzelwerte aus unterschiedlichen Sektoren, etwa Siemens, Allianz, Deutsche Post, Henkel, Novartis, Sanofi, VINCI, Adidas, Amazon, Microsoft, Johnson & Johnson und VISA. Damit ist das Aktienbuch eher defensiv-diversifiziert und nicht auf wenige Technologiewerte konzentriert.

Im Rentenbereich lag der Schwerpunkt auf Unternehmens- und Finanzanleihen mittlerer bis längerer Laufzeiten. Der Bericht nennt unter anderem Emissionen von Aareal Bank, ABN AMRO, Airbus, Allianz Finance, Alphabet, BASF, Bayer, Commerzbank, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, E.ON, ING, L’Oréal, BMW und weiteren Emittenten. Zusätzlich wurden spezialisierte Rentenfonds und Instrumente zur Abdeckung von Rückversicherungs- und Katastrophenrisiken eingesetzt. Das spricht für eine recht aktive Steuerung des Zins- und Kreditrisikos.

Bei den Investmentanteilen fallen zahlreiche thematische und regionale Bausteine auf, darunter Aktien-, Renten-, Infrastruktur- und Cat-Bond-Fonds sowie Immobilienfonds. Das kann die Streuung verbessern, erhöht aber zugleich die Komplexität und erschwert für Privatanleger die transparente Durchdringung der eigentlichen Risiken.

Risiken und Auffälligkeiten

Der Bericht benennt die üblichen Marktpreis-, Zinsänderungs-, Emittenten-, Bonitäts-, Aktien-, Währungs- und Derivate-Risiken. Besonders relevant ist, dass der Fonds im Berichtszeitraum zur Risikominderung derivative Instrumente zur Absicherung einsetzte; zum Stichtag war jedoch kein Derivate-Exposure vorhanden. Das spricht für ein taktisch gesteuertes Risikomanagement.

Aus Anlegersicht auffällig ist die starke Umschichtung: Es wurden Aktien, Anleihen, Fondsanteile und Zertifikate in großem Umfang gehandelt. Die Transaktionskosten betrugen 69.901 Euro. Außerdem besteht trotz breiter Streuung eine gewisse Komplexität durch Zielfonds und Zertifikate. Positiv hervorzuheben ist, dass keine schwer liquidierbaren Vermögensgegenstände ausgewiesen wurden und keine Liquiditätsmanagementinstrumente angewendet werden mussten. Die Liquidität des Portfolios erscheint damit grundsätzlich ausreichend.

Die Ausschüttung für das Geschäftsjahr beträgt 6,12 Mio. Euro beziehungsweise 3,05 Euro je Anteil; nicht ausgeschüttete Beträge wurden auf neue Rechnung vorgetragen. Das Prüfungsurteil des Abschlussprüfers ist uneingeschränkt positiv: Der Jahresbericht entspricht nach dessen Beurteilung in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorgaben und vermittelt ein zutreffendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse und Entwicklungen des Fonds.

Fazit für Anleger

Für Anleger zeigt der Bericht einen Fonds, der 2025/2026 klar im Plus war und von Mittelzuflüssen profitiert hat. Die Kehrseite ist ein aktiv gemanagtes, kostenintensives und komplexes Portfolio mit spürbarem Anteil an Zielfonds und Zertifikaten. Wer den Fonds hält, sollte vor allem darauf achten, dass die gute Entwicklung wesentlich von Marktbewegungen und Veräußerungsgewinnen getragen wurde und nicht allein von laufenden Erträgen.

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