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Trotz guter Wertentwicklung schrumpfte das Fondsvermögen: AL Sydbank setzt auf breite Zielfondsstreuung, hohe Kosten und viele Mittelabflüsse

Die Universal-Investment-Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Frankfurt am Main, legt als Kapitalverwaltungsgesellschaft den Jahresbericht für den Fonds AL Sydbank Vermögensverwaltung Klassisch (I) / (A) vor; als externer Fondsmanager oder Anlageberater wird im Bericht keiner genannt. Für Anleger ist das Bild gemischt: Der Fonds erzielte im Geschäftsjahr 2025/2026 zwar eine ordentliche Wertentwicklung von 6,65 Prozent je Anteilklasse, gleichzeitig sank das Fondsvermögen aber wegen Nettoabflüssen und Ausschüttungen spürbar.

Aus Anlegersicht auffällig ist vor allem die Kombination aus positiver Performance und schrumpfendem Volumen. Das Sondervermögen verringerte sich von 37,05 Millionen Euro zu Beginn des Geschäftsjahres auf 36,20 Millionen Euro zum 30. Juni 2026; im separaten Vermögensvergleich wird für das Geschäftsjahresende sogar ein Fondsvermögen von 28,37 Millionen Euro ausgewiesen, weil dort die anteilklassenbezogenen Bestände nach Ausschüttung dargestellt werden. Die Anteilwerte stiegen im Jahresvergleich dennoch: bei der Anteilklasse A von 46,01 auf 48,70 Euro, bei der Anteilklasse I von 1.018,78 auf 1.078,47 Euro.

Vermögen und Wertentwicklung

Der Fonds verfolgt laut Bericht einen aktiven, konservativen Vermögensverwaltungsansatz mit flexibler Steuerung der Aktien- und Rentenquote. Die Aktienquote darf zwischen 0 und 20 Prozent liegen; tatsächlich war der Fonds zum Stichtag fast vollständig über Zielfonds investiert. Das Gesamtvermögen bestand zu 97,37 Prozent aus Investmentanteilen, hinzu kamen 0,83 Prozent Anleihen, 1,12 Prozent Zertifikate und 1,11 Prozent Bankguthaben. Die Liquiditätsquote blieb damit gering, was für einen Mischfonds mit starker Zielfondsprägung typisch ist, aber auch bedeutet, dass die Wertentwicklung stark von den zugrunde liegenden Fonds abhängt.

Im Geschäftsjahr erzielte der Fonds insgesamt ein Ergebnis von 2,31 Millionen Euro. Davon entfielen 377.305,68 Euro auf den ordentlichen Nettoertrag und 745.806,69 Euro auf das Ergebnis aus Veräußerungsgeschäften; zusätzlich kamen 1,19 Millionen Euro nicht realisierte Wertzuwächse hinzu. Für Anleger heißt das: Die Jahresperformance speiste sich nicht nur aus laufenden Erträgen, sondern vor allem aus Kursgewinnen und realisierten Gewinnen in den Zielfonds. Die wesentlichen Quellen des positiven Veräußerungsergebnisses waren laut Bericht realisierte Gewinne aus ausländischen Investmentanteilen.

Die Mittelbewegungen fielen dagegen negativ aus. Netto wurden dem Fonds 2,92 Millionen Euro entzogen; dem standen 1,33 Millionen Euro an Zuflüssen aus Anteilschein-Verkäufen und 4,24 Millionen Euro an Rücknahmen gegenüber. Zusammen mit der Ausschüttung von 278.301,71 Euro im Vorjahr belastete das die Vermögensbasis merklich. Über die letzten drei Geschäftsjahre ist der Trend eindeutig: Die umlaufenden Anteile gingen von 791.186 auf 582.606 Stück zurück, das Fondsvermögen sank von 33,22 Millionen Euro auf 28,37 Millionen Euro, während der Anteilwert stieg.

Kosten

Die Kostenquote lag bei beiden Anteilklassen bei 1,15 Prozent ohne Transaktionskosten. Zusätzlich fiel eine erfolgsabhängige Vergütung von 0,33 Prozent des durchschnittlichen Nettoinventarwertes an; an die Verwaltungsgesellschaft oder Dritte wurden keine Pauschalvergütungen gezahlt. In der Ertrags- und Aufwandsrechnung erscheint für den Fonds insgesamt eine Verwaltungsvergütung von 359.835,01 Euro, dazu Verwahrstellenvergütungen von 25.463,36 Euro sowie Prüfungs- und Veröffentlichungskosten von 8.846,11 Euro. Die übrigen Aufwendungen waren zwar klein, in Summe aber erheblich genug, um den Bruttoertrag deutlich zu schmälern.

Im Verhältnis zu den Erträgen ist das Kostenbild gemischt: Der Fonds erzielte 768.002,92 Euro Erträge, dem standen 390.697,24 Euro Aufwendungen gegenüber. Damit floss etwa die Hälfte der laufenden Erträge in Kosten ab. Für Anleger ist das nicht unüblich bei einem aktiv gemanagten Zielfondsfonds, aber es zeigt, dass die Mehrzahl der Erträge erst nach Abzug der Gebühren im Fonds ankommt. Für die Anteilklasse A wird die Verwaltungsvergütung im Bericht mit 0,680 Prozent p.a. angegeben, die Anteilklasse I ebenfalls mit 0,680 Prozent p.a.; hinzu kommt bei der A-Tranche ein Ausgabeaufschlag von 5,00 Prozent, bei der I-Tranche von 1,00 Prozent.

Portfolio und größte Positionen

Das Portfolio ist stark international und breit über Zielfonds gestreut. Regional dominieren Dänemark mit 52,67 Prozent des Fondsvermögens in Investmentanteilen, Europa mit 35,07 Prozent und die USA mit 9,63 Prozent. Auf Einzeltitelebene fallen vor allem dänische Rentenfonds ins Gewicht: Nordea 1-Danish Covered Bd Fd mit 3,89 Millionen Euro, Inv.Syd.-Danish Bonds mit 7,02 Millionen Euro und Inv.Syd.-Korte Obligat. mit 5,39 Millionen Euro sind die größten Positionen. Hinzu kommen Man Fds-Man Euro Corp.Bond mit 1,32 Millionen Euro sowie Inv.Syd.-Corp. Bonds IG Eth. mit 1,13 Millionen Euro.

Auf der Aktienseite ist der Fonds nur begrenzt engagiert, aber gezielt in Themen und Regionen positioniert. Genannt werden unter anderem US-Technologie, europäische Banken, Baumaterialien, US Small- und Mid-Caps sowie Gold. Die größten börsengehandelten Einzelpositionen sind unter anderem das Gold-ETC XTrackers ETC PLC mit 405.866,67 Euro und Bundesanleihen mit 301.237,46 Euro. Unter den ETF-Positionen fallen etwa iShares MSCI USA Value Factor ESG, iShares MSCI World Screened und SPDR S&P 500 Leaders auf.

Risiken und Auffälligkeiten

Der Bericht nennt als wesentliche Risiken Marktpreis-, Zinsänderungs-, Emittenten- und Bonitätsrisiken sowie Risiken aus der Zielfondsauswahl und Währungsrisiken. Besonders relevant ist bei diesem Fonds das Klumpenrisiko über Zielfonds: Zwar ist das Portfolio breit über mehrere Strategien gestreut, tatsächlich hängt die Wertentwicklung aber stark an wenigen großen dänischen Rentenbausteinen und an der Entwicklung der globalen Aktien- und Bondmärkte. Die Derivate wurden im Berichtsjahr nicht genutzt; das zugrunde liegende Exposure aus Derivaten lag bei 0,00 Euro.

Positiv fällt auf, dass die beiden Pflicht-Liquiditätsmanagementinstrumente zwar festgelegt wurden, im Berichtszeitraum aber nicht eingesetzt werden mussten. Ebenfalls wichtig: Die Anlagebedingungen wurden zum 16. April 2026 an das Fondsrisikobegrenzungsgesetz angepasst, und der Fonds wurde zum 15. Juni 2026 von „Sydbank Vermögensverwaltung Klassisch“ in „AL Sydbank Vermögensverwaltung Klassisch“ umbenannt. Aus Anlegersicht ist zudem bemerkenswert, dass die ordentlichen Erträge mit 377.305,68 Euro zwar positiv waren, aber durch Verwaltungs- und laufende Fondskosten erheblich aufgezehrt wurden. Der ordentliche Nettoertrag bleibt dennoch positiv, ein negativer ordentlicher Nettoertrag liegt also nicht vor.

Fazit für Anleger

Unterm Strich zeigt der Jahresbericht einen Fonds, der in einem freundlichen Marktumfeld solide verdient hat, aber durch Abflüsse und eine eher kostenintensive Zielfondsstruktur an Größe verloren hat. Die Wertentwicklung von 6,65 Prozent ist ordentlich, stammt jedoch zu einem wesentlichen Teil aus Kurs- und Veräußerungsgewinnen und nicht aus laufenden Erträgen. Für Anleger bleibt damit vor allem entscheidend, dass der Fonds zwar defensiv und breit aufgestellt ist, seine Ergebnisse aber spürbar von der Entwicklung der ausgewählten Zielfonds und den Marktbewegungen abhängen.

Der Abschlussprüfer bestätigt, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften des KAGB und den einschlägigen europäischen Verordnungen entspricht und ein umfassendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse und Entwicklungen des Sondervermögens vermittelt.

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