Die Universal-Investment-Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Frankfurt am Main, legt als verwaltende Gesellschaft des Fonds Multi Asset Global Vision den Jahresbericht vor. Für Anleger ist vor allem bemerkenswert: Der Fonds hat im Geschäftsjahr vom 1. Juli 2025 bis 30. Juni 2026 deutlich zugelegt, zugleich stützte sich das Ergebnis aber nur begrenzt auf laufende Erträge. Der Bericht nennt als Anlagephilosophie eine breit gestreute Multi-Asset-Strategie mit Schwerpunkt auf internationalen Ideen und externem Fondsmanagement.
Vermögen und Wertentwicklung
Das Fondsvermögen stieg im Berichtsjahr von 118,65 Millionen Euro auf 139,63 Millionen Euro. Der Anteilwert erhöhte sich von 137,85 Euro auf 154,64 Euro je Anteil. Damit erzielte der Fonds eine Wertentwicklung von 14,15 Prozent nach BVI-Methode. Aus Anlegersicht ist das ein solides Ergebnis, zumal der Fonds die im Vorjahr erreichte positive Entwicklung fortsetzen konnte.
Zur Entwicklung trugen auch Nettomittelzuflüsse bei: Unter dem Strich flossen dem Fonds 6,39 Millionen Euro zu. Den Zuflüssen aus Anteilschein-Verkäufen von 10,15 Millionen Euro standen Rücknahmen von 3,76 Millionen Euro gegenüber. Die Ausschüttung für das Vorjahr belief sich auf 2,08 Millionen Euro, zusätzlich wurden 233.743 Euro als Ertrags- beziehungsweise Aufwandsausgleich verbucht. Der Bericht weist außerdem eine Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2025/2026 von 2,998 Millionen Euro bzw. 3,32 Euro je Anteil aus.
Wichtig für die Einordnung: Das Ergebnis des Geschäftsjahres von 16,90 Millionen Euro kam nicht nur aus dem laufenden Geschäft. Das ordentliche Nettoergebnis war mit minus 2,99 Millionen Euro negativ. Den positiven Gesamtbeitrag lieferten vor allem Veräußerungsgewinne von 18,75 Millionen Euro, denen Verluste aus Verkäufen von 4,44 Millionen Euro gegenüberstanden. Hinzu kam ein nicht realisiertes Ergebnis von 5,57 Millionen Euro, das vor allem aus Kursbewegungen entstand. Für Anleger bedeutet das: Die Rendite war stark marktabhängig und wurde wesentlich durch Handelserfolge sowie Bewertungsgewinne getragen, nicht durch stabile laufende Erträge.
Kosten
Die Gesamtkostenquote liegt bei 1,58 Prozent. Das ist für einen aktiv gemanagten Mischfonds nicht ungewöhnlich, aber auch kein niedriger Wert. Im Berichtsjahr fielen Aufwendungen von insgesamt 3,83 Millionen Euro an. Darin enthalten sind 3,58 Millionen Euro Verwaltungsvergütung, davon 2,25 Millionen Euro als Verwaltungsvergütung und 1,33 Millionen Euro als Asset-Management-Gebühr. Eine Beratungsvergütung wurde nicht gezahlt.
Hinzu kamen 44.157 Euro für die Verwahrstelle, 6.612 Euro für Prüfungs- und Veröffentlichungskosten sowie 184.487 Euro sonstige Aufwendungen, darunter 26.118 Euro Depotgebühren. Die Transaktionskosten betrugen zusätzlich 53.888 Euro. Aus Anlegersicht auffällig ist das Verhältnis von Kosten zu Erträgen: Die laufenden Erträge des Fonds beliefen sich nur auf 842.450 Euro, während die Aufwendungen fast 3,83 Millionen Euro erreichten. Die laufenden Erträge deckten die Kosten also klar nicht; erst die realisierten und unrealisierten Wertzuwächse machten das Geschäftsjahr insgesamt deutlich positiv.
Eine erfolgsabhängige Vergütung wird mit 1,64 Prozent des durchschnittlichen Nettoinventarwertes ausgewiesen. Das zeigt, dass ein Teil der Kosten zusätzlich erfolgsabhängig anfällt, was Anleger bei der Renditebetrachtung berücksichtigen sollten.
Portfolio und größte Positionen
Das Portfolio ist breit diversifiziert, bleibt aber klar von Investmentanteilen geprägt. Zum 30. Juni 2026 entfielen 73,92 Prozent des Fondsvermögens auf Investmentanteile, 11,25 Prozent auf Anleihen, 8,36 Prozent auf Zertifikate und 8,30 Prozent auf Bankguthaben. Die Derivateposition war mit minus 0,17 Prozent leicht negativ, was auf Absicherungs- oder Handelspositionen hindeutet. Aus regionaler Sicht sind sowohl europäische als auch US- und Schwellenländerbausteine vertreten; in der Struktur der Investmentanteile entfallen 45,47 Prozent auf Euro-Positionen und 28,44 Prozent auf US-Dollar-Positionen.
Zu den größten Einzelpositionen zählen unter anderem der iShares MSCI ACWI UCITS ETF mit 8,46 Millionen Euro, der Amundi MSCI World ETF mit 7,23 Millionen Euro, der iShares STOXX Europe 600 Banks ETF mit 6,58 Millionen Euro sowie Gold-Exposure über den iShares Physical Metals Gold mit 6,48 Millionen Euro. Größere Positionen finden sich außerdem in Schwellenländer- und Themen-ETFs wie Asien, Emerging Markets, Automation, Cyber Security und Goldminen. Auf der Rentenseite fallen unter anderem Unternehmensanleihen von Deutsche Post, Infineon, MTU, Vonovia, T-Mobile USA, Fraport und weiteren Emittenten auf. Das Portfolio wirkt damit wie eine Mischung aus globalen Aktien- und Themen-ETFs, ausgewählten Rentenpapieren und Rohstoffexposure.
Aus Anlegersicht ist positiv, dass der Fonds nicht auf wenige Titel angewiesen ist. Zugleich bestehen Klumpenrisiken über die Zielfondsstruktur: Ein großer Teil des Vermögens hängt an der Entwicklung einzelner Fondsstrategien, insbesondere an globalen Aktien-, Europa- und Rohstoff-/Gold-Bausteinen.
Risiken und Auffälligkeiten
Der Bericht nennt klassische Marktpreis-, Zinsänderungs-, Adressenausfall-, Bonitäts-, Währungs- und Derivaterisiken. Für Anleger besonders relevant ist der starke Bezug zu Zielfonds: Deren Risiken schlagen direkt auf das Sondervermögen durch. Der Fonds kann außerdem Derivate zu Absicherungs- und Investitionszwecken einsetzen; die durchschnittliche Hebelwirkung lag im Geschäftsjahr bei 1,22, das zugrunde liegende Exposure aus Derivaten bei 22,73 Millionen Euro.
Eine auffällige Veränderung gegenüber dem Vorjahr ist der deutliche Anstieg des Fondsvermögens und des Anteilwerts, während das Nettoergebnis im laufenden Geschäft negativ blieb. Das bedeutet: Die Wertentwicklung war zwar überzeugend, beruhte aber weniger auf stetigen Erträgen als auf Marktentwicklungen und Veräußerungsgewinnen. Zudem wurde zum 16. April 2026 die Anlagebedingungen an neue gesetzliche Vorgaben angepasst. Im Bericht wird ausdrücklich festgehalten, dass weder Rücknahmebeschränkungen noch verlängerte Rücknahmefristen angewendet werden mussten.
Fazit für Anleger
Der Fonds hat das Geschäftsjahr 2025/2026 klar positiv abgeschlossen und den Anteilwert auf 154,64 Euro gesteigert. Für Anleger ist das Ergebnis erfreulich, aber die Qualität der Rendite verdient genaues Hinsehen: Die laufenden Erträge waren schwach, die Kosten hoch, und das Plus kam wesentlich aus Verkäufen sowie Kursgewinnen im Portfolio. Der unabhängige Abschlussprüfer kommt zu dem Urteil, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften des KAGB und den einschlägigen europäischen Verordnungen entspricht und ein umfassendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse und Entwicklungen des Sondervermögens vermittelt.