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Anschlussfinanzierung fürs Eigenheim: Höhere Zinsen können die Monatsrate deutlich verteuern

Raten-Kauf (CC0), Pixabay

Viele Eigentümer, die ihre Immobilie während der Niedrigzinsphase finanziert haben, stehen nach zehn Jahren vor einer kostspieligen Anschlussfinanzierung. Die Verbraucherzentrale Sachsen weist in einer am 23. September 2026 veröffentlichten Meldung darauf hin, dass sich die Bauzinsen gegenüber früheren Niedrigständen mehr als verdoppelt haben können.

Bei einer typischen Immobilienfinanzierung wird der Zinssatz nur für einen bestimmten Zeitraum festgeschrieben. Nach Ablauf dieser Bindung ist häufig noch eine erhebliche Restschuld vorhanden. Diese muss entweder aus eigenen Mitteln beglichen oder mit einem neuen Darlehen weiterfinanziert werden. Für den neuen Vertrag gelten die dann aktuellen Konditionen.

In einfacher Sprache: Ein Kredit, der vor zehn Jahren mit einem sehr niedrigen Zins abgeschlossen wurde, verlängert sich nicht automatisch zu denselben Bedingungen. Steigt der Zinssatz bei der Anschlussfinanzierung, erhöht sich entweder die monatliche Rate oder der Tilgungsanteil muss sinken. Eine niedrigere Tilgung hält die Rate zwar zunächst bezahlbar, verlängert aber die Rückzahlungsdauer und kann die gesamten Zinskosten erhöhen.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt, nicht erst auf das Verlängerungsangebot der bisherigen Bank zu warten. Angebote verschiedener Kreditinstitute sollten rechtzeitig verglichen werden. Schon kleine Zinsunterschiede können wegen der hohen Restschuld und der langen Laufzeit mehrere Tausend Euro ausmachen. Wer laut Kreditvertrag Sondertilgungen leisten darf und dafür freie Mittel besitzt, kann außerdem prüfen, ob sich die Restschuld noch vor Beginn der neuen Finanzierung reduzieren lässt.

Gesicherte Angaben: Die Verbraucherzentrale Sachsen veröffentlichte die Meldung am 23. September 2026. Eine Anschlussfinanzierung wird erforderlich, wenn nach Ablauf der Sollzinsbindung eine Restschuld verbleibt. Zusätzliche Tilgungen sind nur im vertraglich vorgesehenen Umfang ohne Weiteres möglich. Der tatsächlich angebotene Zins hängt unter anderem von Restschuld, Immobilienwert, Bonität und gewünschter Zinsbindung ab.

Einordnung und Bewertung: Ein höherer Marktzins führt nicht zwangsläufig zu einer finanziellen Notlage. Während der ersten Finanzierungsphase wurde ein Teil des Darlehens bereits getilgt; möglicherweise sind auch Einkommen und Immobilienwert gestiegen. Dennoch sollten Haushalte mehrere Szenarien durchrechnen. Eine kurzfristig niedrige Rate kann teuer werden, wenn dafür die Tilgung stark reduziert wird.

Auch ein Forward-Darlehen, mit dem Zinsen im Voraus vereinbart werden, ist keine automatische Sparlösung. Es schafft Planungssicherheit, kann aber einen Aufschlag enthalten und bleibt bindend, selbst wenn die Marktzinsen später sinken. Entscheidend sind daher ein unabhängiger Vergleich, eine realistische Haushaltsrechnung und ausreichend finanzieller Spielraum für Reparaturen und unerwartete Ausgaben.

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