Die InvestInvent 27. Windpark GmbH & Co. KG aus Münster hat ihre Verbindlichkeiten im Geschäftsjahr 2024 deutlich reduziert. Gleichzeitig ging jedoch auch das Eigenkapital kräftig zurück. Zum Jahresende standen 10,78 Millionen Euro Verbindlichkeiten einem Eigenkapital von 2,19 Millionen Euro gegenüber.
Die Bilanzsumme sank innerhalb eines Jahres von 14,82 Millionen auf 13,39 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang um rund 1,43 Millionen Euro beziehungsweise 9,6 Prozent.
Windkraftanlagen verlieren bilanziell mehr als eine Million Euro
Den größten Vermögensposten bildet weiterhin das Sachanlagevermögen. Dieses verringerte sich von 10,95 Millionen Euro auf 9,83 Millionen Euro und damit um rund 1,12 Millionen Euro.
Nach Angaben der Gesellschaft werden die Sachanlagen zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bilanziert. Die Abschreibung erfolgt linear über die jeweils erwartete Nutzungsdauer.
Auch das Umlaufvermögen ging zurück: von 1,07 Millionen auf 852.311 Euro. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sanken dabei deutlich von rund 400.263 Euro auf 272.343 Euro. Wertberichtigungen waren nach Angaben des Unternehmens nicht erforderlich.
Die liquiden Mittel reduzierten sich ebenfalls. Ende 2024 verfügte die Gesellschaft über 579.969 Euro an Bank- und Kassenbeständen. Ein Jahr zuvor waren es noch 665.229 Euro.
Auffälliger Millionenposten in der Rechnungsabgrenzung
Eine Besonderheit der Bilanz ist der hohe aktive Rechnungsabgrenzungsposten von 2,71 Millionen Euro.
Darin stecken nach Angaben im Anhang insbesondere Infrastrukturkosten in Höhe von 2,568 Millionen Euro. Diese Kosten werden über einen Zeitraum von 35 Jahren abgeschrieben.
Damit macht allein dieser Infrastrukturposten einen erheblichen Teil der Aktivseite der Windparkgesellschaft aus.
Eigenkapital sinkt um mehr als 600.000 Euro
Deutlich rückläufig entwickelte sich das Eigenkapital. Die Kapitalanteile der Kommanditisten beliefen sich Ende 2023 noch auf 2,803 Millionen Euro. Zum 31. Dezember 2024 waren davon 2,194 Millionen Euro ausgewiesen.
Das entspricht einem Rückgang um rund 609.500 Euro beziehungsweise 21,7 Prozent.
Ein Bilanzgewinn oder Bilanzverlust wird mit null Euro ausgewiesen. Aus den vorliegenden Angaben lässt sich nicht entnehmen, wodurch der Rückgang der Kapitalanteile im Einzelnen verursacht wurde.
Verbindlichkeiten um rund 822.000 Euro reduziert
Parallel dazu konnte die Gesellschaft ihre Verbindlichkeiten von 11,61 Millionen auf 10,78 Millionen Euro zurückführen. Das entspricht einem Rückgang von rund 822.000 Euro.
Allerdings verschob sich die Fälligkeitsstruktur teilweise: Die kurzfristigen Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr stiegen von rund 935.300 Euro auf 1,038 Millionen Euro. Die langfristigen Verpflichtungen von mehr als einem Jahr gingen dagegen von 10,67 Millionen auf 9,75 Millionen Euro zurück.
Bei den Bankverbindlichkeiten weisen 5,932 Millionen Euro eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren auf.
Die Kredite sind unter anderem durch die Sicherungsübereignung der Projektanlagen, die Abtretung der Einspeiseerlöse und von Ansprüchen aus Umsatzsteuererstattungen sowie durch die Verpfändung von Guthaben auf Projektkonten abgesichert.
17-Millionen-Euro-Kreditfazilität mit Zinsswap abgesichert
Interessant ist zudem ein Zinssicherungsgeschäft. Die InvestInvent 27. Windpark GmbH & Co. KG hat nach eigenen Angaben für 100 Prozent einer Kreditfazilität A über 17 Millionen Euro einen Swap abgeschlossen.
Dabei steht einer variablen Verzinsung auf Basis des Euribor-Reuters eine feste Rate von 1,074 Prozent gegenüber. Weitere Einzelheiten zum aktuellen Wert oder zu möglichen Auswirkungen dieses Zinssicherungsgeschäfts enthält der vorliegende Jahresabschluss nicht.
Die Rückstellungen blieben mit 411.810 Euro gegenüber 407.410 Euro im Vorjahr nahezu stabil. Sie betreffen unter anderem den späteren Rückbau der Windkraftanlagen, die Erlösbeteiligung der Gemeinden, die technische Betriebsführung sowie Kosten für Aufstellung und Prüfung des Jahresabschlusses.
Weitere Verpflichtungen von 556.000 Euro pro Jahr
Außerhalb der Bilanz bestehen finanzielle Verpflichtungen aus Pacht- und Dienstleistungsverträgen von rund 556.000 Euro jährlich. Weitere nicht bilanzierte finanzielle Verpflichtungen, Eventualverbindlichkeiten oder sonstige Haftungsverhältnisse werden nicht genannt.
Darüber hinaus hält die Windparkgesellschaft eine 50-prozentige Beteiligung an der Infrastrukturgesellschaft Hohengüstow GbR in Bremerhaven. Für diese Gesellschaft werden zum 31. Dezember 2023 sowohl ein Eigenkapital als auch ein Jahresergebnis von jeweils null Euro angegeben. Gegenüber der Infrastrukturgesellschaft bestehen zudem Verbindlichkeiten, deren konkrete Höhe im vorliegenden Anhang nicht genannt wird.
Eigene Arbeitnehmer beschäftigte die InvestInvent 27. Windpark GmbH & Co. KG im Jahr 2024 nicht. Nach dem Bilanzstichtag seien außerdem keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten.
Der Jahresabschluss wurde am 13. Mai 2025 unterzeichnet, am 8. Januar 2026 festgestellt und am 23. Februar 2026 veröffentlicht.
Insgesamt zeigt die Bilanz eine deutliche Verkleinerung: Anlagevermögen, liquide Mittel, Eigenkapital und Verbindlichkeiten sind zurückgegangen. Besonders kräftig fiel mit rund 609.500 Euro der Rückgang des Eigenkapitals aus, während die Gesellschaft gleichzeitig ihre Verbindlichkeiten um rund 822.000 Euro reduzierte. Wie sich Umsatz, Stromproduktion und Jahresergebnis 2024 entwickelt haben, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.