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Akute Explosionsgefahr in Hamburg: Weltkriegsbombe am Bahnhof Diebsteich entschärft

heberhard (CC0), Pixabay

Ein Bombenfund hat am Mittwoch den Hamburger Stadtteil Bahrenfeld über Stunden in einen Ausnahmezustand versetzt. Direkt am Bahnhof Diebsteich war bei Bauarbeiten eine 500 Pfund schwere britische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Besonders brisant: Der Blindgänger verfügte über einen chemischen Langzeitzünder und war offenbar bei den Bauarbeiten bewegt worden.

Weil zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte, dass dadurch der Zünder aktiviert worden war, bestand nach Einschätzung der Einsatzkräfte akute Explosionsgefahr. Tausende Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen, Zehntausende weitere wurden aufgefordert, Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Bauarbeiter sollen Bombe bewegt haben

Entdeckt wurde die Bombe gegen 15.15 Uhr bei Bauarbeiten. Die Situation verschärfte sich, weil Arbeiter den Blindgänger nach den vorliegenden Angaben bewegt haben sollen.

Bei einer Bombe mit chemischem Langzeitzünder ist das besonders gefährlich. Die Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes mussten deshalb davon ausgehen, dass der Mechanismus möglicherweise in Gang gesetzt worden sein könnte.

Für die Sprengmeister begann ein Einsatz unter erheblichem Zeitdruck.

2.500 Menschen müssen ihre Wohnungen verlassen

Rund um den Fundort wurde ein Sperrradius von 400 Metern eingerichtet. Sämtliche Gebäude innerhalb dieses Bereichs mussten geräumt werden. Rund 2.500 Menschen waren unmittelbar von der Evakuierung betroffen.

Die Polizei fuhr mit Lautsprecherwagen durch die Straßen. Einsatzkräfte gingen außerdem von Tür zu Tür, um sicherzustellen, dass die Bewohner über die Gefahr informiert waren und den Sperrbereich verließen.

Für Menschen, die während der Evakuierung nicht anderweitig unterkommen konnten, wurden drei Notunterkünfte mit Feldbetten eingerichtet.

Rund 20.000 Menschen im Warnbereich

Noch wesentlich größer war der zusätzliche Warnradius. Er erstreckte sich 1.000 Meter um die Fundstelle und umfasste nach den Angaben rund 20.000 Anwohnerinnen und Anwohner.

Sie mussten ihre Wohnungen zwar nicht verlassen, sollten sich aber möglichst in hintere Räume zurückziehen. Fenster und Türen mussten geschlossen bleiben. Außerdem wurden die Menschen aufgefordert, während des Einsatzes zu Hause zu bleiben.

Damit waren insgesamt Zehntausende Menschen zumindest indirekt von dem Bombenfund betroffen.

Wasserstrahl gegen den gefährlichen Zünder

Die eigentliche Entschärfung stellte die Spezialisten vor eine anspruchsvolle Aufgabe. Statt den Zünder unmittelbar von Hand zu entfernen, setzten die Sprengmeister ein Verfahren mit einem starken Wasserstrahl ein.

Durch gezielte Schnitte gelang es, den gefährlichen Zünder aus der Bombe herauszulösen. Kurz nach 22 Uhr kam schließlich die erlösende Nachricht: Der Blindgänger war erfolgreich entschärft.

Eine Explosion konnte verhindert werden.

Bahnhof und Zugverkehr wieder freigegeben

Der Bombenfund hatte auch Auswirkungen auf den Verkehr rund um den Bahnhof Diebsteich. Während des Einsatzes galten umfangreiche Sperrungen, auch der Zugverkehr war betroffen.

Nach der erfolgreichen Entschärfung konnten die Sicherheitsbereiche wieder aufgehoben und der Bahnverkehr freigegeben werden. Die evakuierten Bewohner durften anschließend in ihre Wohnungen zurückkehren.

120 Feuerwehrkräfte im Einsatz

Allein die Feuerwehr war mit rund 120 Einsatzkräften vor Ort. Hinzu kamen Polizei, Kampfmittelräumdienst und weitere Hilfsorganisationen.

Gegen 23 Uhr konnte der Großeinsatz schließlich beendet werden – fast acht Stunden nachdem die Bombe bei den Bauarbeiten entdeckt worden war.

Verletzt wurde nach den vorliegenden Angaben niemand.

Für Bahrenfeld endete damit ein gefährlicher Abend glimpflich. Der Fund zeigt zugleich, dass auch mehr als acht Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs von nicht explodierten Fliegerbomben weiterhin erhebliche Gefahren ausgehen können.

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